Mit gebuchten Bruttoprämien von 4,80 Milliarden Euro im Jahr 2024 und einem Marktanteil von 5,19 Prozent belegt die AXA Rang fünf unter den größten Mehrsparten-Kompositversicherern Deutschlands. In der Einzelwertung nach Gesellschaft rangiert sie mit diesem Prämienvolumen auf Rang vier. Die AXA gehört damit klar zum oberen Kern der dominierenden Anbieter im deutschen Schaden- und Unfallgeschäft.
Das Prämienwachstum fällt kontinuierlich und stabil aus. Seit 2019 erhöhten sich die gebuchten Bruttoprämien von 4,09 Milliarden Euro auf 4,80 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von rund 17 Prozent innerhalb von fünf Jahren entspricht. Im Jahresvergleich 2024 gegenüber 2023 legten die Prämieneinnahmen um gut 6,1 Prozent zu. Die AXA wächst damit moderat, aber stetig – ohne größere strukturelle Brüche oder Sondereffekte.
Ausgewogenes Portfolio mit überdurchschnittlichen Haftpflicht- und Gebäudeanteilen
Die Bestandszusammensetzung ist insgesamt ausgewogen, weist jedoch in mehreren Teilsparten klare Abweichungen vom Branchendurchschnitt auf. Der Kraftfahrtanteil liegt mit 30 Prozent deutlich unter dem Marktdurchschnitt von rund 40 Prozent und verliert damit seine dominierende Stellung im Portfolio. Demgegenüber sind die Haftpflichtversicherung mit 16 Prozent sowie der Restanteil mit 27 Prozent überdurchschnittlich gewichtet. Die verbundene Wohngebäudeversicherung erreicht 18 Prozent und liegt damit ebenfalls oberhalb des Branchenmittels von 16 Prozent. Unfall (5 Prozent) und Hausrat (4 Prozent) nehmen ergänzende Rollen ein.
Diese Struktur führt zu einer breiteren Risikostreuung als bei stark Kfz-lastigen Anbietern. Gleichzeitig erhöht sie die Ergebnisabhängigkeit von witterungs- und haftungsgetriebenen Schadenverläufen, was sich insbesondere in Jahren mit Extremwetterereignissen oder außergewöhnlichen Schadenentwicklungen bemerkbar machen kann.
Schaden-Kosten-Quote 2024 deutlich verbessert
Nach mehreren belastenden Jahren zeigt sich 2024 eine ausgeprägte Ergebniswende auf der Schaden- und Kostenseite. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 86,87 Prozent erreicht die AXA – gemeinsam mit der Provinzial Versicherung AG – Rang zwei im CR-Vergleich des Top-50-Kollektivs. In den Vorjahren lagen die Werte deutlich höher: 106,52 Prozent im Extremwetterjahr 2021 und 100,44 Prozent im Kfz-Krisenjahr 2023. Der Mehrjahresschnitt 2019 bis 2024 beträgt 94,14 Prozent und wird vor allem durch diese beiden Belastungsjahre nach oben gezogen.
Ergebnis: Vom Schlusslicht zurück an die Spitze
Besonders eindrucksvoll fällt die Entwicklung des versicherungstechnischen Ergebnisses (vor Veränderung der Schwankungsrückstellung) aus. Nach einem Verlust von 186,62 Millionen Euro im Jahr 2023 – dem schlechtesten Ergebnis der gesamten Branche – erzielt die AXA 2024 einen Gewinn von 334,61 Millionen Euro und verbessert sich damit im Ergebnisranking von Rang fünfzig auf Rang zwei.
In der Mehrjahresbetrachtung bestätigt sich die strukturelle Ertragskraft des Geschäftsmodells: Der durchschnittliche Gewinn über den Zeitraum 2019 bis 2024 liegt bei 199,45 Millionen Euro. Der Ausreißer des Jahres 2023 bleibt damit klar als Sondereffekt eines außergewöhnlichen Belastungsjahres erkennbar.