Haftpflichtversicherung: Die Schaden-Kosten-Sieger 2024

Quelle: DALL-E

Die Haftpflichtversicherung gilt als eine der verlässlichsten Ertragssäulen im Kompositgeschäft. In einer neuen Bildstrecke zeigt der Versicherungsbote, welche Anbieter 2024 mit besonders niedrigen Schaden-Kosten-Quoten überzeugen konnten – und ordnet die Quoten anhand weiterer Kennzahlen ein.

Hintergrund: Auch 2024 präsentierte sich die Haftpflichtversicherung wirtschaftlich stabil, zugleich war die operative Belastung jedoch spürbar gestiegen. Das zeigt sich an der Entwicklung der Schaden-Kosten-Quote: Branchenweit erhöhte sich die durchschnittliche Combined Ratio von 80,5 auf 86,5 Prozent. Damit überschritt sie erstmals seit mehreren Jahren wieder die Marke von 85 Prozent, blieb jedoch weiterhin klar unter der technischen Kostendeckungsgrenze von einhundert Prozent.

Ökonomisch zeigt sich ein klarer Strukturwandel. Zwar stiegen die branchenweit gebuchten Bruttoprämien im Durchschnitt der fünfzig größten Anbieter um 2,2 Prozent von 170,50 auf 174,22 Millionen Euro je Unternehmen. Dieses Wachstum wird jedoch nahezu vollständig durch Beitragseffekte getragen. Der Vertragsbestand stagnierte mit durchschnittlich 887.568 Policen praktisch auf Vorjahresniveau und ging rechnerisch sogar leicht zurück. Insgesamt verloren 26 der fünfzig größten Haftpflichtversicherer 2024 Verträge – ein deutliches Zeichen für Marktsättigung.

Deutlich dynamischer entwickelte sich die Schadenseite, ohne allerdings das Ausmaß volatiler Sparten wie Kraftfahrt oder Wohngebäude zu erreichen. Die durchschnittlichen Schadenaufwendungen je Vertrag stiegen 2024 um mehr als 23 Prozent von 71,34 auf 87,88 Euro. Auch absolut nahm die Belastung spürbar zu: Die Aufwendungen für abgewickelte Versicherungsfälle erhöhten sich branchenweit um rund 17 Prozent auf durchschnittlich 95,68 Millionen Euro je Anbieter – der höchste Wert im gesamten Beobachtungszeitraum seit 2019. Entsprechend kletterte die Schadenquote von 43,19 auf 49,44 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand der vergangenen sechs Jahre.

Trotz dieser Entwicklung ertragsstark

Trotz der gestiegenen Belastung bleibt die Haftpflichtversicherung wirtschaftlich ertragsstark. Im Durchschnitt erzielten die im Branchenmonitor untersuchten Unternehmen 2024 ein versicherungstechnisches Ergebnis von 16,6 Millionen Euro vor Veränderung der Schwankungsrückstellung. Das unterstreicht die hohe Ertragskraft der Sparte – selbst in einem Jahr mit deutlich steigenden Schadenaufwendungen.

Die Schaden-Kosten-Quote zeigt dabei ein differenziertes Bild. Zwar stieg der Branchendurchschnitt 2024 auf 85,47 Prozent, doch liegt dieses Niveau weiterhin deutlich unter der Schwelle, bei der Schaden- und Kostenaufwendungen die Beitragseinnahmen aufzehren. Entsprechend wiesen nur fünf der fünfzig größten Anbieter Schaden- und Kostenaufwendungen aus, die rechnerisch über ihren Beitragseinnahmen lagen. Damit bleibt der Anteil von Gesellschaften mit einer Combined Ratio oberhalb der Kostendeckungsgrenze in der Haftpflichtversicherung weiterhin außergewöhnlich gering.

Versicherungsbote stellt die Schaden-Kosten-Sieger der Haftpflichtversicherung vor

Einige Haftpflichtversicherer schaffen es selbst unter den verschärften Rahmenbedingungen des Jahres 2024, ihre Schaden- und Kostenbelastung deutlich unter dem Branchendurchschnitt zu halten. Der Versicherungsbote stellt diese Schaden-Kosten-Sieger in einer neuen Bildstrecke vor. Gezeigt werden die zehn Haftpflichtversicherer mit den besten Combined Ratios des Jahres 2024. Ergänzend werden weitere Kennzahlen herangezogen, darunter das versicherungstechnische Ergebnis zur Einordnung der Ertragskraft und gebuchte Bruttoprämien zur Bewertung der Marktstellung.

Rückversicherung als erklärender Faktor

Bei der Einordnung besonders niedriger Schaden-Kosten-Quoten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Anbieter ihr Haftpflichtrisiko in hohem Maße über Rückversicherung absichern. Hohe Rückversicherungsquoten können dazu führen, dass die Combined Ratio primär die operative Kosten- und Abwicklungsstruktur der Erstversicherung abbildet, während Risiko- und Ergebniswirkungen teilweise in der passiven Rückversicherung anfallen. Versicherungsbote weist diesen Zusammenhang bei den betroffenen Gesellschaften transparent aus, um die Aussagekraft der Kennzahlen korrekt einzuordnen. Dies geschieht, wenn die Rückversicherungsquote der Schaden-Kosten-Sieger entweder auffallend über dem Marktschnitt (17,81 Prozent) liegt oder das Unternehmen ein auffallendes rückversicherungstechnisches Minus ausweist.

Die zugrunde liegende Datenbasis bildet der aktuelle Branchenmonitor Haftpflichtversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH, der die fünfzig größten Anbieter am deutschen Markt vergleicht und rund 98 Prozent des gesamten Prämienvolumens abdeckt. Der vollständige Bericht ist kostenpflichtig über die Webseite der Leipziger Analysten erhältlich.