Wohngebäudeversicherung: Die Schaden-Kosten-Sieger 2024

Quelle: DALL-E

Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 76,05 Prozent erzielt die VGH Landschaftliche Brandkasse 2024 den besten Wert der gesamten Wohngebäudeversicherung und sichert sich damit die Goldmedaille im Branchenvergleich. Die Beitragseinnahmen lagen damit deutlich über den im selben Jahr angefallenen Schaden- und Kostenaufwendungen; die Gesellschaft setzte sich klar vom Branchendurchschnitt ab.

Bemerkenswert ist die außergewöhnliche Konstanz über den gesamten Beobachtungszeitraum. Zwischen 2019 und 2024 überschritt die VGH die Marke von einhundert Prozent kein einziges Mal. Selbst in den stark belasteten Schadenjahren blieb die Quote unter dieser Schwelle. Der höchste Wert des Zeitraums wurde 2022 mit 99,04 Prozent erreicht und lag damit weiterhin im auskömmlichen Bereich.

Der Sechsjahresschnitt von 83,32 Prozent ist der beste aller untersuchten Wohngebäudeversicherer und unterstreicht eine dauerhaft robuste Schaden- und Kostensteuerung, die nicht auf einzelne günstige Jahre beschränkt ist, sondern auch unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen trägt.

Ergebnis: starke laufende Ertragskraft, zyklisch überlagert

Das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung beläuft sich 2024 auf 20,59 Millionen Euro und erreicht damit Rang fünf im Branchenvergleich. Damit bestätigt die VGH Landschaftliche Brandkasse auch auf Ergebnisebene die sehr gute operative Verfassung des Geschäftsjahres 2024.

Erst im Mehrjahresvergleich zeigt sich eine Differenzierung, die erklärungsbedürftig ist. Trotz dauerhaft niedriger Schaden-Kosten-Quoten musste die Gesellschaft in zwei Jahren Verluste ausweisen: 2022 mit minus 2,10 Millionen Euro und 2023 mit minus 3,31 Millionen Euro. Diese Ergebnisbelastungen fallen zeitlich in eine Phase außergewöhnlicher Marktverwerfungen durch Schadeninflation und Großereignisse, in der ein Großteil der Branche deutlich stärkere Verluste verzeichnete.

Entscheidend ist daher die zyklische Betrachtung: Über den Zeitraum von 2019 bis 2024 erzielt die VGH ein durchschnittliches versicherungstechnisches Ergebnis von 21,82 Millionen Euro – der höchste Wert aller untersuchten Wohngebäudeversicherer. Die zeitweiligen Verluste relativieren sich damit als begrenzte Ausschläge innerhalb eines insgesamt sehr stabilen und ertragsstarken Geschäftsmodells.

Preisprofil: oberes Mittelfeld statt Billigsegment

Die Durchschnittsprämien je Vertrag bewegen sich bei der VGH klar oberhalb des günstigen Segments, ohne in den Hochpreissektor vorzustoßen. Von 510,58 Euro im Jahr 2019 stiegen sie kontinuierlich auf 768,42 Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von rund 50,5 Prozent über fünf Jahre.

Im Jahresvergleich 2024 gegenüber 2023 (704,09 Euro) ergibt sich ein Plus von 9,1 Prozent. Damit belegt die VGH bei den Prämien Rang siebzehn: Sechzehn Anbieter sind teurer, dreiunddreißig günstiger. Die Gesellschaft positioniert sich somit im gehobenen Mittelfeld, nicht im Niedrigpreissegment.

Schadenaufwendungen je Vertrag: kontrolliert ohne Extreme

Die Schadenaufwendungen je Vertrag liegen 2024 bei 408,33 Euro. Damit befindet sich die VGH im Mittelfeld der Branche: Zwanzig Anbieter weisen niedrigere, neunundzwanzig höhere Schadenaufwendungen auf. Auffällig ist die fehlende Extremvolatilität. Der höchste Wert des Betrachtungszeitraums wurde 2022 mit 463,89 Euro erreicht, der niedrigste 2019 mit 289,73 Euro. Der Verlauf zeigt eine erhöhte Belastung in den Krisenjahren, jedoch keine Ausschläge, wie sie bei stärker regional exponierten oder sehr hochpreisigen Beständen zu beobachten waren.

Einordnung: Regionale Verankerung als Stabilitätsfaktor

Mit 347 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 2,62 Prozent und Rang zwölf von fünfzig nach Prämienvolumen zählt die VGH Landschaftliche Brandkasse zu den größeren Wohngebäudeversicherern im Markt. Begünstigt wird die vergleichsweise stabile Entwicklung durch die starke regionale Verankerung in Niedersachsen, eine historisch gewachsene Bestandsstruktur sowie die daraus resultierende hohe Vertragsstabilität. Regionale Nähe, geringere Wechselintensität und eine insgesamt homogenere Risikostruktur wirken in der Wohngebäudeversicherung tendenziell dämpfend auf Schadenfrequenz und Ergebnisvolatilität, ohne die Wirkung einzelner Großschadenjahre vollständig auszuschließen.

In der Gesamtschau steht die VGH Landschaftliche Brandkasse damit exemplarisch für ein Geschäftsmodell, bei dem Bestandsstruktur, regionale Exponierung und Preisniveau so zusammenspielen, dass über mehrere Jahre hinweg eine unterdurchschnittliche Schaden-Kosten-Quote erreicht werden kann.

Hintergrund

Die hier präsentierten Zahlen und Analysen stammen aus dem Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Studie untersucht die 50 größten Wohngebäudeversicherer Deutschlands und deckt damit rund 95 Prozent des Marktes ab. Erfasst werden Kennzahlen aus den Geschäftsjahren 2019 bis 2024, darunter Prämienentwicklung, Vertragszahlen, Schaden-Kosten-Quoten und versicherungstechnische Ergebnisse. Neben diesem Report stehen weitere aktuelle Branchenmonitore kostenpflichtig auf der Webseite der Leipziger Experten zum Download bereit.