Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 82,00 Prozent erreicht die HUK-Coburg VVaG 2024 Rang zehn im Branchenvergleich und zählt damit zu den auskömmlichsten Wohngebäudeversicherern des Jahres. Gegenüber 2023 stellt dies eine deutliche Verbesserung dar: Damals lag die Quote bei 97,10 Prozent, was lediglich Rang zwanzig bedeutete. Innerhalb eines Jahres verbesserte sich die Gesellschaft somit um zehn Ränge und um 15,1 Prozentpunkte.
Im Mehrjahresvergleich zeigt sich jedoch auch die hohe Volatilität der Sparte. Im Katastrophenjahr 2021 wies die HUK-Coburg VVaG eine außergewöhnlich hohe Quote von 147,51 Prozent aus, 2022 lag sie mit 100,64 Prozent ebenfalls knapp oberhalb der Kostendeckungsgrenze. In allen übrigen Jahren des Zeitraums 2019 bis 2024 blieb die Quote unter einhundert Prozent. Aufgrund der Extrembelastung 2021 liegt der Sechsjahresschnitt dennoch bei 100,34 Prozent und damit rechnerisch noch leicht im defizitären Bereich.
Ergebnis: starke Erholung nach Extremjahr
Das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung beläuft sich 2024 auf 38,80 Millionen Euro und ist damit das zweitbeste Ergebnis der gesamten Branche. Auffällig ist die starke Spreizung über die Jahre: Während 2021 ein Verlust von –53,08 Millionen Euro verbucht werden musste, erzielte die Gesellschaft in allen übrigen Jahren positive Ergebnisse.
Der Durchschnitt des Zeitraums 2019 bis 2024 liegt bei 8,81 Millionen Euro. Dieser vergleichsweise moderate Mehrjahreswert ist vollständig durch das Extremjahr 2021 verzerrt und unterstreicht zugleich, wie stark einzelne Großschadenjahre die Ergebnisrechnung in der Wohngebäudeversicherung dominieren können.
Preisprofil: deutliche Anpassungen – dennoch Billigsegment
Die Entwicklung der Durchschnittsprämien je Versicherungsvertrag zeigt einen kräftigen, aber verzögerten Anpassungspfad. Von 266,61 Euro im Jahr 2019 stiegen die Prämien bis 2024 auf 409,66 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 53,7 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Besonders ausgeprägt fiel die Korrektur nach 2021 aus: Allein zwischen 2021 (298,59 Euro) und 2024 nahm die Durchschnittsprämie um 37,2 Prozent zu. Trotz dieser Erhöhungen bleibt die HUK-Coburg VVaG preislich im unteren Segment. Mit Rang sechsundvierzig von fünfzig zählt sie 2024 weiterhin zu den fünf günstigsten Anbietern am Markt.
Schadenaufwendungen je Vertrag: strukturell niedrig
Ein zentraler Stabilitätsfaktor sind die vergleichsweise niedrigen Schadenaufwendungen je Versicherungsvertrag. Diese beliefen sich 2024 auf 262,69 Euro und markieren den fünftniedrigsten Wert der gesamten Branche. Gegenüber 2023 (268,74 Euro) gingen die Aufwendungen leicht zurück (minus 2,3 Prozent).
Der Mehrjahresvergleich zeigt zwar eine deutliche Spitze im Jahr 2021 mit 269,77 Euro, bleibt insgesamt jedoch auf niedrigem Niveau. Zum Vergleich: Im besonders günstigen Jahr 2020 lagen die Schadenaufwendungen bei lediglich 181,69 Euro. Die HUK-Coburg VVaG profitiert damit strukturell von einer günstigen Schadenbelastung pro Vertrag, was wesentlich zur auskömmlichen Quote 2024 beiträgt.
Einordnung: größte Wohngebäude-Tochter der HUK mit niedriger Kostenbasis
Mit 308 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 2,32 Prozent und Rang vierzehn nach Prämienvolumen ist die HUK-Coburg VVaG die größte Wohngebäude-Tochter des HUK-Konzerns. Ihre Platzierung unter den Schaden-Kosten-Siegern 2024 ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Kombination aus niedriger Schadenbelastung je Vertrag, konsequenter Preisanpassung nach dem Extremjahr 2021 und einer weiterhin sehr günstigen Marktpositionierung.
Zugleich zeigt das Beispiel, wie schmal der Grat bleibt: Die starke Verbesserung 2024 darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass einzelne Großschadenjahre – wie 2021 – die technische Rechnung auch bei grundsätzlich effizientem Geschäftsmodell schnell kippen können.