Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 81,90 Prozent erreicht die Oldenburgische Landesbrandkasse 2024 Rang neun im Branchenvergleich und gehört damit erneut zu den effizientesten Anbietern der Wohngebäudeversicherung. Bereits im Vorjahr lag die Quote mit 83,46 Prozent deutlich unter der Kostendeckungsgrenze (damals sogar Rang drei); die Verbesserung 2024 fällt mit minus 1,56 Prozentpunkten moderat aus, bestätigt jedoch die dauerhaft günstige Schaden- und Kostenrelation.
Im gesamten Zeitraum von 2019 bis 2024 überschritt die Gesellschaft die Marke von einhundert Prozent nur ein einziges Mal, und zwar im Jahr 2022. Anders als bei vielen Wettbewerbern blieb sie damit selbst in den Extremjahren 2021 und 2023 unterhalb der Kostendeckungsgrenze. Der Sechsjahresschnitt von 86,93 Prozent zählt zu den besten Werten der gesamten Branche und unterstreicht die außergewöhnlich stabile Performance.
Ergebnis: geringes Volumen, aber überwiegend positiv
Das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung beläuft sich 2024 auf 3,01 Millionen Euro und erreicht damit Rang zwölf im Branchenvergleich. Absolut betrachtet ist das Ergebnis vergleichsweise klein; relativ zur Marktbreite ist es jedoch bemerkenswert, da im gleichen Jahr dreiunddreißig der fünfzig untersuchten Anbieter Verluste auswiesen.
Im Mehrjahresverlauf zeigt sich eine hohe Konsistenz: Zwischen 2019 und 2024 verbuchte die Oldenburgische Landesbrandkasse lediglich ein einziges Verlustjahr, nämlich 2022 mit –3,61 Millionen Euro. Der Durchschnitt über sechs Jahre liegt bei 1,73 Millionen Euro und reflektiert die begrenzte Größenordnung des Geschäfts ebenso wie dessen robuste Ertragsbasis.
Preisprofil: stark gestiegen, dennoch weiterhin günstig
Die Durchschnittsprämien je Versicherungsvertrag stiegen zwischen 2019 und 2024 deutlich an. Von 274,55 Euro im Jahr 2019 erhöhten sie sich auf 467,68 Euro im Jahr 2024 – ein Zuwachs um 70,3 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Besonders ausgeprägt fiel die Anpassung nach 2021 aus: Allein von 2021 (320,74 Euro) bis 2024 nahmen die Prämien um 45,8 Prozent zu.
Trotz dieser kräftigen Erhöhungen bleibt die Gesellschaft preislich im unteren Marktsegment. Mit Rang dreiundvierzig von fünfzig zählt sie 2024 weiterhin zu den acht günstigsten Anbietern der Wohngebäudeversicherung.
Schadenaufwendungen je Vertrag: strukturell niedrig, leicht gestiegen
Ein wesentlicher Treiber der guten Quote sind die vergleichsweise niedrigen Schadenaufwendungen je Versicherungsvertrag. Diese beliefen sich 2024 auf 259,37 Euro und markieren den viertniedrigsten Wert der Branche. Gegenüber 2023 (235,56 Euro) stiegen die Aufwendungen allerdings um 10,1 Prozent, was die Sensibilität selbst günstiger Bestände gegenüber einzelnen Schadenjahren verdeutlicht.
Im Mehrjahresvergleich zeigen sich dennoch moderate Ausschläge: Der niedrigste Wert wurde 2019 mit 128,41 Euro erreicht, der höchste im Jahr 2022 mit 291,26 Euro. Insgesamt bleibt die Schadenbelastung je Vertrag deutlich unter dem Marktniveau von 485,26 Euro.
Einordnung: regional verankert, außergewöhnlich stabil
Mit 63 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 0,47 Prozent und Rang sechsunddreißig von fünfzig gehört die Oldenburgische Landesbrandkasse zum unteren Mittelfeld der Wohngebäudeversicherung. Ihre Platzierung unter den Schaden-Kosten-Siegern 2024 ist daher weniger eine Frage von Volumen oder Marktmacht, sondern Ausdruck einer außergewöhnlich stabilen Bestands- und Schadenstruktur.
Begünstigend wirkt dabei die starke regionale Verankerung im nordwestdeutschen Raum, die tendenziell mit geringerer Elementarschadenexponierung, hoher Bestandsloyalität und besser kalkulierbaren Schadenverläufen einhergeht. Die Oldenburgische Landesbrandkasse zeigt damit exemplarisch, unter welchen Voraussetzungen auch kleinere, regional fokussierte Anbieter dauerhaft unter der Kostendeckungsgrenze bleiben können.