Dortmunder Erklärung Pools | 27.10.11 Mindeststandards für die Zusammenarbeit mit Pools gefordertWährend auf der DKM allerlei Produkte und Vertriebshilfen vorgestellt werden, suchen Rainer Jacobus, Vorstandschef der „Ideal“ und Dietmar Bläsing, Vertriebsvorstand vom „Volkswohl-Bund“ Unterzeichner für ihre „Dortmunder Erklärung“. Ab 2012 wollen die Versicherer nur noch mit solchen Pools und wirtschaftlichen Vereinigungen (PWV) zusammenarbeiten, die gewisse Voraussetzungen erfüllen. Erklärte Absicht der „Dortmunder Erklärung“ ist es, überprüfbare Informationen zu sammeln, die für einen funktionierenden Wettbewerb unerlässlich seien. Das Regelwerk sei freiwillig und solle die Beteiligten „vertrauensvoll“ binden, heißt es in der Präambel.
In dem Papier, das die Initiatoren als Diskussionsgrundlage verstanden wissen wollen, lassen sich jedoch einige handwerkliche Fehler ausmachen.
Im Punkt 4 wird festgelegt, man wolle nur mit Pools und wirtschaftlichen Vereinigungen Geschäfte tätigen, die ihrerseits nur mit registrierten Maklern oder Mehrfachagenten zusammenarbeiten. Die Tatsache, dass Maklerpools überhaupt nicht mit Mehrfachvertretern zusammenarbeiten dürfen, wird außer Acht gelassen. Auch die Einseitigkeit der Erklärung lässt aufmerken. Denn insbesondere im Bereich der gezillmerten, kapitalisierenden Lebensversicherungen fällt es den Anbietern schwer, alle tatsächlichen Kosten vollständig offenzulegen. In der „Dortmunder Erklärung“ findet sich zu Gegenleistungen der Versicherer kein Wort. Reaktionen auf PoolseiteWährend Blaudirekt eine Stellungnahme veröffentlichte, die sich in weiten Teilen an der „Dortmunder Erklärung“ orientiert, veranlassten Fondsfinanz und Jung, DMS & Cie. AG eine wettbewerbsrechtliche Prüfung des Entwurfs durch die Anwaltskanzlei GSK Stockmann + Kollegen (Memorandum liegt versicherungsbote.de vor).
Im Ergebnis rät die Kanzlei, die „Dortmunder Erklärung“ in ihrer jetzigen Form nicht zu unterzeichnen. Die PWV könnten die Forderung nach Offenlegung der Namen aller Vertragspartner kaum nachkommen, ohne Rechtsbruch zu begehen. Gegenüber dem Versicherungsjournal erklärten die beiden Vorstände, dass heute auf der DKM ein runder Tisch stattfinden soll, zu dem die „wesentlichen Pool-Marktteilnehmer und Maklerversicherer“ eingeladen seien. Michael Fiedler
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