Komposit: Wer das Geschäft dominiert (Teil 1: Bayerischer VersVerband bis Generali)

Quelle: DALL-E

Die VHV Gruppe ist im deutschen Kompositmarkt vor allem als kraftfahrtaffiner Versicherer positioniert. Innerhalb des Konzerns bildet die VHV Allgemeine den zentralen Schaden- und Unfallversicherer. Mit gebuchten Bruttoprämien von 2,87 Milliarden Euro im Jahr 2024 und einem Marktanteil von 3,10 Prozent belegt die Gesellschaft Rang zehn unter den größten Mehrsparten-Kompositversicherern.

Das Wachstum verläuft kontinuierlich und stabil. Seit 2019 stiegen die gebuchten Bruttoprämien von 2,13 Milliarden Euro auf 2,87 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von rund 35 Prozent innerhalb von fünf Jahren entspricht. Im Jahresvergleich 2024 gegenüber 2023 erhöhte sich das Prämienvolumen um etwa 6,7 Prozent. Die VHV wächst damit moderat, aber verlässlich – ohne sprunghafte Ausschläge.

Extrem kfz-lastiges Portfolio prägt das Risikoprofil

Die Bestandszusammensetzung unterscheidet sich deutlich vom durchschnittlichen Kompositportfolio. Das Kraftfahrtgeschäft dominiert mit einem Anteil von 63 Prozent und liegt damit weit über dem Branchenmittel von rund 40 Prozent. Gleichzeitig sind wohngebäudenahe Risiken kaum vertreten: Die verbundene Wohngebäudeversicherung erreicht lediglich 3 Prozent, Hausrat 2 Prozent. Die Haftpflichtversicherung ist mit 18 Prozent überdurchschnittlich gewichtet, während Unfall mit 2 Prozent ebenfalls eine untergeordnete Rolle spielt. Der verbleibende Restanteil von 12 Prozent entfällt auf sonstige Sachsparten wie Feuer-, technische Versicherungen, Rechtsschutz, Beistandsleistungen sowie weitere kleinere Segmente.

Dieses Profil macht die VHV zu einem der am stärksten auf das Kraftfahrtgeschäft fokussierten Anbieter im Top-50-Kollektiv – mit entsprechend hoher Abhängigkeit von der Schadenentwicklung in dieser Sparte.

Stabile Schaden-Kosten-Quote trotz Kfz-Schwerpunkt

Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung der Schaden-Kosten-Quote. 2024 liegt die Combined Ratio bei 94,61 Prozent und damit klar unterhalb der technischen Kostendeckungsgrenze. Auch in den Vorjahren blieb die Quote durchgehend unter einhundert Prozent; der höchste Wert im Beobachtungszeitraum wurde 2023 mit 99,10 Prozent erreicht. Der Mehrjahresschnitt von 92,59 Prozent über die Jahre 2019 bis 2024 unterstreicht die nachhaltige Auskömmlichkeit des Geschäftsmodells – selbst in Jahren mit branchenweit erheblichem Druck im Kfz-Segment.

Ergebnisstärke ohne Verlustjahre

Diese Stabilität spiegelt sich deutlich im versicherungstechnischen Ergebnis wider. Im Jahr 2024 erzielt die VHV ein Ergebnis von 101,47 Millionen Euro und erreicht damit das achtbeste Ergebnis im Top-50-Vergleich. Auffällig ist dabei die geringe Ergebnisvolatilität: Selbst das schwächste Jahr des Betrachtungszeitraums, 2023, schloss noch mit einem Gewinn von 26,08 Millionen Euro ab.

In der Mehrjahresbetrachtung ergibt sich ein durchschnittliches versicherungstechnisches Ergebnis von 159,37 Millionen Euro. Die VHV zählt damit zu den ertragsstärkeren Gesellschaften im Kompositmarkt. Sie zeigt exemplarisch, dass ein stark fokussiertes Portfolio – trotz hoher Kfz-Last – bei konsequenter Steuerung und Kostendisziplin dauerhaft auskömmliche Ergebnisse liefern kann.