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19.11.2015

Private KrankenversicherungDer Axa-Beitragssprung vom Fachmann erklärt

Die Axa passt die Beiträge in der Krankenversicherung an.Unsplash/Pixabay

Beitragsanpassung - Wie andere private Krankenversicherer auch, führt zum 1. Januar 2016 die Axa Krankenversicherung eine recht hohe Beitragsanpassung speziell für ihren Tarif Vital 250 durch. Für Bestandskunden steigen die Beiträge demnächst auf einen Schlag um gut ein Drittel. Wie dieser Beitragssprung von neutraler Seite aus zu erklären ist, darüber sprach der Versicherungsbote mit Gerd Güssler, Geschäftsführer von KVpro in Freiburg in Breisgau.

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Versicherungsbote: Herr Güssler, warum steigt der Axa-Tarif Vital 250 jetzt so stark?

Gerd Güssler: Es gibt drei Hauptgründe für den gestiegenen Beitrag. Zunächst ist da die Rechnungszins-Absenkung im Bestand. Das trifft Bestandskunden härter als Neukunden, Denn Bestandskunden, deren Altersrückstellungen mit 3,5 Prozent auskalkuliert waren und jetzt auf 2,75 oder 2,5 Prozent gesenkt werden, müssen schließlich auch die Rückstellungen insgesamt über die gesamte weitere Vertragslaufzeit ausfinanzieren. Und dies bedeutet, dass die eingezahlten Altersrückstellungen weniger wert sind und nachfinanziert werden müssen. Die Rechnungszins-Absenkung betrifft die gesamte PKV Branche - die für den politisch verursachten niedrigen Nettozins nichts kann - der PKV ergeht es was den Zins angeht wie der LV und allen Sparern

Versicherungsbote: Erhöhungsgrund betrifft geringer Storni ...

Güssler: ... ja, die Stornogewinne beim Axa Vital 250 fallen geringer aus als geplant. Das will heißen, es bleiben mehr Kunden der Axa treu als geplant. Platt gesagt: Es gibt also nix zu vererben von den Kunden, die nicht gekündigt haben. Damit wäre der zweite Grund erklärt, warum der Tarif jetzt von der Axa erhöht werden muss.

Versicherungsbote: Und der dritte Grund für die Erhöhung? Scheinbar sind bisher anstehende Beitragsanpassungen ausgeblieben, oder?

Güssler: Jein, damit eine Erhöhung ausgelöst wird, müssen prozentuale Schwellenwerte überschritten werden. Auslösende Faktoren für eine Beitragsanpassung in den vergangenen Jahren sind sozusagen nicht angesprungen. Die jährliche Steigerung der Kosten blieb unter den auslösenden Faktoren. Eigentlich ist das gut für den Kunden; sieht er doch scheinbar stabile Beiträge. Aber wenn wegen nicht erreichter Auslöser drei oder vier Jahre lang nicht einmal eine geringe Anpassung erfolgen kann, weil die 5- oder 10-Prozent-Hürde als auslösender Faktor nicht wirkte oder nicht erreicht wurde, dann entsteht die jetzige Situation wir hier bei der Axa. Wegen des Nachholeffekts für vergangene Jahre werden auf einen Schlag gut 30 Prozent Beitragsanpassung fällig.

Versicherungsbote: Würden Sie einem Axa-Kunden im Tarif Vital 250 jetzt raten, in einen anderen Tarif oder gar den Versicherer zu wechseln?

Güssler: Auf keinen Fall! Wobei man so etwas nie pauschal sagen kann. Es zählt der Einzelfall je Versicherer, je Tarif und je Kunde. Wie eben anhand der mehrfach nicht erreichten Schwellen für Beitragsanpassungen gesagt, handelt es sich beim Tarif Vital 250 um einen Einmaleffekt, einen Nachholeffekt. Deswegen gibt es einen Wunsch vieler PKV-Unternehmen, die jährlich geltenden Anpassungsschwellen für Beitragsanpassungen zu senken. Auch ein Grund ist das Einpreisen der aktuellsten Sterbetafel, da die letzte Anpassung bereits einige Zeit zurückliegt. Wir leben länger und das kostet auch einen Gesundheitsbeitrag in Euro ...

Versicherungsbote: ... und auf den Kunden direkt bezogen?

Güssler: Ganz wichtig; der PKV-Beitrag ist immer im Vergleich zur GKV zu sehen. Dort gelten zurzeit rund 740 Euro Höchstbeitrag. Davon ist auch der Axa Vital 250 nach der jetzt kommenden Erhöhung noch weit entfernt, wenn wir einmal einen Normalfall betrachten: Mann, Mitte 40, seit etwa zehn Jahren versichert. Der zahlt jetzt mit gut 550 Euro bei der Axa als PKV-Kunde. Und damit immer noch 200 Euro weniger pro Monat als der AOK-Versicherte oberhalb der JAEG-Grenze.

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