Mit addierten gebuchten Bruttoprämien von 6,62 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 7,16 Prozent belegt der HUK-Coburg-Konzern Rang zwei unter den größten Mehrsparten-Kompositversicherern Deutschlands. Die Platzierung ergibt sich aus der gemeinsamen Betrachtung der HUK-Coburg Allgemeine Versicherungs-AG, der HUK-Coburg VVaG sowie der HUK24 AG, die im Branchenmonitor als rechtlich selbstständige Gesellschaften geführt werden, für die Konzern- und Marktanalyse jedoch addiert werden. Alle drei Einheiten eint ein ausgesprochen kraftfahrtlastiges Geschäftsmodell, das sich deutlich vom durchschnittlichen Kompositportfolio abhebt.
HUK-Coburg Allgemeine: Kfz-Schwerpunkt mit starker Ergebniserholung 2024
Mit gebuchten Bruttoprämien von 2,97 Milliarden Euro im Jahr 2024 und einem Marktanteil von 3,21 Prozent belegt die HUK-Coburg Allgemeine Rang acht in der Einzelwertung. Das Prämienvolumen wuchs seit 2019 von 2,35 Milliarden Euro auf 2,97 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von rund 26 Prozent entspricht. Im Jahresvergleich 2024 gegenüber 2023 stiegen die Prämien um etwa 10,8 Prozent.
Die Portfoliostruktur ist klar vom Kraftfahrtgeschäft geprägt. Mit einem Anteil von 84 Prozent liegt Kraftfahrt extrem über dem Branchendurchschnitt. Haftpflicht (4 Prozent), Unfall (2 Prozent), Hausrat (4 Prozent) und Wohngebäude (6 Prozent) spielen demgegenüber nur eine untergeordnete Rolle; der Restanteil liegt bei lediglich 1 Prozent.
Nach dem ausgeprägten Kfz-Krisenjahr 2023 zeigt sich 2024 eine deutliche Gegenbewegung. Die Schaden-Kosten-Quote sinkt von 108,27 Prozent im Vorjahr auf 93,36 Prozent, womit sich die Gesellschaft im Ranking um dreißig Plätze von Rang 45 auf Rang 15 verbessert. Im Zeitraum 2019 bis 2024 überschritt die Quote nur einmal die Marke von einhundert Prozent; der Mehrjahresschnitt liegt bei 95,73 Prozent.
Das versicherungstechnische Ergebnis belief sich 2024 auf 202,31 Millionen Euro und erreicht damit Rang vier im Branchenvergleich. Nach dem hohen Verlust von –146,10 Millionen Euro im Jahr 2023 markiert dies eine der stärksten Ergebniserholungen im Markt. Der Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 beträgt 108,23 Millionen Euro.
HUK-Coburg VVaG: Kfz-dominiert, aber breiter aufgestellt als die Allgemeine
Die HUK-Coburg VVaG erzielte 2024 gebuchte Bruttoprämien von 2,13 Milliarden Euro und einen Marktanteil von 2,31 Prozent, was Rang vierzehn in der Einzelwertung entspricht. Seit 2019 wuchs das Prämienvolumen von 1,78 Milliarden Euro auf 2,13 Milliarden Euro; im Jahresvergleich 2024 gegenüber 2023 ergibt sich ein Plus von rund 10,2 Prozent.
Auch hier dominiert das Kraftfahrtgeschäft mit 71 Prozent der Prämien. Im Vergleich zur HUK-Coburg Allgemeine sind Wohngebäude (14 Prozent) und Hausrat (7 Prozent) stärker vertreten, während Haftpflicht (4 Prozent) und Unfall (3 Prozent) ergänzende Rollen einnehmen. Der Restanteil liegt ebenfalls bei 1 Prozent.
Die Schaden-Kosten-Quote sank 2024 auf 94,30 Prozent (Rang 18). Zuvor lag sie in den Jahren 2022 (100,04 Prozent) und 2023 (103,36 Prozent) über der Kostendeckungsgrenze, so dass mehr Geld für Schäden und weitere Kosten ausgegeben als eingenommen wurde. Der Mehrjahresschnitt 2019 bis 2024 beträgt 95,41 Prozent.
Beim versicherungstechnischen Ergebnis weist die VVaG 2024 einen Gewinn von 108,17 Millionen Euro aus (Rang sieben). Nach dem Verlust von –51,12 Millionen Euro im Jahr 2023 bestätigt dies ebenfalls eine deutliche Erholung. Der Durchschnitt 2019 bis 2024 liegt bei 79,95 Millionen Euro.
HUK24: Reiner Kfz-Direktversicherer mit anhaltender Belastung
Die HUK24 erzielte 2024 gebuchte Bruttoprämien von 1,52 Milliarden Euro und einen Marktanteil von 1,64 Prozent, was Rang achtzehn in der Einzelwertung entspricht. Seit 2019 stieg das Prämienvolumen von 0,93 Milliarden Euro auf 1,52 Milliarden Euro; im Jahresvergleich 2024 gegenüber 2023 entspricht dies einem Zuwachs von rund 20,4 Prozent.
Das Portfolio ist nahezu vollständig auf Kraftfahrt ausgerichtet. Mit einem Anteil von 89 Prozent ist HUK24 der kfz-lastigste Anbieter im HUK-Kollektiv. Unfall (1 Prozent), Haftpflicht (2 Prozent), Hausrat (3 Prozent) und Wohngebäude (3 Prozent) spielen nur marginale Rollen; der Restanteil liegt bei 2 Prozent.
Schaden-Kosten-Quote der HUK24 weiterhin belastet, Mehrjahresschnitt nur rechnerisch auskömmlich
Die Schaden-Kosten-Quote der HUK24 lag 2024 bei 103,79 Prozent (Rang 41) und damit erneut oberhalb der technischen Kostendeckungsgrenze, ab der Schaden- und Kostenaufwendungen die Beitragseinnahmen übersteigen. Seit 2022 weist der Direktversicherer durchgehend Quoten über einhundert Prozent aus; besonders ausgeprägt war die Belastung im Kfz-Krisenjahr 2023 mit 112,11 Prozent.
In der Mehrjahresbetrachtung 2019 bis 2024 ergibt sich mit 97,08 Prozent zwar noch ein rechnerisch auskömmlicher Durchschnitt. Dieser Wert wird jedoch maßgeblich von den Jahren vor 2022 getragen. Die jüngste Entwicklung zeigt, dass das stark kfz-dominierte Geschäftsmodell der HUK24 seit Beginn der Schadeninflation strukturell unter Druck steht und bislang keine nachhaltige Rückkehr unter die Kostendeckungsgrenze erreicht hat.
Das versicherungstechnische Ergebnis fiel 2024 mit –11,21 Millionen Euro erneut negativ aus. Nach dem hohen Verlust von –131,34 Millionen Euro im Jahr 2023 zeigt sich zwar eine deutliche Verbesserung, ein nachhaltiger Turnaround ist jedoch noch nicht erreicht. Der Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 liegt mit 26,31 Millionen Euro jedoch weiterhin im positiven Bereich.
Konzernbild: Hohe Abhängigkeit vom Kfz-Zyklus
In der Gesamtschau verdeutlicht der HUK-Coburg-Konzern, wie stark ein konsequent auf Kraftfahrt fokussiertes Geschäftsmodell von zyklischen Schadenentwicklungen geprägt ist. Während Allgemeine und VVaG 2024 eine ausgeprägte Ergebniserholung verzeichnen, bleibt die HUK24 deutlich belastet. Die Spannweite der Ergebnisse innerhalb des Konzerns ist damit Folge der extremen Gewichtung des Kfz-Geschäfts – mit entsprechend hoher Volatilität in Krisenjahren.