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Geldanlage

Bank verlangt Strafzins auf Sparguthaben

DU! SOLLST! NICHT! SPAREN! Erstmals verlangt eine Bank Strafzinsen auf Sparguthaben von Privatkunden (Symbolfoto).phbcz@iStockphoto.com

Geldanlage: Erstmals verlangt eine Bank Strafzinsen von Privatanlegern, wenn diese Sparguthaben auf einem Tagesgeldkonto parken. Betroffen sind bei der Thüringer Skatbank bisher nur Guthaben über 500.000 Euro – doch könnten andere Geldhäuser dem Beispiel folgen?

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Werden Privatkunden zukünftig Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei einer Bank anlegen? Diese bange Frage drängt sich ausgerechnet zum Weltspartag am 30. Oktober auf. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, verlangt mit der Deutschen Skatbank aus dem thüringischen Altenburg erstmals ein Geldhaus Zinsen auf private Sparvermögen.

0,25 Prozent Strafzins auf Tagesgeld-Konto

Betroffen sind zunächst nur vermögende Kunden. Wer bei der Genossenschaftsbank zukünftig mehr als 500.000 Euro als Tagesgeld parken will, wird ab dem 01. November mit einem Negativzins von 0,25 Prozent zur Kasse gebeten. Doch könnte dieses Beispiel Schule machen? „Bisher sehen wir nur eine Bank mit Negativzins und wegen der hohen Einlage sind Negativsparer nicht betroffen“, erklärt Ingo Weber, Geschäftsführer beim Vergleichsportal Verivox. „Aber es ist nicht auszuschließen, dass andere Geldhäuser folgen.“

Die Deutsche Skatbank ist vor allem bei Vereinen beliebt und betreut nach eigenen Angaben rund 15.000 Kunden. Der erhobene Strafzins verwundert auch deshalb, weil das Geldhaus ihr Tagesgeldkonto u.a. als „ideales Konto für Gewerbetreibende und Freiberufler“ bewirbt, wie es auf der Webseite heißt. Diese könnten nun vergrault werden.

Wer weniger Geld bei der Skatbank anlegt, wird jedoch auch nicht gerade mit Zinsen überschüttet. Der aktuelle Tagesgeld-Zinssatz für Geschäftskunden beträgt 0,1 Prozent, für Privatkunden sogar nur 0,05 Prozent.

Auch EZB erhebt Strafzins von 0,2 Prozent

Die Anpassung der Zinssätze begründet die Skatbank mit der „aktuellen Entwicklung am Geld- und Kapitalmarkt“. Und so könnte die verwunderliche Maßnahme ein Indiz dafür sein, dass auch die aktuelle Zinspolitik der EZB an ihre Grenzen stößt. Seit dem Sommer nämlich verlangt auch die Europäische Zentralbank einen Strafzins von 0,2 Prozent, wenn Finanzinstitute ihr Geld bei der Notenbank parken.

Eigentlich wollte die EZB mit ihrem Strafzins erreichen, dass Banken mehr Kredite vergeben. Obwohl sich die Geldhäuser so billig wie nie Geld leihen können, geben sie es nicht an die Unternehmen weiter, um die Wirtschaft anzukurbeln. Sie horten das Geld lieber, um ihre Bilanzen aufzubessern.

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Mit dem Strafzins sollen Banken nun zur Vergabe von Krediten gezwungen werden. Was aber, wenn die Geldhäuser zukünftig ihre Kosten an Unternehmen und Sparer weiterreichen? Dann würde es sich tatsächlich eher lohnen, das Geld unter dem Kopfkissen aufzubewahren. Mittlerweile ist eine fast absurde Situation eingetreten: Die Banken leihen sich Kapital direkt von der Europäischen Zentralbank - nur um es dann dort wieder sicher zu parken.

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