Hausratversicherung: Dies sind die fairsten Schadenregulierer

Quelle: DALL-E

Ein Blick auf die Spitzengruppe der Studie zeigt ein auffälliges Muster: Der Sieg geht nicht an einen der volumenstärksten Allrounder, sondern an einen spezialisierten Anbieter. Überhaupt prägen Spezialisierung, klare Zielgruppen und überschaubare Portfolios das obere Feld stärker als Marktgröße oder reine Vertriebskraft. Versicherer wie die GEV, die GVO oder auch die INTER treten im Hausrat nicht als klassische Massenanbieter auf, sondern als Teil integrierter Sach- oder Verbundmodelle. Die sehr guten Bewertungen deuten darauf hin, dass gerade diese Struktur im Schadenfall Vorteile bietet – etwa durch klare Zuständigkeiten, konsistente Prozesse und eine hohe Nähe zur Kundschaft.

Zugleich zeigt die Rangliste, dass Größe und Standardisierung keineswegs im Widerspruch zu fairer Regulierung stehen müssen. Mit R+V, DEVK, Generali oder Provinzial finden sich auch große, bundesweit aktive Anbieter unter den bestplatzierten Versicherern. Auffällig ist dabei, dass viele von ihnen nicht im Billigsegment positioniert sind. Durchschnittliche oder sogar überdurchschnittliche Prämien scheinen für Versicherte akzeptabel zu sein, wenn die Schaden- und Leistungsregulierung als nachvollziehbar, verlässlich und fair erlebt wird. Direktversicherer wie CosmosDirekt ergänzen dieses Bild und zeigen, dass auch schlanke, standardisierte Modelle hohe Zufriedenheitswerte erreichen können. Im Folgenden werden die acht bestplatzierten Hausratversicherer näher vorgestellt.

Rang 1: GEV Grundeigentümer-Versicherung (2,40 – Sehr gut)

Der Spitzenplatz der GEV ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Der Versicherer gehört im Hausrat nicht zu den volumenstärksten Anbietern und liegt unterhalb des Kreises der fünfzig größten Gesellschaften. Umso deutlicher verweist Rang eins auf ein Geschäftsmodell, das nicht auf Marktbreite, sondern auf hohe Spezialisierung setzt. Die Hausratversicherung ist bei der GEV häufig eng mit der Wohngebäudeversicherung verzahnt und Teil einer integrierten Absicherungsstruktur für Eigentümer und Vermieter. Diese Bündelung schafft im Schadenfall klare Zuständigkeiten und konsistente Prozesse – ein Ansatz, der sich offenbar besonders positiv in der Wahrnehmung der Regulierung niederschlägt.

Rang 2: R+V (2,42 – Sehr gut)

Als einer der größten Kompositversicherer Deutschlands zählt die R+V auch im Hausratgeschäft zu den marktprägenden Anbietern. Mit rund 163 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien und einem Marktanteil von 4,40 Prozent gehört die R+V zu den fünf größten Hausratversicherern Deutschlands. Im Gesamtportfolio der R+V Allgemeine, das 2024 auf 5,61 Milliarden Euro Bruttoprämien kam, macht die Sparte Hausrat allerdings nur rund zwei Prozent des Beitragsvolumens aus. Preislich positioniert sich die R+V nicht im Billigsegment, sondern im mittleren Bereich: Die durchschnittliche Prämie je Hausratvertrag lag 2024 bei 142,99 Euro. Die sehr gute Bewertung deutet darauf hin, dass wirtschaftliche Größe, breite Kundenbasis und verlässliche Schadenbearbeitung aus Sicht der Versicherten gut zusammenpassen.

Rang 3: DEVK (2,45 – Sehr gut)

Die DEVK ist im Hausratgeschäft mit zwei Gesellschaften vertreten und zählt damit zu den größeren Anbietern am Markt. Die DEVK Allgemeine erzielte 2024 gebuchte Bruttoprämien von rund 138 Millionen Euro im Hausrat und erreicht damit einen Marktanteil von 3,72 Prozent (Rang acht). Hinzu kommt die DEVK VVaG mit weiteren 47 Millionen Euro und 1,25 Prozent Marktanteil (Rang 22). Zusammengenommen kommt die DEVK-Gruppe damit auf rund 185 Millionen Euro Hausratprämien.

Preislich positioniert sich die DEVK klar im Mittelfeld: Die durchschnittliche Prämie lag 2024 bei 139,94 Euro je Vertrag (DEVK Allgemeine) beziehungsweise 133,66 Euro (DEVK VVaG). Die sehr gute Bewertung deutet darauf hin, dass Versicherte diese Kombination aus solider Preispositionierung, Leistungsumfang und verlässlicher Schadenbearbeitung honorieren.

Rang 4: Generali (2,48 – Sehr gut)

Die Generali ist im Hausratgeschäft klar nach Vertriebswegen differenziert aufgestellt. Die Generali Deutschland Versicherung AG bedient vor allem das Ausschließlichkeits- und Mehrkanalgeschäft, während mit der Dialog ein eigenständiger Maklerversicherer und mit der CosmosDirekt ein Direktversicherer zum Konzern gehören. In der hier betrachteten Platzierung steht die Generali Deutschland Versicherung AG im Fokus: Sie erzielte 2024 gebuchte Bruttoprämien von rund 219 Millionen Euro und einen Marktanteil von 5,90 Prozent und ist damit die zweitgrößte Einzelgesellschaft im deutschen Hausratmarkt. Preislich liegt sie mit einer durchschnittlichen Prämie von 132,40 Euro je Vertrag im mittleren Segment. Die sehr gute Bewertung zeigt, dass eine ausschließlichkeitsgeprägte Vertriebsstruktur mit persönlicher Beratung von Versicherten durchaus mit einer fairen und nachvollziehbaren Schadenregulierung verbunden wird.

Rang 5: CosmosDirekt (2,49 – Sehr gut)

Unmittelbar hinter der Generali folgt mit der CosmosDirekt der Direktversicherer des Konzerns – und zugleich der bestplatzierte Direktanbieter in der Studie. Während die Generali Deutschland Versicherung auf persönliche Beratung im Ausschließlichkeits- und Mehrkanalvertrieb setzt, steht CosmosDirekt für konsequent standardisierte Produkte, digitale Abschluss- und Schadenprozesse sowie eine klare Preisorientierung. Das zeigt sich auch in den Beiträgen: Mit einer durchschnittlichen Hausratprämie von 100,82 Euro zählt CosmosDirekt zu den günstigsten Anbietern am Markt. Dass der Direktversicherer dennoch eine sehr gute Bewertung erreicht, unterstreicht, dass faire Schadenregulierung nicht zwingend an persönliche Beratung gebunden ist, sondern ebenso durch transparente Abläufe und verlässliche Entscheidungen im digitalen Modell entstehen kann.

Rang 6: INTER (2,50 – Sehr gut)

Die Platzierung der INTER ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Anders als viele klassische Hausratversicherer weist die INTER die Hausratversicherung nicht als eigenständige Sparte aus, sondern führt sie innerhalb der Feuer- und Sachversicherung. Belastbare Aussagen zu Marktgröße, Prämienvolumen oder Rang im Hausrat sind daher nicht möglich. Umso stärker rückt die Bewertung selbst in den Fokus: Die sehr gute Platzierung deutet auf eine hohe Qualität der Schadenbearbeitung in einem integrierten Sachmodell hin, in dem Hausrat eng mit weiteren Sachrisiken verzahnt ist. Die INTER steht damit exemplarisch für einen Anbieter, bei dem nicht Volumen oder Preispolitik, sondern strukturierte Prozesse und konsistente Entscheidungen im Schadenfall die Wahrnehmung prägen.

Rang 7: GVO Versicherung (2,51 – Sehr gut)

Ähnlich wie die GEV gehört auch die GVO Versicherung nicht zu den volumenstarken Hausratanbietern. Mit rund 7,2 Millionen Euro gebuchten Hausratprämien liegt sie unterhalb des Kreises der fünfzig größten Versicherer und tritt damit nicht als Massenanbieter, sondern als klar spezialisierter Sachversicherer auf. Ihr Geschäftsmodell richtet sich vor allem an kirchliche, kommunale und gemeinnützige Einrichtungen sowie deren Umfeld; Hausrat bildet dabei eine ergänzende Sparte innerhalb eines sachlastigen Portfolios. Die sehr gute Platzierung deutet darauf hin, dass überschaubare Bestände, klare Zielgruppen und eine hohe Nähe zur Kundschaft im Schadenfall Vorteile bringen können – ein Muster, das bereits beim Spitzenreiter GEV sichtbar wurde.

Rang 8: Provinzial (2,52 – Sehr gut)

Mit der Provinzial findet sich unter den Top-Plätzen ein klarer Marktführer im Hausratgeschäft. Der Versicherer zählt mit rund 185 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien und einem Marktanteil von 4,99 Prozent zu den drei größten Einzelgesellschaften in dieser Sparte. Auffällig ist dabei die hochpreisige Positionierung: Mit einer durchschnittlichen Hausratprämie von 188,77 Euro weist die Provinzial eine der höchsten Prämien im Markt auf.

Dass der öffentlich-rechtlich geprägte, sparkassennah organisierte Versicherer dennoch sehr gut bewertet wird, zeigt, dass Versicherte höhere Beiträge akzeptieren, wenn sie mit Verlässlichkeit, Stabilität und einer als fair empfundenen Schadenregulierung einhergehen. Die Platzierung bildet damit einen bewussten Gegenpol zu den spezialisierten, kleineren Anbietern an der Spitze – und unterstreicht, dass unterschiedliche Geschäftsmodelle im Schadenfall überzeugen können.