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23.06.2014

StudieBerufsunfähigkeitsversicherung - BU-Versicherer sind keine Nein-Sager

70 Prozent der Berufsunfähigkeitsfälle werden vom Versicherer anerkannt. PublicDomainPictures/Pixabay

Berufsunfähigkeitsversicherung - Die Medien berichten immer wieder von Hinhaltetaktiken, systematischen Benachteiligungen sowie einer Vorenthaltung berechtigter Leistungen durch die BU-Versicherer. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die Berufsunfähigkeit in 70 Prozent der Fälle vom Versicherer auch anerkannt wird. Bei den nicht anerkannten Fällen, handelte es sich dagegen oft nicht um Ablehnungen.

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Allein 2012 zahlten Versicherer mehr als 250.000 BU-Renten mit einem Volumen von 1,7 Milliarden Euro aus. Rund 16 Millionen BU-Verträge liegen aktuell in den Beständen der Versicherungsunternehmen.

Ein strategisches Ablehnungsmanagement kann nicht durch Fakten belegt werden

Das Analysehaus Franke & Bornberg hat jetzt die Ergebnisse einer Leistungspraxisstudie veröffentlicht, die das Regulierungsverhalten der BU-Versicherer unter die Lupe nimmt. Franke & Bornberg hat sich dabei kritische Themen, wie die Auswahl der Gutachter, die BU-Anerkennungen und -ablehnungen sowie die Regulierungsdauer besonders genau angeschaut. Mit einem Stichprobenumfang von mehr als 700 Leistungsfällen, 75 Prozent davon waren Ablehnungen, steht die Stichprobe repräsentativ für insgesamt 22.400 Leistungsfälle.

Die neue Studie von Franke und Bornberg zeigt, dass die im Raum stehenden Vorwürfe eines „strategischen Ablehnungsmanagements durch Versicherer“ nicht durch Fakten bestätigt werden konnten. Ganz im Gegenteil: Lediglich rund ein Dutzend BU-Leistungsfälle liegen der massiven Kritik durch die Medien zugrunde. Im gleichen Zeitraum wurden rund 80.000 BU-Leistungsfälle reguliert.

Medien wärmen vereinzelte BU-Leistungsfälle immer wieder auf

„Bei vielen Fällen, in denen es nicht zur Anerkennung kommt, handelt es sich nicht um Ablehnungen. Vielmehr wurden vorsorglich gemachte Leistungsanmeldungen durch die Kunden selbst nicht weiter verfolgt.“, erklärte Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke & Bornberg, in einem Gastartikel bei Cash online.

Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch weiteren Optimierungsbedarf auf Seiten der BU-Versicherer. Gerade bei den besonders häufigen psychischen Erkrankungen dauert die Erstellung der Gutachten unverhältnismäßig lange.

Für die BU-Versicherer gibt es dennoch viel zu tun

Eine der Ursachen dafür ist die geringe Verfügbarkeit von qualifizierten Gutachtern. Ein weiteres Problem ist, dass die Kunden im Leistungsfall meist ohne Unterstützung dastehen. Außerdem sind sie mit der Menge an Formularen überfordert. Hilfe könnte in Form einer sachverständigen Unterstützung von Seiten der Vermittler kommen.

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Auch schwanken die Zeiten zwischen der Meldung eines Leistungsfalles bis zu dessen endgültiger Entscheidung nach wie vor stark. Für Verzögerungen bei der Anerkennung von BU-Leistungsfällen ist jedoch oft gar nicht die Versicherung verantwortlich. Die Beschaffung ärztlicher Auskünfte und Gutachten oder die hohe Anzahl unvollständig ausgefüllte Formulare durch die Versicherten führen immer wieder zu unnötigen Verzögerungen.

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