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11.12.2015

Wohngebäudeversicherer Zahlen 2014Wohngebäudeversicherung - Gute Zahlen, schlechte Zahlen und zu viel Sturm

Schwere Unwetter haben auch 2014 die Kosten der Wohngebäudeversicherer in die Höhe getrieben (Symbolfoto). Jan_Mallander@Pixabay.com

Welches sind die profitabelsten und unprofitabelsten Wohngebäudeversicherer? Dieser Frage widmete sich das Fachportal Versicherungsjournal anhand der BaFin-Statistik "Erstversicherungs-Unternehmen 2014 (Schaden- und Unfallversicherung)". Richtig gut schnitt dabei die Bayerische Landesbrand ab, richtig schlecht die HDI Versicherung. Insgesamt ist ein positiver Trend zu vermelden.

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Laut Statistik gelang es 2014 immerhin 28 von 59 Versicherungs-Gesellschaften mit mindestens zehn Millionen Euro Beitragseinnahmen, in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 Prozent zu erreichen. Das ist ein positiver Trend, waren es doch fünfmal so viel wie noch im Jahr zuvor. Zurückzuführen sei dies, so das Versicherungsjournal, auf einen sehr starken Rückgang der Schadenquoten, welche sich brutto von 105 Prozent (2013) auf knapp 72 Prozent abschwächten.

Ferner ist den Zahlen der Bafin zu entnehmen, dass sich die verdienten Bruttobeiträge der deutschen Anbieter in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung bei 5.782,4 Millionen Euro bewegten. Damit ist ein Plus von fast 400 Millionen Euro zu konstatieren, was einem Zuwachs um gut sieben Prozent zum Jahr 2013 gleichkommt. Ebenfalls ein Plus von sieben Prozent hatte es 2014 nach gebuchten Bruttobeiträgen gegeben.

Schlusslichter Westfälische Provinzial, Arag und HDI

Nur einer der "großen" Versicherer erreichte im Vorjahr noch eine Schadensquote von über einhundert Prozent, namentlich war das die Westfälische Provinzial Versicherung AG. Zurückzuführen war diese recht hohe Quote auf einen Starkregen, der sich im Münsterland im Sommer 2014 ereignet hatte und das Budget dieses Versicherers stark belastete.

Zugleich wurde der Westfälischen Provinzial von der Bafin eine vergleichsweise niedrige Betriebskostenquote von fast 21 Prozent zugeschrieben, was extrem weit unter dem Branchenschnitt liegt. Mit rund 130 Prozent schafft es das Unternehmen deshalb „nur“ auf dem drittletzten Platz in der Rangliste nach der Combined Ratio. Die Combined Ratio weist dabei die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle und den Versicherungsbetrieb in Prozent der verdienten Bruttobeiträge aus.

Doch steht die Arag Allgemeine Versicherung AG mit noch flaueren Werten da, sie hatte eine Quote von 135 Prozent – lag damit aber immerhin noch vor dem absoluten Schlusslicht, der HDI Versicherung, welche eine Schaden-Kosten-Quote von fast 140 Prozent aufwies.

Wie kommt es, dass bei dem Versicherer HDI die Aufwendungen für Versicherungsfälle doppelt so hoch waren wie die Beitragseinnahmen? Das Versicherungsjournal bezog sich bei der Erklärung auf den Geschäftsbericht des Unternehmens, welcher erklärte, diese Zahlen des Geschäftsjahres-Schadenaufwands kämen durch eine Häufung von Kleinkumule um rund ein Viertel auf 85 Millionen Euro zustande, während zugleich „bedingt vor allem durch einen merklichen Zuwachs im Neugeschäft“ die gebuchten Bruttobeiträge „nur“ um zehn Prozent auf 88 Millionen angewachsen seien. Von "Kumulen" spricht man im Versicherungswesen, wenn mehrere beim gleichen Versicherer versicherte Risiken durch ein einziges Schadenereignis betroffen sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Unwetter regional begrenzt auftritt und der Anbieter in dieser Region besonders viele Kunden mit mehreren Risiken abgesichert hat.

Auch andere Versicherer hatten aufgrund von Wettererscheinungen ganz schön zu tun mit ihren Quoten. So erklärte die Arag in ihrem Online-Geschäftsbericht 2014 ihre starke Schadensbelastung mit dem Pfingstunwetter „Ela“, welches im Ergebnis mit zu den teuersten Sommerstürmen der jüngeren Vergangenheit für die Versicherer zählte und im vergangenen Jahr sogar den Platz als weltweit drittteuerstes Naturkatastrophen-Ereignis errang.

Wetterereignisse schlagen sich in Zahlen nieder

Hinter der Arag standen mit ihrer kombinierten Schaden-/Kostenquote von knapp unter 130 die Schwarzmeer und Ostsee Versicherungs-AG (Sovag) und die Condor Allgemeine Versicherungs-AG. In ihrem Geschäftsbericht verwies die R+V auf „vermehrt kleinere lokale, teils extreme Wetterereignisse in den Sommermonaten“ und auf eine drei Mal so hohe Zuführung zur Schwankungsrückstellung wie noch im Jahr 2013.

Aber es überwiegen die positiven Eindrücke. Diejenige Gesellschaft, welche die Liste der positiven Combined Ratio anführen, heißt Bayerische Landesbrandversicherung AG. Genauso wie die Huk24 AG und die BGV-Versicherung AG gelang es ihr, weit unterhalb der 80-Prozent-Marke zu verbleiben. Dicht gefolgt werden die drei von der SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG, der Itzehoer Versicherung/ Brandgilde von 1691 Versicherungsverein a.G., der Bruderhilfe Sachversicherung AG im Raum der Kirchen, der Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G., der WGV-Versicherung AG und der Huk-Coburg Allgemeine Versicherungs-AG – sie erzielten jeweils Quoten zwischen knapp 81 und fast 84 Prozent.

Branchengrößen mit Quoten unter 100 Prozent

Eine positive kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 Prozent erreichten von allen zwölf nach Bruttobeiträgen größten Anbietern, die zusammen auf über 60 Prozent Marktanteil kommen und damit die Branchengrößen sind, neben der Bayerischen Landesbrand, der SV Gebäude sowie ganz vorn der Marktführer Allianz Versicherungs-AG.

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Ganz knapp noch oberhalb der Gewinnschwelle fand sich die Axa Versicherung AG ein, während die Ergo Versicherung AG bereits knapp in die Verlustzone getappt war. Im Vergleich zum Vorjahr aber schnitten sowohl die Allianz mit über 40, die Ergo mit über 30 und die Axa mit über zehn Prozentpunkten besser ab als zuvor. Unter den Branchengrößen ganz weit außen stand, wie bereits angedeutet, die Westfälische Provinzial mit eher unerfreulichen Zahlen.

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