Rechtsschutzversicherung: Die größten Bestandsgewinne

Quelle: DALL-E

Die Württembergische baut ihren Rechtsschutzbestand 2024 deutlich aus. Die Zahl der Verträge steigt von 851.569 auf 869.081 Policen, was einem Plus von 17.512 Verträgen beziehungsweise rund 2,1 Prozent entspricht. Damit wächst der Versicherer klar stärker als der Branchenschnitt von 0,68 Prozent und erreicht Rang 12 nach Vertragsbestand.

Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich ein stabiler Wachstumspfad. Gegenüber 2019 mit 758.190 Verträgen ergibt sich ein Zuwachs von 110.891 Policen beziehungsweise rund 14,6 Prozent. Das Wachstum ist damit sowohl kurzfristig als auch strukturell angelegt.

Prämienwachstum: Entwicklung im Gleichklang mit dem Bestand

Parallel dazu steigen die verdienten Bruttoprämien von 148,40 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 158,36 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entspricht einem Zuwachs von 9,96 Millionen Euro beziehungsweise 6,7 Prozent. Gegenüber 2019 (125,32 Millionen Euro) ergibt sich ein Anstieg um rund 26,4 Prozent. Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft damit weitgehend im Gleichklang mit dem Bestandswachstum. Mit Rang 13 nach Prämien entspricht die Position nahezu der Platzierung nach Vertragsbestand.

Preisprofil und Einordnung: moderate Preise bei aktuell niedriger Schadenbelastung

Das Geschäftsmodell der Württembergischen wird vor allem im Verhältnis von Preis und Schadenaufwand deutlich. Die Durchschnittsprämie je Vertrag steigt von 166,16 Euro im Jahr 2019 über 174,62 Euro im Jahr 2023 auf 183,37 Euro im Jahr 2024. Damit bleibt der Versicherer klar unter dem Branchenschnitt von 204,76 Euro positioniert und im unteren bis mittleren Preissegment (Rang 18; nur sieben Anbieter sind billiger).

Auffällig ist im aktuellen Jahr die Schadenbelastung. Mit Schadenaufwendungen von 83,18 Euro je Vertrag weist die Württembergische 2024 einen der niedrigsten Werte im gesamten Markt auf – lediglich zwei Anbieter liegen noch darunter. Damit liegt sie deutlich unter dem Branchenschnitt von 132,75 Euro.

Im Mehrjahresvergleich zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. 2022 lagen die Schadenaufwendungen mit 118,94 Euro noch leicht über dem damaligen Branchenschnitt (116,29 Euro), 2023 mit 107,34 Euro zwar darunter, aber noch auf deutlich höherem Niveau als 2024. Der aktuelle Wert stellt damit eine besonders günstige Momentaufnahme dar und nicht zwingend ein dauerhaftes Strukturniveau. Vor diesem Hintergrund lässt sich das Wachstum dennoch schlüssig einordnen. Die Württembergische verbindet moderate Preise mit zuletzt deutlich gesunkener Schadenbelastung und verbessert damit ihre Ausgangsbasis für profitables Wachstum.