Hausratversicherung: Die größten Bestandsverluste

Quelle: DALL-E

Der Hausratbestand der HDI Versicherung sinkt 2024 um 15.488 Verträge beziehungsweise rund 2,9 Prozent auf 520.441 Policen, nach 535.929 im Vorjahr. Damit belegt das Unternehmen weiterhin Rang 15 nach Bestandsgröße. Im längerfristigen Vergleich zeigt sich ein deutlicher Rückgang: Gegenüber 2019 mit 627.931 Verträgen entspricht dies einem Minus von 107.490 Policen beziehungsweise rund 17,1 Prozent.

Wirtschaftlich liegt der HDI weiterhin im oberen Mittelfeld der Sparte. Mit 75,19 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien, einem Marktanteil von 2,02 Prozent und Rang 15 nach Prämien entspricht die wirtschaftliche Position exakt dem Rang nach Vertragsbestand.

Prämienprofil: oberes Marktsegment

Die durchschnittliche Prämie je Vertrag steigt von 120,63 Euro im Jahr 2019 über 140,31 Euro im Jahr 2023 auf 144,47 Euro im Jahr 2024. Im Marktvergleich ergibt sich eine Position im oberen Bereich: 16 Anbieter verlangen höhere Prämien, 33 geringere. Das Preisniveau liegt damit klar über dem Branchendurchschnitt von 131,21 Euro, stößt aber nicht ins Hochpreissegment vor.

Schadenentwicklung: überdurchschnittliches Niveau

Die Schadenaufwendungen je Vertrag steigen von 48,47 Euro im Jahr 2019 über 60,98 Euro im Jahr 2023 auf 63,78 Euro im Jahr 2024. Im Marktvergleich ergibt sich ein erhöhtes Niveau: 14 Anbieter weisen höhere Schadenaufwendungen auf, 35 niedrigere. Die Schadenbelastung liegt somit oberhalb des Branchendurchschnitts von 57,16 Euro.

Einordnung: anspruchsvolle Position im oberen Segment

Die Kombination aus überdurchschnittlichen Prämien und gleichzeitig erhöhten Schadenaufwendungen führt zu einem insgesamt anspruchsvollen Verhältnis von Beitrag und Risiko. Der Bestandsrückgang lässt sich vor diesem Hintergrund einordnen. In einem gesättigten Markt entstehen zusätzliche Verträge im oberen Preissegment häufig selektiv, während gleichzeitig steigende Schadenaufwendungen die Prämienbasis weiter erhöhen können.

Wachstum wird unter diesen Bedingungen strukturell schwieriger als in preisgünstigeren oder stärker skalierenden Segmenten, sodass auch größere Anbieter im oberen Marktbereich Bestände verlieren können.