Kfz-Versicherung: Die Schaden-Kosten-Sieger 2024

Quelle: DALL-E

Die VHV Allgemeine Versicherung markiert innerhalb der Kfz-Sieger einen klaren Gegenpol zu den zuvor betrachteten Spezial- und Mittelanbietern: groß, volumenstark und mit entsprechend hoher Ergebnisvolatilität. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 98,20 Prozent erreicht die VHV 2024 Rang acht und gehört damit ebenfalls zu den elf Gesellschaften unter der Einhundert-Prozent-Marke. Im Zeitraum 2019 bis 2024 überschritt sie diese Schwelle nur im Krisenjahr 2023 mit 106,76 Prozent. Abseits dieses Ausreißers bewegten sich die Quoten zwischen 88,25 Prozent (2020) und 99,54 Prozent (2022). Der Sechsjahresschnitt von 95,62 Prozent fällt damit günstig aus – trotz der Belastungsspitze 2023.

Ergebnisentwicklung mit starken Ausschlägen

Das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung belief sich 2024 auf 15,80 Millionen Euro. Dieser Wert wirkt auf den ersten Blick moderat, entspricht jedoch dem fünftbesten Ergebnis der Branche – ein Hinweis darauf, wie tief viele Anbieter weiterhin in der Verlustzone arbeiten. Der Mehrjahresvergleich zeigt zugleich eine ausgeprägte Volatilität: Nach einem sehr starken Jahr 2021 mit 197,36 Millionen Euro folgten ein leicht negatives Ergebnis 2022 (minus 5,12 Millionen Euro) und ein massiver Verlust im Krisenjahr 2023 von minus 110,63 Millionen Euro. Trotz dieser Ausschläge bleibt der Durchschnitt über die Jahre 2019 bis 2024 mit 61,65 Millionen Euro klar positiv – und stellt den zweithöchsten Ergebnisschnitt im Markt hinter der Allianz dar. Die VHV gehört damit – über den Zyklus betrachtet – zu den ergebnisstärksten Kfz-Anbietern.

Preisstrategie mit sichtbarer Kurskorrektur

Auffällig ist die Entwicklung der Durchschnittsprämien. Zwischen 2019 (248,41 Euro) und 2022 (241,60 Euro) verbilligten sich die Tarife um rund 2,7 Prozent – ein Rückgang, der im Rückblick zur erhöhten Anfälligkeit im Krisenjahr 2023 beitrug. Erst danach setzte eine deutliche Gegenbewegung ein: 2023 stieg die Durchschnittsprämie auf 251,80 Euro (plus 4,2 Prozent), 2024 folgte ein nochmals kräftiger Sprung auf 280,63 Euro, was einem Anstieg von 11,4 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Insgesamt verteuerten sich die Prämien damit von 2022 bis 2024 um rund 16,2 Prozent. Mit Rang zweiundzwanzig bei den Durchschnittsprämien bewegt sich die VHV im mittleren Preissegment des Kfz-Marktes.

Marktstellung: drittgrößte Einzelgesellschaft

Mit 1,72 Milliarden Euro gebuchten Bruttoprämien im Jahr 2024 erreicht die VHV einen Marktanteil von 5,05 Prozent und belegt Rang drei bei getrennter Betrachtung der Kfz-Gesellschaften nach Rechtsform. Sie ist damit die drittgrößte Kfz-Einzelgesellschaft im Markt. Diese Größenordnung verschafft Skalenvorteile, erhöht zugleich aber die Sensitivität gegenüber Schadeninflation und Tarifpolitik. Die VHV steht innerhalb der Kfz-Sieger für einen großen Anbieter, der merklich gegengesteuert hat. Allerdings zeigen die Werte für 2024 auch, dass die alte Stärke noch nicht zurückgewonnen werden konnte.