Ausblick Neu 2012 | 27.12.11 2012: Was wird aus der Pflegereform?
Während Philip Rösler mittlerweile Wirtschaftsminister ist und Daniel Bahr (ebenfalls FDP) sein Amt als Gesundheitsminister übernommen hat, bleiben die Probleme die Gleichen. Der demographische Wandel macht auch vor der Pflegeversicherung keinen Halt. So wird es in den kommenden Jahren deutlich mehr Pflegebedürftige geben. Folgend daraus ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Pflegepersonal und Mitteln zur Finanzierung. Bei eher weniger werdenden Einnahmen und steigenden Ausgaben bleibt auch für 2012 noch eine Menge Arbeit für die Bundesregierung zu tun. Für das kommende Jahr werden die Pflegesätze erhöht (siehe Tabelle). Damit gibt es ab 01.01.2012 mehr Geld für die häusliche Pflege durch Angehörige, die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst sowie die Versorgung im Alten- oder Pflegeheim. Die Erhöhungen liegen dabei zwischen 10 und 60 Euro im Monat.
Pflegereform in der WarteschleifeMit der Pflegereform 2012, die Anfang des kommenden Jahres verabschiedet werden soll, hat die Bundesregierung einen weiteren Schritt zur Reform der Pflegevorsorge geplant. So sollen ab 2013 die Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung von derzeit 1,95 Prozent auf dann 2,05 Prozent angehoben werden. Mit den geschätzten Mehreinnahmen in Höhe von ca. einer Milliarde Euro will die Bundesregierung die Betreuung Demenzkranker unterstützen. Im zweiten Schritt soll eine kapitalgedeckte Pflegeversicherung, mit staatlicher Förderung, ala Riesterrente installiert werden. Zuerst hatte man dabei über eine eigenständige private Pflegeversicherung diskutiert. Der Begriff der Bahr-Rente machte schon die Runde. Von diesem Plan ist man mittlerweile etwas abgerückt und möchte die private Pflegeversicherung nun in die Riesterrente integrieren (der Versicherungsbote berichtete: Bahr und Riester sollen Zweckehe eingehen). So könnten vorhandene Strukturen genutzt und enorme Bürokratie- und Verwaltungskosten gespart werden. Das Finanzministerium zeigte aber bisher wenig Begeisterung für das neue Pflegemodell. Es wird also weitere Diskussionen geben, bevor ein entsprechender Gesetzentwurf verabschiedet werden kann. Zwar gibt es deutschlandweit ca. 16 Millionen Riesterverträge. Doch diese sind vor allem seitens des Vertriebes sehr umstritten, so dass die Kritik an Riester auch auf eine mögliche Integration des Pflegeschutzes in die Riester-Verträge zurückfallen könnte:
Wie eine an die Riesterrente angepasste oder integrierte Pflegeversicherung aussehen kann, steht derzeit noch in den Sternen. Die Idee, den zusätzlichen Pflegeschutz an die Riesterverträge zu koppeln, wird für viel Widerspruch sorgen.
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