Kfz-Versicherung: Die Schaden-Kosten-Sieger 2024

Quelle: DALL-E

Mit der AXA Easy steht eine weitere Konzerntochter der AXA an der Spitze des Rankings – und sichert sich 2024 sogar die Goldmedaille. Die Schaden-Kosten-Quote von 84,61 Prozent ist der beste Wert aller fünfzig untersuchten Anbieter. Wie bei mehreren Gesellschaften ist auch hier eine deutliche Korrektur gegenüber dem Vorjahr zu beobachten: 2023 lag die Quote noch bei 104,45 Prozent (damals immerhin die sechstbeste der Branche). Der Sechsjahresschnitt von 91,81 Prozent (2019 bis 2024) zeigt jedoch, dass niedrige Quoten bei der AXA Easy kein Ausnahmeereignis sind.

Sonderfall Ergebnis: vollständiger Risikotransfer

Auffällig – und methodisch zwingend zu erläutern – ist das versicherungstechnische Ergebnis der AXA Easy. Die Gesellschaft weist durchgängig null Euro aus – sowohl vor als auch nach Veränderung der Schwankungsrückstellung, und zwar über den gesamten Zeitraum 2019 bis 2024. Das ist kein Ausdruck fehlender Wirtschaftlichkeit, sondern die konsequente Folge des Geschäftsmodells: Die AXA Easy hat ihr Kfz-Risiko zu 100 Prozent rückversichert und trägt damit kein eigenes versicherungstechnisches Risiko.

Die wirtschaftlichen Effekte des Kfz-Geschäfts werden daher vollständig außerhalb des versicherungstechnischen Ergebnisses abgebildet, nämlich im Ergebnis aus passiver Rückversicherung. Für 2024 ergibt sich dort bei der AXA Easy ein Verlust von minus 10,04 Millionen Euro im Zweig Kraftfahrt. Dieser Betrag ist kein versicherungstechnisches Ergebnis, sondern ein separater Rückversicherungsposten und nicht Bestandteil der hier verglichenen Ergebniskennzahl.

Zum Vergleich: Auch die AXA Versicherung AG arbeitet im Kfz-Geschäft mit einem hohen Risikotransfer, allerdings nicht vollständig. Die Rückversicherungsquote liegt hier bei 61,25 Prozent – der dritthöchste Wert im gesamten Markt. Entsprechend weist die AXA Versicherung AG weiterhin versicherungstechnische Ergebnisse auf Gesellschaftsebene aus, während zusätzlich 2024 ein Ergebnis aus passiver Rückversicherung von minus 61,51 Millionen Euro anfällt.

Der Unterschied ist damit grundlegend: Während die AXA Versicherung AG Risiko teilweise auslagert, ist die AXA Easy ein reiner Durchleitungsversicherer. Die Schaden-Kosten-Quote von 84,61 Prozent misst bei der AXA Easy folglich ausschließlich die operative Effizienz vor Risikotransfer. Sie ist methodisch korrekt, aber nur eingeschränkt mit den Quoten risikotragender Kfz-Versicherer vergleichbar.

Kleine Größe, klare Einordnung

Mit 68 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 0,20 Prozent und Rang siebenundvierzig von fünfzig zählt die AXA Easy zu den kleinsten Kfz-Anbietern im Markt. Ihre Spitzenposition bei der Schaden-Kosten-Quote ist daher kein Beleg für Ertragsstärke auf Gesellschaftsebene, sondern das Ergebnis eines konsequenten Risikotransfers bei zugleich sehr effizienter operativer Steuerung. Als methodischer Sonderfall bleibt die AXA Easy damit zwar Teil der Bestenliste – ist jedoch nur eingeschränkt mit klassisch risikotragenden Kfz-Versicherern vergleichbar.

Hintergrund

Die in diesem Artikel ausgewerteten Kennzahlen stammen aus dem Branchenmonitor Kfz-Versicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Studie analysiert die fünfzig größten Kfz-Versicherer Deutschlands und deckt damit rund neunzig Prozent des gesamten Kfz-Prämienvolumens ab. Der vollständige Branchenmonitor ist – wie in jedem Jahr – kostenpflichtig über die Webseite der Leipziger Analysten erhältlich.