Google-Suche nach Versicherungen: Gewinner und Verlierer

Quelle: ChatGPT

Die Google-Versicherungssuche in Deutschland verändert sich grundlegend. Erstmals seit Beginn der Analyse sinkt das Suchvolumen und das ausgerechnet durch Künstliche Intelligenz. Gewinner sind Krankenkassen, betriebliche Altersvorsorge und Versicherungsmakler.

Die Digitalisierung der Versicherungsbranche tritt in eine neue Phase ein. Während Versicherer in den vergangenen Jahren vor allem um Sichtbarkeit in Suchmaschinen kämpften, verändert nun Künstliche Intelligenz die Spielregeln. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Berliner Agentur MAI mediaworx, die mehr als 1.700 versicherungsbezogene Google-Keywords über einen Zeitraum von vier Jahren ausgewertet hat.

Nach einem Anstieg von rund 60,1 Millionen Suchanfragen im Zeitraum 2022/23 auf den Höchstwert von 72,1 Millionen Suchanfragen im Jahr 2024/25 sank das jährliche Suchvolumen zuletzt um sieben Prozent auf 66,8 Millionen Suchanfragen. Besonders betroffen sind generische Suchanfragen ohne Markenbezug, die um neun Prozent zurückgingen. Markensuchen verloren dagegen lediglich drei Prozent.

Als wesentliche Ursache identifiziert die Studie die Einführung der Google AI Overviews. Seit deren Rollout in Deutschland im März 2025 würden viele Informationsfragen direkt durch die KI beantwortet, ohne dass Nutzer auf Websites weiterklicken. „Das Verbraucherinteresse verschwindet nicht – es verlagert sich in die KI“, heißt es in der Analyse.

Besonders deutlich wird dieser Effekt bei klassischen Informationssuchen. Suchbegriffe wie „Krankenkassen im Vergleich“, „Krankenversicherung der Rentner“ oder „Private Krankenversicherung Kosten“ verloren innerhalb eines Jahres zwischen 24 und 53 Prozent ihres Suchvolumens. Dagegen bleiben Suchanfragen mit konkreter Abschluss- oder Wechselabsicht stabil oder legen sogar zu.

Betriebliche Altersvorsorge gehört zu den Gewinnern

Aus Sicht der Versicherungswirtschaft besonders interessant: Die betriebliche Altersvorsorge zählt zu den größten Gewinnern der Analyse. Der Suchbegriff „betriebliche Altersvorsorge“ legte innerhalb eines Jahres um 25 Prozent beziehungsweise 90.000 Suchanfragen zu. Damit gehört die bAV zu den fünf stärksten Wachstumsfeldern im gesamten Versicherungsmarkt.

Noch stärker entwickelten sich lediglich Suchanfragen rund um Krankenkassen und Familienversicherung. Der Begriff „Krankenkassen“ gewann mehr als 1,6 Millionen Suchanfragen hinzu und wuchs um 203 Prozent. Auch „Familienversicherung“ legte um 83 Prozent zu. Versicherungsmakler konnten ebenfalls profitieren und steigerten ihr Suchvolumen um 64 Prozent.

Während Vorsorgethemen zulegen, geraten viele klassische Massenprodukte unter Druck. Die Kfz-Versicherung bleibt zwar mit mehr als 2,2 Millionen Suchanfragen die meistgesuchte Versicherung Deutschlands, verlor aber innerhalb eines Jahres 13 Prozent ihres Suchvolumens. Auch Haftpflichtversicherung (-12 Prozent), Hausratversicherung (-13 Prozent), Reiserücktrittsversicherung (-13 Prozent) und Berufsunfähigkeitsversicherung (-17 Prozent) verzeichneten Rückgänge.

Die Studienautoren sehen darin jedoch keinen Nachfragerückgang. Vielmehr würden Verbraucher grundlegende Fragen zu Produkten, Kosten oder Vergleichen zunehmend direkt über KI-Systeme beantworten lassen. Gesucht werden künftig stärker konkrete Problemlösungen und Abschlussmöglichkeiten statt allgemeiner Informationen.

Bei den Marken zeigt sich ein differenziertes Bild. Im Kfz-Geschäft führt die Huk die Suchstatistik deutlich an und ist zugleich in den Bereichen Haftpflicht und Hausrat die meistgesuchte Marke. Ergo dominiert die Suchanfragen zur Zahnzusatz- und Sterbegeldversicherung. Die Debeka behauptet ihre Spitzenposition in der Privaten Krankenversicherung. Im Rechtsschutzgeschäft liegt Arag vorn, während HanseMerkur bei der Auslandskrankenversicherung und ADAC bei der Reiserücktrittsversicherung die höchste Suchnachfrage erzielen.