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17.11.2014

Digitaler WandelDigitalisierung: Versicherungsbranche zwischen Fortschritt und Skepsis

Die Versicherungsbranche diskutiert über die Digitalisierung.geralt/pixabay

Versicherungsbranche: Unter dem Motto „Digitalisierung, Potenziale und Handlungsfelder“ diskutierten Anfang November auf Einladung der Vers Leipzig GmbH und iic solutions in Köln Entscheidungsträger der Branche, Experten aus Betriebsorganisation und Konzernentwicklung und Verantwortliche für Kundenschnittstellen über den Digitalisierungstrend. Etablierte Geschäftsfelder könnten sich vor diesem Hintergrund von heute auf morgen verändern, worauf die Branche vorbereitet sein müsse, so der Tenor.

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Versicherer bekommen Konkurrenz von Marktneulingen

Ein Dauerthema war dabei die zunehmend als Gefahr wahrgenommene Entwicklung von neuen, digitalen Akteuren am Markt, die vermehrt in Richtung Assekuranz drängen. „Wir möchten herausfinden, mit welchen Möglichkeiten und Ideen Dritte in den Markt eintreten und vor allem, wie die Versicherungswirtschaft darauf reagieren kann“, sagt Prof. Fred Wagner vom Institut für Versicherungslehre an der Universität Leipzig. Die Branche müsse die Digitalisierung verstehen und lernen, sie für ihre Zwecke richtig einzusetzen.

Trotzdem solle Digitalisierung an sich nicht als das alleinige Heilmittel für alle Wehwehchen der Branche betrachtet werden: „Wichtig ist es, nicht mit den digitalen Möglichkeiten anzufangen, sondern mit den Bedürfnissen, die Menschen haben“, sagt Uwe Munzinger, Geschäftsführer der Sasserath Munzinger Plus GmbH. Jedem Unternehmen müsse zunächst klarsein, wohin man sich als Marke entwickeln möchte, bevor man versuchen müsse, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen. Erst in einem dritten Schritt sei man dann so weit, Technologie einzusetzen, um die Bedürfnisse der Kunden auf eine interessante Art und Weise zu befriedigen, fährt Munzinger fort.



Ähnlich sieht es Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe „Die Bayerische“: „Digitalisierung um der Digitalisierung willen kann nicht unser Ziel sein“, betont er. Man müsse nicht alles mitmachen und sollte auch den vorhandenen Retrotrend in der Branche beachten. Allerdings sieht er auch die Chancen, die aus der Digitalisierung heraus entstehen: „Zugrunde liegt dem Ganzen doch das Prinzip des Tante Emma Ladens. Tante Emma wusste genau, was der Kunde will und hat das für ihn schon vorkonfiguriert. Das war für den Kunden offensichtlich sehr angenehm. Die Digitale Welt gibt uns die Chance diese Vertrautheit und Nähe zum Kunden wiederherzustellen.“

Crowdsourced Innovation bietet neue Möglichkeiten

Einen Ansatz für ein besseres Kundenverständnis auf Basis von digitalen Hilfsmitteln könnte das Konzept der „Crowdsourced Innovation“ sein, das Catharina van Delden, CEO der Innosabi GmbH präsentierte: Die Grundidee ist es, Externe in den Innovationsprozess miteinzubeziehen und zwar nicht erst bei der Markteinführung, sondern eventuell schon bei der Ideenfindung, Bewertung oder dem Prototypenbau eines neuen Produktes. „Sie können so bessere Resultate in ihrem Job erzielen, da sie genauer wissen, was der Kunde sich eigentlich wünscht und dadurch auf die richtigen Projekte und Themen setzen können“, sagt van Delden.

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Was allerdings passieren kann, wenn man den digitalen Wandel verschläft, habe man beim Untergang des Großunternehmens Kodak gesehen, sagt Volker P. Andelfinger, Leading Consultant bei iic solutions: „Nicht rechtzeitiges Agieren führt zum Aussterben und das ist für Versicherer ein wesentlicher Aspekt, der momentan noch nicht ausreichend gewürdigt wird.“

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