Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 97,30 Prozent erreicht die Dialog Versicherung 2024 Rang fünf und verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um fast dreizehn Prozentpunkte. Noch 2023 lag die Quote bei 110,25 Prozent, was die Gesellschaft lediglich auf Rang vierundzwanzig geführt hatte. Der Sprung in die Spitzengruppe markiert damit eine der deutlichsten Verbesserungen innerhalb des Marktes – allerdings ausgehend von einer strukturell anspruchsvollen Ausgangslage.
Denn im Zeitraum von 2019 bis 2024 überschritt die Dialog die Marke von einhundert Prozent gleich dreimal: 2019 mit 100,88 Prozent, 2022 mit 109,22 Prozent und 2023 mit 110,25 Prozent. Der Sechsjahresschnitt liegt mit 100,94 Prozent damit oberhalb der technischen Kostendeckungsgrenze, was bedeutet, dass die Beitragseinnahmen über den Gesamtzeitraum betrachtet nicht ausreichten, um Schaden- und Kostenaufwendungen vollständig zu decken. Vor diesem Hintergrund ist die deutlich verbesserte Quote des Jahres 2024 vor allem als Entlastung nach mehreren Belastungsjahren zu bewerten – nicht jedoch bereits als belastbarer Beleg für eine dauerhaft auskömmliche Ertragslage.
Ergebnis weiterhin unter Druck
Das zeigt sich auch beim versicherungstechnischen Ergebnis. Trotz der guten Schaden-Kosten-Quote weist die Dialog 2024 vor Veränderung der Schwankungsrückstellung einen Verlust von minus 3,28 Millionen Euro aus. Bereits im Vorjahr lag das Minus bei 12,65 Millionen Euro. Insgesamt verbuchte die Gesellschaft in vier der sechs betrachteten Jahre negative Ergebnisse. Der Durchschnitt von minus 3,98 Millionen Euro im Zeitraum 2019 bis 2024 unterstreicht, dass die Ergebnislage bislang nicht mit der verbesserten Quote Schritt hält.
Hohes Prämienniveau als Spiegel des Geschäftsmodells
Auffällig ist die Entwicklung der Durchschnittsprämien je Vertrag. Diese stiegen von 296,74 Euro im Jahr 2019 auf 416,05 Euro im Jahr 2024 – ein Zuwachs von rund vierzig Prozent innerhalb von fünf Jahren. Allein gegenüber 2023 entspricht das einem Plus von etwa fünfzehn Prozent. Damit ist die Dialog der zweitteuerste Kfz-Versicherer im Markt.
Diese Preispositionierung ist kein Zufall, sondern Ausdruck des Vertriebs- und Geschäftsmodells. Als klassischer Maklerversicherer erfolgt der Kfz-Abschluss bei der Dialog überwiegend über Vermittler. Das spricht für einen höheren Anteil an Spezial- und Individualrisiken sowie für stärker maßgeschneiderte Produkte, die sich deutlich vom standardisierten Massengeschäft zum Beispiel der Direktmodelle abgrenzen.
Klein, spezialisiert – und konzernintern kontrastierend
Mit gebuchten Bruttoprämien von 123 Millionen Euro, einem Marktanteil von 0,36 Prozent und Rang einundvierzig nach Rechtsform zählt die Dialog zu den kleinen Kfz-Anbietern im Branchenmonitor und ist zugleich die kleinste Kfz-Tochter des Generali-Konzerns.
Gerade im Konzernvergleich wird die Besonderheit deutlich: Während andere Generali-Gesellschaften – etwa im Direkt- oder Ausschließlichkeitsvertrieb – durch Volumen oder stabile Quoten auffallen, steht die Dialog für ein spezialisiertes, margenintensives, aber auch volatileres Maklergeschäft. Die starke Quote 2024 zeigt, dass Entlastung möglich ist. Ob daraus eine dauerhaft auskömmliche Entwicklung entsteht, hängt jedoch weniger von kurzfristigen Effekten als von der strukturellen Beherrschung dieses anspruchsvollen Segments ab.