Die ADVOCARD Rechtsschutz – als Tochter der Generali einer der bekanntesten Spezialversicherer der Sparte und oft als „Anwalts Liebling“ positioniert – verzeichnet 2024 einen moderaten Bestandsrückgang. Die Zahl der Verträge sinkt von 1.402.025 auf 1.394.371 Policen, was einem Minus von 7.654 Verträgen beziehungsweise rund 0,5 Prozent entspricht. Damit bleibt ADVOCARD dennoch ein Schwergewicht der Branche und belegt weiterhin Rang 8 nach Bestandsgröße.
Im längerfristigen Vergleich setzt sich damit ein leichter Abwärtstrend fort. Gegenüber 2019 mit 1.416.849 Verträgen ergibt sich ein Rückgang um 22.478 Policen beziehungsweise rund 1,6 Prozent. Die Bewegung bleibt damit insgesamt moderat, zeigt aber eine gewisse strukturelle Stagnation auf hohem Niveau.
Prämienwachstum: starke Entwicklung trotz rückläufigem Bestand
Parallel dazu entwickelt sich die wirtschaftliche Seite deutlich dynamischer. Die verdienten Bruttoprämien steigen von 292,79 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 304,95 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von 12,16 Millionen Euro beziehungsweise 4,2 Prozent. Gegenüber 2019 (267,98 Millionen Euro) ergibt sich sogar ein Anstieg um rund 13,8 Prozent.
Der Rückgang im Bestand und das steigende Prämienvolumen folgen damit auch hier derselben Logik wie in der gesamten Sparte: Wachstum erfolgt nicht über zusätzliche Verträge, sondern über höhere Beiträge je Police.
Preisprofil und Einordnung: oberes Mittelfeld mit stabiler Marktstellung
Dieses Muster spiegelt sich im Preisprofil wider. Die Durchschnittsprämie je Vertrag steigt von 188,75 Euro im Jahr 2019 über 208,51 Euro im Jahr 2023 auf 219,42 Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Anstieg um 30,67 Euro beziehungsweise rund 16,3 Prozent seit 2019. Damit liegt ADVOCARD oberhalb des Branchenschnitts von 204,76 Euro und im oberen Mittelfeld des Marktes (Rang 9). Die Schadenaufwendungen je Vertrag liegen mit 125,37 Euro im Mittelfeld und deuten auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Preisniveau und Leistungsumfang hin.
Vor diesem Hintergrund ist der Bestandsrückgang klar einzuordnen. ADVOCARD verliert leicht an Verträgen, behauptet aber ihre wirtschaftlich starke Position und baut ihr Prämienvolumen weiter aus. Die Entwicklung spricht für ein stabiles Geschäftsmodell, das weniger auf Wachstum in der Breite als auf kontinuierliche Wertsteigerung im Bestand ausgerichtet ist.