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24.08.2015

App-CheckVersicherungs-Apps im Test - Das Wertlos gezogen

Versicherungsbote testet Versicherungs-AppsMariusMB/Pixabay

Die vielfach als zukunftsträchtige Fintech-Tools annoncierten Versicherungs-Apps zeigen sich für Nutzer als versicherungs-altsprachliche Adressensammler, die große Internetseiten einfach in kleine Smartphones pressen. Statt so oft geforderter Mehrwerte für Kunden scheitern viel Apps bereits an etwas sehr Einfachem. An Wert. Der Versicherungsbote war auf Customer Journey, wie Marketing-Unmenschen die Anwender-Reise durch die neue Fintech-Welt der Apps gern umständlich verständlich beschreiben. Laien würden wohl verzweifeln.

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Merke: Je kleiner die Schrift, desto mehr Text passt auf Smartphone-Bildschirme. Dies scheint wichtig, weil viele App-Betreiber gemessen an ihren Textlängen offenbar viele Informationen zu transportieren haben. So dass hinsichtlich Versicherungs-Apps eine erste Customer-Experience, pardon Erfahrung für den Leser geschildert werden kann. Gehen wir mitten hinein in diese Experience, über die sich offenbar kaum ein Experience-Experte oder gar Texter Gedanken machen durfte.



Alte Sprache im neuen Optikgewand 


Neudeutsch nennt sich Nutzerfreundlichkeit ja Useabilty. Manche Apps sind wirklich nutzerfreundlich. Große Bilder und intuitive Bedienung eingeschlossen, wenn auch eher selten. Dazu später mehr und in eingängigen Bildern. Bei der Sprache hingegen hapert es bei den Apps gewaltig. Statt einen Zusammenhang zum Gesamtbedarf, Wirkung und Nutzen einer Berufsunfähigkeits-Versicherung (BU) in aller Kürze zu beschreiben, erwartet junge Kunden, die bevorzugte Zielgruppe von Apps, versicherungsfachliche Altsprache.


Ap(p)ologize! 


Entschuldigung! Mobilversichert.de, ein Neuling in der App-Szene, erklärt(?) sodann BU für junge Laute altsprachlich auch mit einem Unfähigkeitversicherungsbandwurmbegriff und in bester auch als „Kanzlei-Stil“ bezeichneter (Rechtsanwalts-)Sprache älterer Versicherungsjuristen.

Anschnallen: „Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist fast immer die beste Lösung zur finanziellen Absicherung der Arbeitskraft, da im Leistungsfall ... Leistungsprüfung ... mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ...“ (den Volltext lesen Sie im Screenshot).

Auch die Erklärung eines dem Profi als Dread-Disease-Versicherung (DD) bekannten Schutzes lässt den Laien-Leser in Dunkeln.

Wann oder wofür man was (BU oder DD) braucht? Der Laie erfährt es nicht. Aber es wird munter definiert, statt Nutzen oder Bedarf mit einer definierten Handlungsempfehlung zu verbinden.


 
Hierzu ein Text-Versuch: 


„Wenn Krankheit BLEIBT, dann sind Sie berufsunfähig und benötigen dann eine ... BU- oder DD-Versicherung“. Zu ergänzen wäre dem potenziellen Kunden, der die App anklickt, eine Berechnung. Fehlanzeige.

Ferner, buchstäblich vom Verständnis des Kunden entfernt, benötigt mobilversichert.de für die wohl am einfachsten zu erklärende Privathaftpflicht-Versicherung ausgerechnet den längsten Text:

Ein besserer Text zur Privathaftpflicht-Versicherung wäre: „Wenn Sie anderen Leuten ein Schaden verursachen, zahlt die Privathaftpflicht ...“. Ansonsten bietet mobilversichert.de „handverlesene Versicherungen. Jederzeit schnell gebucht“. Wie ein Urlaub? Das fragt sich der User, pardon potenzielle Kunde. „Ja“, könnte man sagen. Und: „Warum nicht?“

Hosen runter?


Sodann führt die App recht schnell zu einer Seite, auf der Neuversicherungen abgeschlossen werden können. Klicks auf die Symbole, pardon Icons, führen zu der Aufforderung: Anmelden oder einloggen. Man muss also erst Kunde werden, um die Katze im Sack kaufen zu können, oder? Oder nicht.














Viele potenzielle Kunden werden an dieser Stelle mit den Fingern abstimmen und die App wegwischen, statt „die Hosen runter zu lassen“. Mit ihren Daten gehen auch jüngere Kunden zunehmend, sagen wir sparsamer um.

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Forstsetzung folgt...in einer kleinen Serie werden wir Versicherungs-Apps genau unter die Lupe nehmen.

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