Rechtsschutzversicherung: Die größten Bestandsverluste

Quelle: DALL-E

Die Neue Rechtsschutz verzeichnet 2024 einen spürbaren Bestandsrückgang. Die Zahl der Verträge sinkt von 392.704 auf 384.362 Policen, was einem Minus von 8.342 Verträgen beziehungsweise rund 2,1 Prozent entspricht. Damit liegt die Gesellschaft auf Rang 18 nach Vertragsbestand und damit im unteren Mittelfeld der Branche.

Der Rückgang ist dabei kein kurzfristiger Ausreißer. Gegenüber 2019 mit 402.580 Verträgen ergibt sich ein Minus von 18.218 Policen beziehungsweise rund 4,5 Prozent. Der Bestand entwickelt sich somit über mehrere Jahre hinweg rückläufig.

Prämienwachstum: stabile Entwicklung trotz sinkender Vertragszahlen

Parallel dazu zeigt sich auf der Prämienseite ein stabiler Aufwärtstrend. Die verdienten Bruttoprämien steigen von 91,28 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 94,62 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von 3,34 Millionen Euro beziehungsweise 3,7 Prozent. Gegenüber 2019 (85,32 Millionen Euro) ergibt sich ein Anstieg um rund 10,9 Prozent. Auch hier folgt die Entwicklung der bekannten Marktlogik: Die wirtschaftliche Leistung wächst über steigende Beiträge je Vertrag, während die Zahl der Policen zurückgeht.

Preisprofil und Einordnung: Hochpreissegment im Maklermodell

Dieses Muster zeigt sich besonders deutlich im Preisprofil. Die Durchschnittsprämie je Vertrag steigt von 211,63 Euro im Jahr 2019 über 232,76 Euro im Jahr 2023 auf 247,23 Euro im Jahr 2024. Insgesamt ergibt sich damit ein Anstieg um 35,60 Euro beziehungsweise rund 16,8 Prozent. Die Neue Rechtsschutz gehört damit zu den teuersten Anbietern im Markt (Rang 4) und liegt klar über dem Branchenschnitt von 204,76 Euro. Die Schadenaufwendungen je Vertrag liegen mit 135,25 Euro ebenfalls auf einem erhöhten Niveau, was auf ein leistungsintensiveres Produktportfolio hindeutet.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch das Geschäftsmodell. Die Neue Rechtsschutz verzichtet bewusst auf einen eigenen Außendienst und setzt stattdessen stark auf den Vertrieb über Makler und Partner. Dieses Modell reduziert Vertriebskosten, führt aber zugleich zu einer selektiveren Marktbearbeitung und geringerer Breitenpräsenz als bei stark standardisierten Direkt- oder Massenanbietern. Vor diesem Hintergrund erscheint der Bestandsrückgang konsistent. Die Neue Rechtsschutz ist im oberen Preissegment positioniert und wächst wirtschaftlich über höhere Beiträge je Vertrag, während die Vertragszahlen über mehrere Jahre hinweg rückläufig sind. Das spricht für ein stärker fokussiertes, beratungsgetriebenes Geschäft, bei dem nicht die Masse, sondern die Qualität und der Wert der einzelnen Verträge im Vordergrund stehen.