Ratgeber
Krankenkasse | 18.08.11
 

Gesund bleiben bringt bare Münze

Wer gesund bleibt dem versprechen die gesetzlichen Krankenkassen bis zu einem Monatsbeitrag inklusive Arbeitgeberanteil an Prämie zu zahlen. Vorraussetzung dafür ist, dass der gesetzlich Versicherte ein Jahr lang keine Leistung von der Krankenkasse in Anspruch nimmt.

In einem aktuellen Test der Zeitschrift Finanztest wurden dazu insgesamt 93 Krankenkassen mit Ihren Tarifen unter die Lupe genommen. Diese Optionen sind in einigen der Wahltarife der Krankenkassen enthalten. Von den getesteten Krankenkassen bieten aber nur 7 solch einen Tarif an. Dafür müssten die Versicherten aber keinerlei Risiko eingehen. Wer doch behandelt werden muss, der verliert nur den Bonus, muss aber keine weiteren Kosten fürchten. Ausgenommen davon sind Vorsorge und Schutzimpfungen. Diese können jederzeit in Anspruch genommen werden.

Tarife mit Beitragsrückerstattung lohnen sich laut Finanztest vor allem für gesunde Versicherte, bei denen keine Erwachsenen mitversichert sind. Denn jeder Arztbesuch des Partners führt unweigerlich zum Verlust der Prämie. Kinder, die mitversichert sind, können dagegen alle Leistungen der Kassen jederzeit beanspruchen, ohne dass es zum Bonusverlust führt. Dieses System haben die Krankenkassen aus dem Bereich der privaten Krankenversicherung übernommen. Hier wird diese Praxis bereits seit Jahren erfolgreich betrieben. Das Ganze könnte am Ende sogar noch einen positiven Aspekt für die deutsche Wirtschaft haben. Angetrieben von der Motivation einen jährlichen Bonus zu erhalten, wird es sich der eine oder andere Arbeitnehmer ernsthaft überlegen, ob er wegen einem Schnupfen zum Arzt geht oder nicht.


Quelle: Stiftung Warentest
 
 

Kommentare (4)Kommentar schreiben
 
Gesunde bringen es.... 
So einen Schwachsinn habe ich lange nicht gelesen.
Es kann für die GKV niemals ökonomisch sein, gerade wenn Familien mit Kindern- die ja schließlich beitragsfrei versichert sind- solch einen Tarif nutzen.
Letztlich handelt es sich bei einer solche Maßnahme nur um eine getroffene Marketingmaßnahme, um Marktanteile zu halten bzw. diese zu mehren.
Den Preis für solche Entscheidungen tragen zum Schluss wieder alle Versicherten gemeinsam.
geschrieben von Frauke Semmelweiß am 18.08.2011 14:27
 
Warum nicht 
Liebe Frau Semmelweiß, als Schwachsinn würde ich das ja nun nicht einstufen. Es ist ja immerhin mal der Versuch, die Versicherten zu motivieren nicht unnötig oft zum Arzt zu gehen. Momentan hat man ja eher die Mentalität, dass die Praxisgebühr ja wieder reinkommen muss und quartalsweise für sämtliche Fachärzte Blanko-Überweisungscheine ausgestellt werden.
Eine reine Marketingmaßnahme kann es nicht sein und seit dem Gesundheitsfonds muss sich jede gesetzliche Krankenkasse gut überlegen, ob sich solche Dinge rechnen.
geschrieben von Frank Walter am 19.08.2011 17:25
 
Gesund bleiben bringt bare Münze 
Lieber Herr Walter,
so naiv kann man doch garnicht mehr sein!
14 Tage krank geschrieben, bei herrlichem Sonnenschein am Stausee liegen und dafür 90% vom Nettolohn kassieren, wiegt so eine minimale Beitragsrückerstattung der GKV wohl kaum auf. Leute, die sich krank schreiben lassen und keinen Gedanken darüber verschwenden, wie es im Betrieb weiter geht lockt so ein Angebot der GKV alleine nicht. Da müssten noch mehrere Anreize gesetzt werden, um eine Umdenken zu bewirken. Ich sehe hier die Arbeitgeber selbst mehr in der Pflicht. Über Prämiensysteme könnten zusätzliche Motivationen geschaffen werden, die zusätzlich zu den Rückerstattungen der GKV in die richtige Richtung motivieren.
Über den Sinn oder Unsinn des Gesundheitsfonds will ich hier nicht weiter depattieren. Unsere Politiker verbrennen im System der GKV Millionen Euro für die Verwaltung in unnötigen Institutionen wie kassenärztliche Vereinigungen und Gesundheitsfonds. Schauen Sie sich mal den Weg des Geldes/Beitrages der Mitglieder der GKV an, bis es dort ankommt, wo es sinnvoll ist, beim behandelnden Arzt. Das ist eine Frechheit und Schande wie mit Pflichtbeiträgen, gegen die sich keiner wehren kann, umgegangen wird.
geschrieben von Dietmar Reif am 23.08.2011 10:39
 
Gesund bleiben... 
Ach Herr Walter,

Unwissenheit schützt nicht ....
Nach Buch 5 SGB §266 gibt es einen Strukturausgleich- schon mal gehört?
Abgerechnet wird pro Kopf- je mehr je besser- Marktanteile....
Ich gebe Ihnen umfänglich recht, dass die Mentalität der Patienten auch nicht kostenmindernd ist. Aber das steht auf einem anderen Blatt und hat nichts mit der Kopfhascherei der gesetzlichen Kassen zu tun.
Es geht doch darum, dass versteckte Kosten entstehen für fragwürdige Werbeaktionen, ich sehe dies nicht als Auftrag der gesetzlichen Kassen an.
Das verschafft den vielen Kassen doch nur noch ein paar Jahre Zeit, in denen sie freien Wettbewerb suggerieren, der de facto ja nicht stattfinden kann- durch die straffen gesetzlichen Regelungen.
Gestatten Sie mir, das sind „Perlen vor die Säue“- und es ist mir unbegreiflich, warum die Gesellschaft quasi handlungsunfähig ist. Denn unsere Demokratie müsste uns eigentlich einen Systemwechsel (Krankenkassen-ha-ha-ha-ha) erlauben.
Aber vielleicht wissen Sie ja Rat, bis zum nächsten Schlagabtausch!
geschrieben von Frauke Semmelweiß am 25.08.2011 13:57
 
 
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