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12.01.2016

ZusammenfassungHanse Merkur - Riskante Geschäfte beim Krankenversicherer?

Die „Zeit“ formuliert drei Vorwürfe, zu denen ein Brancheninsider gegenüber dem Versicherungsboten sagt: „Der Artikel in der Zeit war wirklich sehr sehr gut recherchiert“.skeeze/Pixabay

Ob die Hanse Merkur „über die Maßen“ erfolgreich ist oder ob das Unternehmen über die Maßen riskante Geschäfte macht? An dieser Frage arbeitet sich die „Zeit“ in einem kürzlich erschienenen Beitrag über den Hamburgischen Versicherer ab. Und zieht eine kritische Bilanz der zurückliegenden Geschäftsjahre der Hanse Merkur. Der Versicherungsbote liefert eine Zusammenfassung des Beitrags „Ist das noch gesund?“ - "Quatsch", sagt Hanse-Chef Sautter. „Sehr gut recherchiert“, sagt ein Insider. Und "Lesetipp!"

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In einem ausführlichen Beitrag für die „Zeit“ widmet sich der Wirtschaftsjournalist Heinz-Roger Dohms der Hanse Merkur. Wo das Unternehmen vor gut zehn Jahren stand und wo es heute steht. Wobei Letzteres kontrovers gesehen wird, wenn man den Text in der „Zeit“ liest. Branchenkenner kommt der jüngere Lebenslauf der Hanse Merkur natürlich bekannt vor, wenn man abliest, was in dem Beitrag geschrieben steht:

„Der Artikel in der Zeit sehr, sehr gut recherchiert“

Der Umsatz der Hanse Merkur stieg seit 2002 von 500 Millionen Euro auf heute mehr als 1,8 Milliarden. Das Wachstum des Unternehmens bei der Privaten Krankenversicherung (PKV) beruht der Analyse der „Zeit“ zufolge (auch) auf „Billigpolicen“, deren Beiträge nicht auskömmlich sind. PKV-Billigbeiträge seien aber „nur eine Erklärung“ für den umstrittenen oder vordergründigen Erfolg der Hanse. „Die zweite (Erklärung, Anm. der Red.) ist der Vertrieb“.

Mit der Hanse-Tochter HVP Hanse Vertriebspartner AG hat sich das Unternehmen inzwischen bei drei großen PKV-Vertrieben eingekauft. Mit je 50 Prozent Beteiligung an der Impuls AG, der Verticus AG und der Inpunkto AG. Dazu ein kleiner Exkurs mit Zeitsprung zurück ins Jahr 2009. Vor gut sechs Jahren ging die MEG AG pleite, wurde von der damaligen Axa-Beteiligung Aragon gekauft und letztlich landeten über weitere Verflechtungen große Teile der MEG-Kunden bei der heutigen Inpunkto AG. Und damit kamen viele Kunden der MEG AG über Umwege wieder bei der Hanse Merkur an.

Die Vorwürfe an die Hanse Merkur

Die „Zeit“ formuliert drei Vorwürfe, zu denen ein Brancheninsider gegenüber dem Versicherungsboten sagt: „Der Artikel in der Zeit war wirklich sehr sehr gut recherchiert“. Die „Vorwürfe, die die „Zeit“ verschriftlicht, seien schlüssig. Im Einzelnen schreibt das Blatt:

  1. Das Unternehmen vertreibe seine Produkte mit „fragwürdigen Methoden“ und „umgeht dabei angeblich sogar die gesetzlich vorgegebenen Provisionsgrenzen“ (offenbar bezieht sich das auf den Provisionsdeckel in der PKV; der „Zeit“-Leser erhält in dem Beitrag keine Präzisierung). Hanse-Merkur-Chef Eberhard Sautter habe dazu gesagt: "Schlicht unwahr. Das sind Gerüchte, die gezielt gestreut werden, um uns zu schaden."
  2. Mit Blick auf möglicherweise nicht auskömmliche Beiträge: Die Hanse Merkur locke „genau jene Klientel an, die man als Versicherer eigentlich nicht haben will“. Sautter habe dies gegenüber der „Zeit“ als "Quatsch“ bezeichnet mit dem Hinweis, das kostendeckende Tarife Pflicht sind. Außerdem funktioniere der Selektionsprozess bei der Hanse Merkur.
  3. Für den Fall, dass die Politik die PKV abschaffte, würde das Geschäftsmodell der Hanse-Merkur zusammenbrechen. Sautter wird zitiert, diese „Sorge ist unbegründet.“ Der deutsche Gesundheitsmarkt wachse Jahr für Jahr um drei bis fünf Prozent. „Da muss es für einen intelligenten Versicherer möglich sein, unabhängig von den politischen Rahmenbedingungen eine wesentliche Rolle zu spielen. Das trauen wir uns zu."

Im Weiteren listet „Zeit“-Autor Heinz-Roger Dohms weitere Aktivitäten der Hanse Merkur auf, die er in seinem Beitrag als einen „der aggressivsten Player in der deutschen Versicherungsbranche“ bezeichnet. Den Fielmann-„Coup“ (Dohms). Rund sieben Millionen Kunden habe die Hanse Merkur durch ihre Brillenversicherung zusammen mit Fielmann geworben. Ferner schildert der Autor den Aufkauf des maroden Zusatz-PKV-Bestands der schweizerisch-liechtensteinischen CSS-Versicherung und berichtet von 50 Millionen Kredite an die Unister-Gruppe (ab-in-denurlaub.de und andere Reiseportale). „Den ZEIT-Recherchen zufolge drohen die Darlehen nun sogar auszufallen.“

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