Rechtsschutzversicherung: Die größten Bestandsverluste

Quelle: DALL-E

Die DEVK Rechtsschutz verzeichnet 2024 einen moderaten Bestandsrückgang. Die Zahl der Verträge sinkt von 1.031.799 auf 1.019.798 Policen, was einem Minus von 12.001 Verträgen beziehungsweise rund 1,2 Prozent entspricht. Damit bleibt der Versicherer mit Rang 10 nach Vertragsbestand weiterhin im oberen Mittelfeld der Branche positioniert.

Im längerfristigen Vergleich relativiert sich diese Entwicklung deutlich. Gegenüber 2019 mit 1.000.173 Verträgen ergibt sich trotz des aktuellen Rückgangs ein Plus von 19.625 Policen beziehungsweise rund 2,0 Prozent. Der Bestandsverlust 2024 wirkt damit eher wie eine kurzfristige Korrektur innerhalb eines insgesamt stabilen Verlaufs.

Prämienwachstum: deutlicher Ausbau trotz rückläufigem Bestand

Parallel dazu zeigt sich auf der Prämienseite eine dynamische Entwicklung. Die verdienten Bruttoprämien steigen von 203,86 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 217,17 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von 13,31 Millionen Euro beziehungsweise 6,5 Prozent. Gegenüber 2019 (174,35 Millionen Euro) ergibt sich sogar ein Anstieg um 42,82 Millionen Euro beziehungsweise rund 24,6 Prozent. Der Rückgang im Bestand und das gleichzeitig kräftige Prämienwachstum folgen damit klar der übergeordneten Marktlogik: Die wirtschaftliche Entwicklung wird zunehmend über höhere Beiträge je Vertrag getragen.

Preisprofil und Einordnung: Marktmitte bei hoher Schadenbelastung

Dieses Muster spiegelt sich auch im Preisprofil wider. Die Durchschnittsprämie je Vertrag steigt von 174,50 Euro im Jahr 2019 über 197,57 Euro im Jahr 2023 auf 212,95 Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Anstieg um 38,45 Euro beziehungsweise rund 22,0 Prozent seit 2019. Damit liegt die DEVK nahezu exakt im Marktmittelfeld: 11 Anbieter sind teurer, 13 günstiger.

Auffällig ist jedoch die Schadenbelastung. Mit Schadenaufwendungen von 149,86 Euro je Vertrag weist die DEVK den fünfthöchsten Wert im Markt auf. Das deutet auf ein vergleichsweise leistungsintensives Portfolio hin, das trotz mittlerer Preise überdurchschnittliche Kosten verursacht. Vor diesem Hintergrund lässt sich der Bestandsrückgang konsistent einordnen. Die DEVK bewegt sich preislich im Marktmittel, trägt aber eine hohe Schadenlast je Vertrag und steigert gleichzeitig ihre Prämien deutlich. Der Rückgang der Vertragszahlen erscheint damit weniger als strukturelles Problem, sondern eher als Folge einer Anpassung zwischen Preis, Leistung und Bestand.