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Digitalisierung

Ergo-Umbau: Markus Rieß schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus

WikiMediaImages@Pixabay.com

Ergo-Chef Markus Rieß schließt beim Umbau seines Konzerns auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Für rund 635 Beschäftigte konnte noch keine Einigung mit den Arbeitnehmer-Vertretern erzielt werden, berichtet Rieß in einem Interview. Der kriselnde Konzern hat sich ein ehrgeiziges Digital-Programm verordnet, das auch einen Stellenabbau vorsieht.

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Markus Rieß, Chef der Ergo, schließt beim Konzernumbau betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Foto: Ergo Die Ergo will wieder schwarze Zahlen schreiben, nachdem sie in den letzten beiden Jahren im Minus war – und das so schnell wie möglich. Dafür hat sich der Versicherer ein Effizienz- und Digitalisierungs-Programm verordnet, das auch den Abbau von 1.835 Vollzeitstellen vorsieht.

Wie Vorstandschef Markus Rieß in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) nun betont, schließt der Düsseldorfer Versicherer dabei auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Und setzt damit den Arbeitnehmervertretern indirekt die Pistole auf die Brust, eine schnelle Einigung mit dem Konzernvorstand zu erzielen.

Bei 635 Stellen keine Einigung mit Arbeitnehmervertretern

Wie Rieß in den Interview berichtet, konnte bisher mit dem Betriebsrat Einigung beim Abbau von 1.200 Vollzeitstellen erzielt werden. Diesen Mitarbeitern wird das Ausscheiden aus dem Unternehmen mit Abfindungs- und Vorruhestandsgeldern versüßt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass weitere 635 Beschäftigte eine betriebsbedingte Kündigung fürchten müssen.

Und diese betriebsbedingten Kündigungen werden immer wahrscheinlicher, denn der frühere Allianz-Vorstand Rieß hat es eilig. Bis zum Jahresende 2017 will er die Zielmarke beim Projekt Arbeitsplatz-Abbau erreicht haben. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Rieß daher explizit nicht aus – obwohl er sie nach eigenen Aussagen möglichst vermeiden möchte. Und erhöht damit den Druck auf die Arbeitnehmer-Vertreter.

„Für viele Angestellte nicht der erste Sanierungsplan“

Zugleich zeigte Rieß Verständnis für die Ängste Ergo-Beschäftigten. Für viele Angestellte des Unternehmens sei es nicht „der erste Sanierungsplan“, das führe “mit Recht zu Sorgen bei den Mitarbeitern”. Er spüre aber im Konzern selbst auch „Verständnis und Rückenwind“. Die gesamte Gesellschaft befinde sich unter Spannung und die Angestellten würden sich „voll reinhängen“.

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Die Ergo befindet sich aktuell in einem Umbauprozess, der viel Geld verschlingt: Doppelstrukturen sollen abgebaut, IT und andere Technik erneuert werden. Eine Milliarde Euro hat die Konzernmutter Munich Re dafür Ergo-Chef Markus Rieß in die Hand gedrückt. Und will Ergebnisse sehen: Bereits in fünf Jahren soll der zweitgrößte deutsche Erstversicherer wieder 600 Millionen Euro Gewinn zum Konzernergebnis der Munich Re beisteuern (der Versicherungsbote berichtete).

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