Welche privaten Krankenversicherer werden von ihren Kunden besonders häufig weiterempfohlen? Dieser Frage sind ServiceValue und FOCUS MONEY in einer aktuellen Studie nachgegangen. Versicherungsbote stellt in dieser Bildstrecke die ausgezeichneten privaten Krankenversicherer vor.
Hintergrund: Kaum eine Versicherung berührt so existenzielle Fragen wie die private Krankenversicherung. Es geht um den Zugang zu medizinischer Versorgung und um die Finanzierung von Gesundheitskosten. Entsprechend wichtig ist das Vertrauen in den Versicherer.
Dieses Vertrauen bezieht sich allerdings auf sehr unterschiedliche Formen der privaten Krankenversicherung. Sie umfasst sowohl die Krankenvollversicherung einschließlich der Beihilfeabsicherung als auch eine Vielzahl von Krankenzusatzversicherungen. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Kundenbeziehungen: Vollversicherungen begleiten Versicherte häufig über Jahrzehnte, nicht selten ein ganzes Leben, während Zusatzversicherungen vielfach flexibler abgeschlossen, ergänzt oder wieder beendet werden.
Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass Leistungsversprechen, Tarifstrukturen und Versicherungsbedingungen für Verbraucher oft nur schwer zu überblicken sind. Umso interessanter ist die Frage, welchen privaten Krankenversicherern es gelingt, ein solches Vertrauen aufzubauen, dass ihre Kunden sie tatsächlich weiterempfehlen. Antworten darauf liefert die aktuelle Studie „Von Kunden empfohlen 2026“ von ServiceValue und FOCUS MONEY.
Was wurde untersucht?
Die Auswertung der privaten Krankenversicherer ist Teil der Studie „Von Kunden empfohlen 2026“, die ServiceValue gemeinsam mit FOCUS MONEY durchgeführt hat. Insgesamt wurden mehr als 521.000 Kundenurteile zu 1.507 Unternehmen aus 68 Branchen ausgewertet. Die privaten Krankenversicherer bilden dabei eine eigenständige Kategorie innerhalb des Rankings. Grundlage der Untersuchung ist eine Online-Befragung, bei der ausschließlich Personen berücksichtigt werden, die innerhalb der vergangenen 24 Monate Kunde des jeweiligen Anbieters waren oder noch sind.
Anders als viele klassische Kundenzufriedenheitsstudien fragt die Untersuchung nicht nach einer theoretischen Weiterempfehlungsbereitschaft. Stattdessen werden die Teilnehmer gebeten anzugeben, ob sie einen Anbieter in ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld tatsächlich weiterempfohlen haben. Hierfür stehen die Antwortmöglichkeiten „ja, immer wieder“, „ja, mehrmals“, „ja, mindestens einmal“ sowie „nein“ zur Verfügung.
Aus den Antworten berechnet ServiceValue einen sogenannten Empfehlungsscore (ES). Dabei werden die Angaben unterschiedlich gewichtet. Antworten der Kategorie „ja, immer wieder“ fließen mit dem Faktor fünf in die Berechnung ein, „ja, mehrmals“ mit dem Faktor drei und „ja, mindestens einmal“ mit dem Faktor eins. Auf diese Weise soll nicht nur erfasst werden, ob ein Kunde einen Anbieter empfohlen hat, sondern auch wie häufig dies geschah.
Der Empfehlungsscore kann Werte zwischen 0 und 100 Punkten annehmen. Nach Angaben von ServiceValue würde ein Wert von 100 Punkten erreicht, wenn sämtliche Befragten einen Anbieter „immer wieder“ weiterempfohlen hätten. Ein Wert von 60 Punkten entspräche dem theoretischen Fall, dass alle Kunden „mehrmals“ empfohlen haben, während 20 Punkte erreicht würden, wenn sämtliche Kunden einen Anbieter „mindestens einmal“ weiterempfohlen hätten. Ein Wert von 0 Punkten bedeutet entsprechend, dass keine Weiterempfehlungen ausgesprochen wurden.
Die Unternehmen werden anhand ihres Empfehlungsscores innerhalb ihrer jeweiligen Branche verglichen. Der Branchengewinner erhält die Auszeichnung „Höchste Weiterempfehlung“. Anbieter, deren Empfehlungsscore über dem Branchendurchschnitt liegt, werden mit dem Prädikat „Hohe Weiterempfehlung“ ausgezeichnet.
Was die Studie leisten kann – und was nicht
Die Ergebnisse zeigen, welchen privaten Krankenversicherern ihre Kunden besonders häufig tatsächliche Weiterempfehlungen aussprechen. Erfasst wird damit nicht die theoretische Empfehlungsbereitschaft, sondern das selbst berichtete Empfehlungsverhalten der Befragten.
Für die Einordnung der Ergebnisse ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Studie die unterschiedlichen Versicherungsarten der privaten Krankenversicherung nicht getrennt ausweist. So bleibt offen, ob sich eine Weiterempfehlung auf eine Krankenvollversicherung einschließlich der Beihilfeabsicherung, eine Krankenzusatzversicherung oder andere Versicherungsarten wie etwa eine Krankentagegeld- oder Auslandsreisekrankenversicherung bezieht. Ebenso wenig lässt sich erkennen, wie lange die Befragten bereits versichert sind oder auf welchen konkreten Erfahrungen ihre Weiterempfehlung beruht.
Diese Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein – angefangen bei einer kompetenten Beratung oder einem freundlichen Servicekontakt über die Bearbeitung von Leistungsfällen bis hin zu einer langfristigen Betreuung. Ob die Befragten unterschiedliche Tarife oder Versicherungsbedingungen miteinander verglichen haben, lässt sich aus der Studie ebenso wenig ableiten. Gerade in der privaten Krankenversicherung lassen sich zentrale Qualitätsmerkmale zudem häufig erst nach vielen Jahren beurteilen. So hängt etwa die Beitragsentwicklung von einer Vielzahl versicherungsmathematischer, medizinischer und gesetzlicher Faktoren ab und erschließt sich Versicherten oft erst im langfristigen Vertragsverlauf.
Die Studie zeigt damit vor allem, welchen privaten Krankenversicherern es gelingt, bei ihren Kunden ein hohes Maß an Zustimmung und tatsächlicher Weiterempfehlung zu erreichen. Aussagen über die Qualität einzelner Tarife, die langfristige Beitragsentwicklung oder die Leistungsstärke eines Versicherers lassen sich aus den Ergebnissen hingegen nicht unmittelbar ableiten. Weitere Ergebnisse sowie ein Studiensteckbrief sind auf der ServiceValue-Webseite verfügbar.
Hinweis zur Einordnung: Die ausgewiesenen Personenzahlen stammen aus unterschiedlichen Versicherungsarten der privaten Krankenversicherung und sind daher nicht addierbar. Eine Person kann beispielsweise gleichzeitig eine Krankenvollversicherung, eine Pflegezusatzversicherung und mehrere Krankenzusatzversicherungen besitzen und erscheint entsprechend in mehreren Kategorien. Die Angaben zum Personenportfolio stammen aus der Zeitschrift für Versicherungswesen (Heft 10/2025), die Daten zum Beitragsportfolio aus dem Branchenmonitor Kranken 2025 der V.E.R.S. Leipzig. Für die Marktstellung werden die verdienten Bruttobeiträge des Jahres 2025 aus dem MAP-Report 944 von Franke und Bornberg herangezogen, da diese die aktuellsten verfügbaren Marktdaten darstellen.