Die Spitzengruppe der Studie zeigt ein breites Spektrum unterschiedlicher Geschäftsmodelle. Neben großen Marktführern mit Millionenverträgen und hohen Beitragsvolumina finden sich auch Direktversicherer mit schlankem Kostenmodell sowie spezialisierte Anbieter mit klar definierten Zielgruppen unter den bestplatzierten Haftpflichtversicherern. Das Ergebnis verdeutlicht, dass eine als fair wahrgenommene Schadenregulierung nicht an Marktgröße oder Vertriebsstruktur gebunden ist. Folgende Unternehmen belegen die vorderen Ränge:
Rang 1: ERGO (2,52 – Sehr gut)
Rang eins erreicht die Ergo. Nach gebuchten Bruttoprämien ist die Gesellschaft mit 781 Millionen Euro und einem Marktanteil von 8,75 Prozent die drittgrößte Einzelgesellschaft in der privaten Haftpflichtversicherung (Stand 2024). Gemessen an der Zahl der Versicherungsverträge fällt die Stellung deutlich niedriger aus: Mit 1.587.333 Verträgen entspricht dies Rang zehn unter den größten Haftpflichtversicherern. Der Unterschied zwischen hoher Beitragsposition und niedrigerer Vertragszahl verweist auf ein überdurchschnittliches Beitragsniveau je Vertrag. Mit durchschnittlich 492,22 Euro Bruttoprämie je Vertrag weist die Ergo den höchsten Wert unter den fünfzig größten Haftpflichtversicherern auf. Höhere Durchschnittsprämien gehen typischerweise mit leistungsstärkeren Tarifen einher, etwa durch höhere Deckungssummen, erweiterte Leistungsumfänge oder eine breitere Risikoabdeckung. Das Testergebnis zeigt, dass die Schadenregulierung dieser Verträge aus Sicht der Kundinnen und Kunden als besonders fair wahrgenommen wird.
Rang 1: CosmosDirekt (2,52 – Sehr gut)
Ebenfalls auf dem Siegertreppchen steht CosmosDirekt, die wie die Ergo den ersten Rang im Test erreicht. Nach gebuchten Bruttoprämien zählt der Direktversicherer mit 19 Millionen Euro und einem Marktanteil von 0,21 Prozent zu den kleineren Anbietern im Markt und belegt Rang 42 unter den fünfzig größten Haftpflichtversicherern (Stand 2024). Gemessen an der Zahl der Versicherungsverträge fällt die Stellung höher aus: Mit 383.732 Verträgen entspricht dies Rang 28. Der Unterschied zwischen Beitragsvolumen und Vertragsbestand verweist auf ein deutlich niedrigeres Beitragsniveau je Vertrag. Mit durchschnittlich 49,72 Euro Bruttoprämie je Vertrag gehört CosmosDirekt zu den günstigsten Anbietern im Markt und weist den viertniedrigsten Wert unter den fünfzig größten Haftpflichtversicherern auf. Niedrigere Durchschnittsprämien sind typisch für standardisierte Direktversicherungsmodelle mit klar definierten Leistungsbausteinen und digitalisierten Prozessen. Das Testergebnis zeigt, dass die Schadenregulierung auch unter diesen strukturellen Voraussetzungen aus Sicht der Kundinnen und Kunden als besonders fair wahrgenommen wird.
Rang 2: R+V (2,54 – Sehr gut)
Rang zwei erreicht die R+V. Nach gebuchten Bruttoprämien ist die Gesellschaft mit 782 Millionen Euro und einem Marktanteil von 8,75 Prozent die zweitgrößte Einzelgesellschaft in der privaten Haftpflichtversicherung (Stand 2024). Gemessen an der Zahl der Versicherungsverträge entspricht dies mit Rang sechs einer niedrigeren Stellung als nach Beiträgen. Wie bereits beim Erstplatzierten Ergo zeigt diese Struktur ein überdurchschnittliches Beitragsniveau je Vertrag. Mit durchschnittlich 390,22 Euro Bruttoprämie je Vertrag weist die R+V die zweithöchste Durchschnittsprämie unter den fünfzig größten Haftpflichtversicherern auf. Das Beitragsniveau liegt damit klar im oberen Marktsegment und entspricht einer Positionierung über leistungsstarke Tarife mit entsprechend umfassender Absicherung. Das Testergebnis zeigt, dass die Schadenregulierung dieser Verträge aus Sicht der Kundinnen und Kunden ebenfalls als besonders fair wahrgenommen wird.
Rang 3: GEV Grundeigentümer-Versicherung (2,55 – Sehr gut)
Rang drei erreicht die GEV Grundeigentümer-Versicherung. Anders als die vor ihr platzierten Anbieter Ergo, CosmosDirekt und R+V folgt der Hamburger Versicherer einem klar spezialisierten Geschäftsmodell und zählt nicht zu den volumenstarken Gesellschaften im Haftpflichtmarkt. Insgesamt erzielte die GEV im Jahr 2024 verdiente Bruttobeiträge von 82,066 Millionen Euro über alle Sparten hinweg. Die Haftpflichtversicherung bildet dabei eine zentrale Säule des Geschäfts: Mit 16,198 Millionen Euro entfallen rund 19,7 Prozent des gesamten Beitragsvolumens auf dieses Segment.
Das Haftpflichtgeschäft ist eng mit der immobilienbezogenen Ausrichtung des Unternehmens verknüpft. Die GEV konzentriert sich insbesondere auf Risiken rund um Haus- und Grundbesitz sowie auf Absicherungslösungen für private und gewerbliche Immobilieneigentümer und Vermieter. Anders als breit aufgestellte Kompositversicherer oder standardisierte Direktversicherer basiert das Geschäftsmodell damit auf klar definierten Zielgruppen und spezialisierten Deckungskonzepten. Das Testergebnis zeigt, dass die Schadenregulierung auch in diesem strukturell anders ausgerichteten und stärker fokussierten Portfolio aus Sicht der Kundinnen und Kunden als besonders fair wahrgenommen wird.
Rang 4: Generali (2,58 – Sehr gut)
Rang vier erreicht die Generali Deutschland Versicherung AG. Nach gebuchten Bruttoprämien zählt die Gesellschaft mit 423 Millionen Euro und einem Marktanteil von 4,73 Prozent zu den größten Einzelgesellschaften in der privaten Haftpflichtversicherung und belegt hier Rang sieben (Stand 2024). Gemessen an der Zahl der Versicherungsverträge fällt die Marktstellung noch stärker aus: Mit 2.161.758 Verträgen verfügt die Generali Deutschland Versicherung AG über das drittgrößte Vertragsportfolio in dieser Sparte.
Innerhalb des Generali-Konzerns ist das Haftpflichtgeschäft klar nach Vertriebswegen differenziert. Während CosmosDirekt als Direktversicherer mit standardisierten und kostengünstigen Produkten auftritt und ebenfalls zu den Testsiegern zählt, steht die Generali Deutschland Versicherung AG für das klassische Ausschließlichkeits- und Mehrkanalgeschäft mit persönlicher Beratung. Das Beitragsniveau liegt mit durchschnittlich 195,53 Euro je Vertrag im Mittelfeld des Marktes: Siebzehn Anbieter weisen höhere und zweiunddreißig niedrigere Durchschnittsprämien auf. Das Testergebnis zeigt, dass die Schadenregulierung auch im klassischen Ausschließlichkeitsgeschäft der Generali Deutschland Versicherung AG aus Sicht der Kundinnen und Kunden als besonders fair wahrgenommen wird.
Rang 5: Provinzial (2,59 – Sehr gut)
Rang fünf erreicht die Provinzial. Nach gebuchten Bruttoprämien zählt die Provinzial Versicherung AG mit 314 Millionen Euro und einem Marktanteil von 3,51 Prozent zu den größten Einzelgesellschaften in der privaten Haftpflichtversicherung und belegt Rang neun (Stand 2024). Hinzu kommt die Provinzial Nord Brandkasse mit weiteren 55 Millionen Euro und einem Marktanteil von 0,61 Prozent. Gemessen an der Zahl der Versicherungsverträge verfügt die Provinzial Versicherung AG mit 1.670.022 Verträgen über den achtgrößten Bestand, ergänzt um weitere 347.757 Verträge der Provinzial Nord Brandkasse.
Charakteristisch für die Provinzial ist die enge Einbindung in die Sparkassen-Finanzgruppe. Der Vertrieb erfolgt in weiten Teilen über die Sparkassenorganisation, wodurch die Haftpflichtversicherung häufig Bestandteil umfassender Kundenbeziehungen ist. Das Beitragsniveau liegt dabei im mittleren Marktsegment: Mit durchschnittlich 187,81 Euro je Vertrag positioniert sich die Provinzial Versicherung AG nahe der Marktmitte, während die Provinzial Nord Brandkasse mit 156,93 Euro exakt Rang 25 unter den fünfzig größten Haftpflichtversicherern einnimmt. Das Testergebnis zeigt, dass die Schadenregulierung auch in diesem stark bankenintegrierten Vertriebsmodell aus Sicht der Kundinnen und Kunden als besonders fair wahrgenommen wird.
Rang 5: GVO Versicherung (2,59 – Sehr gut)
Ebenfalls Rang fünf erreicht die GVO Versicherung. Anders als die zuvor platzierten Großanbieter und Sparkassenversicherer handelt es sich bei der GVO um einen regional geprägten Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit deutlich kleinerem Geschäftsvolumen. Die gesamten verdienten Bruttobeiträge beliefen sich im Jahr 2024 auf 37,88 Millionen Euro. Innerhalb dieses Portfolios nimmt die Haftpflichtversicherung eine zentrale Stellung ein: Mit rund 9,47 Millionen Euro Beitragseinnahmen entfallen etwa 25 Prozent des Gesamtvolumens auf diese Sparte und damit der größte Anteil innerhalb des Geschäfts.
Das Haftpflichtgeschäft konzentriert sich insbesondere auf Privatkunden sowie auf gewerbliche und landwirtschaftliche Risiken und spiegelt die traditionelle regionale und agrarische Ausrichtung des Versicherers wider. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit basiert das Geschäftsmodell nicht auf wachstumsgetriebenem Marktanteilsgewinn, sondern auf langfristig angelegten Kundenbeziehungen innerhalb klar definierter Zielgruppen. Das Testergebnis zeigt, dass die Schadenregulierung auch in diesem strukturell kleineren und regional fokussierten Geschäftsmodell aus Sicht der Kundinnen und Kunden als besonders fair wahrgenommen wird.