Vertrieb
PKV | 29.08.11
 

Central Krankenversicherung macht Außendienst dicht

Quelle:Ben Plewes BA (Hons) LBIPP

Die Kölner Central-Versicherung, Deutschlands fünftgrößter privater Krankenversicherer, steht vor einem radikalen Umbau. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" in einer exklusiven Meldung vom Sonntag. Der Außendienst soll eingestellt werden, auch die Zusammenarbeit mit Versicherungsmaklern wird fast komplett beendet.

Mit dem Radikalprogramm reagiert die Central auf das Scheitern ihres Versuches, mit Billigtarifen ihren Umsatz zu steigern. Nachdem das Geschäft mit besserverdienenden Angestellten eingebrochen ist, bot der Versicherer Dumpingtarife für 150 Euro an, um die Einbußen auszugleichen. Zielgruppe waren selbstständige Unternehmer mit kleinem Portemonnaie. Das Kalkül: wer einen solchen Billigvertrag abgeschlossen hat, wird schon bald in einen teueren Tarif mit besseren Leistungen wechseln.

Das Konzept scheiterte. Viele Versicherte blieben in den Billigtarifen und hatten zudem Probleme, ihre Beitragszahlungen zu bedienen. Doch dies ist nicht der alleinige Grund für den Umbau der Generali-Tochter. Für ein Raunen bei den Mitkonkurrenten dürfte die Information sorgen, dass sich die Versicherung mit ihrem Maßnahmenpaket auf eine Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung durch die Politik einstellt. „In der Konzernspitze herrscht die Überzeugung, dass die obligatorische Bürgerversicherung kaum noch zu verhindern ist“, sagte ein Insider gegenüber der Financial Times Deutschland. Zukünftig will man nur noch Zusatzversicherungen anbieten.

Wie weiter mit dem Vertrieb?

Laut Financial Times Deutschland ist die Auflösung des eigenen Vertriebes noch nicht beschlossen. So will man den Außendienstmitarbeitern den Wechsel zu einem anderen Vertriebskanal anbieten – unter anderem soll ein Wechsel zu der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) möglich sein.

Beim Maklervertrieb sei jedoch ein kompletter Verzicht angedacht. Vorstandschef Teuscher erklärte gegenüber dem Blatt, dass hier ein besonders scharfer Rückgang im Geschäft erwartet werde. Derzeit besteht das Neugeschäft von Maklern und Vertretern zu 70 Prozent aus jenen Billigtarifen, von denen sich der Generali-Konzern trennen will.

 
 

Kommentare (5)Kommentar schreiben
 
Central schafft die PKV ab.... 
Wahrscheinlich ist der Startschuss nun auf dem Versicherungsmarkt gefallen und es werden sicher einige Versicherer nachziehen, um sich von unliebsamen Tarifen der PKV zu trennen.
Spannend bleibt, ob es nun wirklich zu einer Umstrukturierung auf dem Gesundheitsmarkt kommt oder nicht- demokratisch und ideologisch ist glaube ich noch nichts zu wollen in Good Old Germany!
geschrieben von Gast am 29.08.2011 13:31
 
Das Ende der PKV hat begonnen 
Das wird wohl nicht der letzte sein, der den Vertrieb seiner PKV-Produkte einstellt. Da fragt man sich nur, was man seinen Kunden raten soll. So schnell wie möglich zurück in die GKV, falls es überhaupt noch geht, oder Augen zu und durch?
geschrieben von Frank Walter am 29.08.2011 21:30
 
Zeche zahlt der Vertrieb 
Die unternehmerische Fehlleistung des Central-Managementes soll der Vertrieb ausbaden. Der eigene AD "darf" zur Drückerkolonne DVAG wechseln. Diese freut sich über frisches Blut und kann damit noch ein bißchen ihr Schneeballsystem am Laufen halten. Und die armen Central-Kunden erhalten wie in den letzten Jahren pünktlich zum Weihnachtsfest saftige Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich. Großes Lob für die Central-Vorstände, die trotz allem fürstlich entlohnt werden!!
geschrieben von Peer am 01.09.2011 12:09
 
Central - verfehlte Produkt- u. Preispolitik 
Bereits in den ersten BWL-Vorlesungen wird der Zusammenhang zwischen Preiswettbewerb und nachhaltiger Erfolgsstrategie deutlich.Wer sich darin bewegt, kommt letztlich um. Es entsteht der Eindruck, daß eine Reihe von Vorständen der Assekurranz glauben, man muß den Kunden nur mit niedrigen Prämien "anfüttern" (s. auch Kfz-Prämien), dann wird er irgendwann hoch erfreut freiwillig leistungsstarke Produkte und Tarife wählen. Von eben diesen Vorständen wird darüber hinaus der "Cross-Selling-Effekt" als Neugeschäfts-Lokomotive bemüht.Die Makler glauben das auch noch, und sie merken nicht, in welche Falle sie tappen. Und die Vorstände? Sie werden dafür bezahlt, daß sie glauben.
geschrieben von wah am 02.09.2011 15:45
 
PKV 
Naja, wer die Beitragsentwicklung in der Vollversicherung der letzten zwei Jahrzehnte verfolgt hat, fragt sich doch ernsthaft, wo das
auf Sicht gesehen hinführt.
Schon jetzt können viele Freiberufler u. Selbständige die Beiträge nicht mehr aufbringen.
Zu erklären, daß die z.T. 2-stelligen Erhöhungen auf steigende Kosten im Gesundheitswesen zurückzuführen sind, ist unzutreffend !
Auch das System der PKV ist marode!
geschrieben von A. Heisterhagen am 05.09.2011 09:33
 
 
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