Kfz-Versicherung: Die Schaden-Kosten-Sieger 2024

Quelle: DALL-E

Nach der Dialog als zweitteuerstem Anbieter folgt mit der Helvetia Direktion für Deutschland der preislich noch weiter oben positionierte Sonderfall. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 96,09 Prozent erreicht die Gesellschaft 2024 Rang vier und gehört damit ebenfalls zur kleinen Gruppe der Anbieter, die den Sprung unter die Kostendeckungsgrenze geschafft haben.

Der Blick auf den Mehrjahresverlauf relativiert diesen Befund jedoch deutlich. Im Zeitraum von 2019 bis 2024 lag die Helvetia gleich viermal über einhundert Prozent: 2019 mit 103,97 Prozent, 2021 mit 102,99 Prozent, 2022 mit 101,04 Prozent und im ausgeprägten Krisenjahr 2023 mit 108,34 Prozent. Dass der Sechsjahresschnitt dennoch knapp unter der Schwelle liegt (99,45 Prozent), ist maßgeblich dem pandemiegeprägten Ausnahmejahr 2020 geschuldet, als die Quote bei 84,26 Prozent lag. Die starke Quote von 2024 wirkt damit weniger als Ausdruck einer durchgängig stabilen Entwicklung, sondern eher als punktuelle Entlastung nach mehreren Belastungsjahren.

Ergebnis: Kleine Gewinne, hohe Volatilität

Das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung beläuft sich 2024 auf 1,25 Millionen Euro. Trotz der geringen absoluten Höhe reicht dieser Wert branchenweit noch für Rang neun. Der Mehrjahresvergleich zeigt jedoch eine ausgeprägte Ergebnisvolatilität: In drei der sechs betrachteten Jahre arbeitete die Helvetia mit Verlusten, zuletzt 2023 mit minus 11,21 Millionen Euro. Entsprechend fällt der Durchschnitt 2019 bis 2024 mit 0,62 Millionen Euro nur knapp positiv aus.

Preisstrategie im oberen Segment

Auffällig ist vor allem die konsequente Positionierung im obersten Preissegment des Marktes. Die durchschnittliche Prämie je Vertrag lag bereits 2019 bei 442,84 Euro und stieg bis 2023 auf 515,29 Euro an. 2024 folgte zwar eine leichte Korrektur auf 503,76 Euro, dennoch bleibt die Helvetia der teuerste Kfz-Anbieter im Markt – noch vor der Dialog. Die Kostendeckung wird hier somit nicht über Volumen oder besonders niedrige Schadenquoten erreicht, sondern über ein klar hochpreisiges Tarifniveau.

Kleine Marktgröße, klare Positionierung

Mit 210 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 0,62 Prozent und Rang zweiunddreißig von fünfzig nach Prämienvolumen gehört die Helvetia Direktion für Deutschland zum unteren Mittelfeld des Kfz-Marktes. Die Platzierung unter den Schaden-Kosten-Siegern des Jahres 2024 ist vor diesem Hintergrund weniger als Ausdruck nachhaltiger Marktstärke zu verstehen, sondern als preisgetragene Entlastung nach mehreren belasteten Jahren, die erst im aktuellen Berichtsjahr wieder zu einer Quote unter einhundert Prozent geführt hat.