Krankenzusatzversicherung: Diese Anbieter dominieren den Markt

Quelle: DALL-E

Krankenzusatzversicherungen erreichen immer mehr Versicherte und zählen zu den wachstumsstärksten Segmenten der privaten Krankenversicherung (PKV). Welche Versicherer hier den Markt dominieren, zeigt Versicherungsbote in einem aktuellen Marktvergleich.

Der Vergleich der Krankenzusatzversicherung zeigt: Einige Versicherer haben ihre Marktstellung gezielt in der Zusatzversicherung aufgebaut und erreichen Millionen Versicherte. Insbesondere acht Marktführer dominieren dieses Segment und vereinen einen erheblichen Teil der gebuchten Bruttoprämien und Versicherten auf sich. Versicherungsbote stellt diese Unternehmen anhand der Kennzahlen der Krankenkostenteilversicherung vor und zeigt, wie stark die Zusatzversicherung ihr jeweiliges Geschäftsmodell prägt und welche Rolle sie innerhalb des Gesamtportfolios spielt.

Die Krankenzusatzversicherung zählt zu den wachstumsstärksten Segmenten der privaten Krankenversicherung. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stieg die Zahl der Zusatzversicherungsverträge im Jahr 2024 um vier Prozent auf 31,02 Millionen. Immer mehr gesetzlich Versicherte sichern damit gezielt einzelne Leistungsbereiche ab, etwa Zahnersatz, stationäre Wahlleistungen oder ambulante Zusatzleistungen, die über den gesetzlichen Schutz hinausgehen. Damit erreicht die Zusatzversicherung eine deutlich größere Zielgruppe als die Vollversicherung und entwickelt sich zu einem zentralen Bestandteil des privaten Krankenversicherungsmarktes.

Bestände wachsen deutlich schneller als das Beitragsvolumen

Auch der Branchenmonitor Kranken 2025 bestätigt diese Entwicklung. Über die 25 größten privaten Krankenversicherer hinweg stieg die durchschnittliche Zahl der versicherten Personen in der Krankenskostenteilversicherung je Unternehmen deutlich an. Lag der Bestand im Jahr 2019 im Durchschnitt noch bei 990.880 Versicherten pro Anbieter, erreichte er 2023 bereits 1.099.503 Versicherte und stieg 2024 weiter auf 1.139.465 Versicherte je Unternehmen.

Diese Entwicklung zeigt, dass Zusatzversicherungen innerhalb der großen PKV-Anbieter zunehmend an Bedeutung gewinnen und eine wachsende Zahl gesetzlich Versicherter erreichen. Die Krankenkostenteilversicherung entwickelt sich damit zu einem der wichtigsten Wachstumsfelder innerhalb der privaten Krankenversicherung, insbesondere aufgrund ihres breiten Marktzugangs und ihrer Rolle als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Demgegenüber entwickelte sich das Beitragsvolumen in der Krankenzusatzversicherung deutlich moderater. Die durchschnittlich gebuchten Bruttoprämien je Anbieter stiegen von 293,14 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 332,24 Mio. Euro im Jahr 2023 und erreichten 2024 schließlich 343,49 Mio. Euro. Dies unterstreicht eine zentrale strukturelle Eigenschaft der Zusatzversicherung: Die hohe Zahl versicherter Personen geht nicht automatisch mit einem proportional steigenden Beitragsvolumen einher, da die Durchschnittsprämien je Vertrag deutlich unter denen der Vollversicherung liegen. Denn Zusatzversicherungen sichern typischerweise nur einzelne Leistungsbereiche ab, etwa Zahnbehandlung oder stationäre Wahlleistungen, während die Vollversicherung die gesamten Krankenkosten abdeckt.

Marktführer in der Zusatzversicherung: Die Kategorie „Krankenkostenteilversicherung“

Im Folgenden werden die Marktführer in der Krankenzusatzversicherung vorgestellt. Maßgeblich sind dabei die Kennzahlen der Kategorie „Krankenkostenteilversicherung“, unter der der Branchenmonitor Kranken 2025 die relevanten Zusatzversicherungen zur Ergänzung der gesetzlichen Krankenversicherung ausweist.

Für die Einordnung der Ergebnisse ist jedoch entscheidend zu verstehen, welche Versicherungsarten nicht Bestandteil dieser Kategorie sind. Der Branchenmonitor unterteilt die Sparte Kranken in insgesamt sieben klar abgegrenzte Versicherungszweige, die getrennt ausgewiesen werden. Die folgenden Prozentangaben zeigen dabei die durchschnittliche Verteilung der gebuchten Bruttoprämien innerhalb des Krankenportfolios über die betrachteten Versicherer hinweg:

  1. Die Krankenvollversicherung umfasst die vollständige Absicherung der Krankenkosten als Ersatz der gesetzlichen Krankenversicherung (durchschnittlich 59 Prozent der Bruttoprämien). Hierzu zählen auch Quotentarife für beihilfeberechtigte Personen, da sie den nicht durch die Beihilfe gedeckten Kostenanteil vollständig absichern.
  2. Die Krankentagegeldversicherung dient dem Ersatz von Einkommensausfällen bei Arbeitsunfähigkeit und zahlt ein vertraglich vereinbartes Tagegeld (durchschnittlich drei Prozent der Bruttoprämien im Portfolio eines PKV-Unternehmens).
  3. Die Krankenhaustagegeldversicherung leistet pauschale Zahlungen während eines Krankenhausaufenthalts und ergänzt die Kostenerstattung um zusätzliche finanzielle Leistungen (durchschnittlich ein Prozent der Bruttoprämien).
  4. Die Krankenkostenteilversicherung, die im Mittelpunkt der folgenden Analyse steht, umfasst Zusatzversicherungen zur Ergänzung der gesetzlichen Krankenversicherung, etwa für Zahnbehandlung, ambulante Zusatzleistungen oder Wahlleistungen im Krankenhaus (durchschnittlich zehn Prozent der Bruttoprämien).
  5. Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und eng an die Vollversicherung gekoppelt (durchschnittlich elf Prozent der Bruttoprämien).
  6. Die Pflegezusatzversicherung ergänzt die Pflegepflichtversicherung und dient der erweiterten finanziellen Vorsorge im Pflegefall (durchschnittlich fünf Prozent der Bruttoprämien).
  7. Eine weitere Kategorie „Rest“ umfasst unter anderem Auslandsreisekrankenversicherungen, Beihilfeablöseversicherungen sowie Restschuld- und Lohnfortzahlungsversicherungen (zusammen durchschnittlich elf Prozent der Bruttoprämien). Diese Versicherungsarten werden im Branchenmonitor separat ausgewiesen und sind nicht Bestandteil der hier betrachteten Zusatzversicherung.

Diese Verteilung verdeutlicht zugleich den strukturellen Unterschied zwischen Versichertenzahlen und Beitragsvolumen. Obwohl Zusatzversicherungen eine sehr große Zahl von Personen erreichen, entfällt der überwiegende Teil der Prämien auf die Vollversicherung. Vor diesem Hintergrund werden nun jene Versicherer vorgestellt, die beim Beitragsvolumen in der Krankenzusatzversicherung zu den größten Anbietern in Deutschland zählen. Maßgeblich sind dabei die gebuchten Bruttoprämien in der Kategorie „Krankenkostenteilversicherung“. Zugleich wird für jeden Anbieter gezeigt, welchen Stellenwert die Zusatzversicherung im Gesamtportfolio hat und wie viele Personen in diesem Segment versichert sind.

Rang 8: HUK-COBURG-Kranken (204,46 Mio. Euro)

Die HUK-COBURG-Kranken ist der achtgrößte Anbieter in der Krankenkostenteilversicherung und erreicht in diesem Segment im Jahr 2024 gebuchte Bruttoprämien von 204,46 Mio. Euro. Die Krankenkostenteilversicherung trägt damit 11 Prozent zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien der HUK-COBURG-Krankenversicherung bei. Insgesamt sind 701.084 Personen in diesem Segment versichert, womit die HUK-COBURG auch nach Versichertenzahl Rang acht belegt.

Gegenüber dem Jahr 2019 entspricht dies einem deutlichen Wachstum innerhalb der Krankenkostenteilversicherung: Damals lagen die gebuchten Bruttoprämien in diesem Segment noch bei 151,58 Mio. Euro, was bis 2024 einem Anstieg um 34,9 Prozent entspricht. Parallel erhöhte sich die Zahl der versicherten Personen von 560.926 auf 701.084, ein Plus von 25,0 Prozent. Auf Basis der Kennzahlen für 2024 ergibt sich in der Krankenzusatzversicherung der HUK-COBURG-Krankenversicherung eine durchschnittliche Bruttoprämie von rund 292 Euro je versicherter Person und Jahr. Zu beachten ist: Dieser Wert stellt einen rechnerischen Durchschnitt über das gesamte Zusatzversicherungsportfolio dar und umfasst Tarife mit ganz unterschiedlichen Leistungsumfängen und Deckungsniveaus.

Zusatzversicherung wächst kräftig, bleibt aber hinter der Vollversicherung zurück

Trotz dieser dynamischen Entwicklung bleibt die Vollversicherung der prägende Beitragsanker im Krankenversicherungsgeschäft der HUK-COBURG. In der Krankenvollversicherung sind 313.661 Personen versichert (Rang neun), auf die gebuchte Bruttoprämien von 1,25 Mrd. Euro entfallen. Damit generiert dieses Segment ein deutlich höheres Beitragsvolumen als die Zusatzversicherung, obwohl dort mehr als doppelt so viele Personen versichert sind. Dieses Verhältnis verdeutlicht den strukturellen Unterschied zwischen beiden Segmenten: Zusatzversicherungen decken jeweils nur einzelne Leistungsbereiche ab, etwa Zahnbehandlung oder Wahlleistungen im Krankenhaus, während die Vollversicherung die gesamten Krankenkosten über alle Versorgungsbereiche hinweg absichert und entsprechend das vollständige Versicherungsrisiko einschließlich langfristiger Alterungsrückstellungen finanziert.

Über alle Krankenversicherungssparten hinweg erreicht die HUK-COBURG 1.212.016 versicherte Personen (Rang vierzehn am Markt) und gebuchte Bruttoprämien von 1,83 Mrd. Euro (Rang zehn). Die Zusatzversicherung gewinnt damit sichtbar an Bedeutung, während die Vollversicherung weiterhin das wirtschaftliche Fundament des Krankenversicherungsgeschäfts bildet.

Rang 7: AXA Kranken (248,63 Mio. Euro)

Die AXA Krankenversicherung ist der siebtgrößte Anbieter in der Krankenkostenteilversicherung und erreicht im Jahr 2024 gebuchte Bruttoprämien von 248,63 Mio. Euro. Die Zusatzversicherung trägt damit sechs Prozent zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien der AXA Krankenversicherung bei. Insgesamt sind 891.612 Personen in diesem Segment versichert, womit die AXA nach Versichertenzahl Rang sechs belegt.

Gegenüber dem Jahr 2019 entspricht dies einem moderaten Wachstum: Damals lagen die gebuchten Prämien noch bei 232,47 Mio. Euro, was bis 2024 einem Anstieg um 6,9 Prozent entspricht. Parallel erhöhte sich die Zahl der versicherten Personen von 789.951 auf 891.612, ein Plus von 12,9 Prozent. Auf Basis der Kennzahlen für 2024 ergibt sich eine durchschnittliche Prämie von rund 279 Euro je versicherter Person.

Zusatzversicherung mit hoher Reichweite, Vollversicherung dominiert das Beitragsvolumen

Trotz der hohen Versichertenzahl in der Zusatzversicherung bleibt die Vollversicherung das wirtschaftlich dominierende Segment im Krankenversicherungsgeschäft der AXA. In der Krankenvollversicherung sind 810.396 Personen versichert (Rang zwei am Markt nach Versichertenzahl), auf die gebuchte Bruttoprämien von 2,83 Mrd. Euro entfallen (Rang drei nach Prämienvolumen). Damit generiert dieses Segment ein Beitragsvolumen, das die Zusatzversicherung deutlich übersteigt, obwohl beide Segmente eine vergleichbare Größenordnung bei den Versichertenzahlen erreichen. Dieses Verhältnis verdeutlicht den strukturellen Unterschied zwischen beiden Segmenten: Während Zusatzversicherungen jeweils nur einzelne Leistungsbereiche abdecken, umfasst die Vollversicherung die vollständige Absicherung der Krankenkosten und trägt entsprechend den überwiegenden Teil zum Beitragsvolumen bei.

Über alle sieben im Branchenmonitor ausgewiesenen Krankenversicherungszweige hinweg erreicht die AXA 1.733.381 versicherte Personen (Rang zehn am PKV-Markt) und gebuchte Bruttoprämien von 3,90 Mrd. Euro (hier sogar Rang vier). Diese Gesamtmarktstellung wird maßgeblich durch die starke Position in der Krankenvollversicherung getragen, während die Krankenkostenteilversicherung ein eigenständiges Segment mit hoher Versichertenzahl, aber deutlich geringerem Beitragsanteil bildet.

Rang 6: R+V Kranken (285,82 Mio. Euro)

Die R+V Krankenversicherung ist der sechstgrößte Anbieter in der Krankenkostenteilversicherung und erreicht hier im Jahr 2024 gebuchte Bruttoprämien von 285,82 Mio. Euro. Die Zusatzversicherung trägt damit 30 Prozent zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien der R+V Krankenversicherung bei und hat innerhalb des Portfolios ein deutlich höheres Gewicht als bei vielen Wettbewerbern. Insgesamt sind 867.368 Personen in diesem Segment versichert, womit die R+V nach Versichertenzahl Rang sieben belegt.

Gegenüber dem Jahr 2019 entspricht dies einem kräftigen Wachstum: Damals lagen die gebuchten Prämien noch bei 205,73 Mio. Euro, was bis 2024 einem Anstieg um 38,9 Prozent entspricht. Parallel erhöhte sich die Zahl der versicherten Personen von 663.940 auf 867.368, ein Plus von 30,6 Prozent. Auf Basis der Kennzahlen für 2024 ergibt sich eine durchschnittliche Prämie von rund 330 Euro je versicherter Person.

Zusatzversicherung prägt die Bestandsstruktur stärker als bei vielen Wettbewerbern

Die vergleichsweise hohe Bedeutung der Zusatzversicherung zeigt sich besonders im Verhältnis zur Vollversicherung. In der Krankenvollversicherung sind lediglich 72.525 Personen versichert (Rang einundzwanzig am Markt), auf die gebuchte Bruttoprämien von 314,29 Mio. Euro entfallen. Damit erreicht die Vollversicherung zwar weiterhin ein etwas höheres Beitragsvolumen, die Größenordnung beider Segmente liegt jedoch deutlich näher beieinander als bei den meisten großen Wettbewerbern. Dieses Profil verdeutlicht die besondere Struktur der R+V: Während viele Anbieter ihr Beitragsvolumen vor allem aus der Vollversicherung beziehen, bildet die Zusatzversicherung hier ein außergewöhnlich starkes und eigenständiges Geschäftsfeld mit hoher Bestandsbasis und wachsender wirtschaftlicher Bedeutung.

Über alle sieben im Branchenmonitor ausgewiesenen Krankenversicherungszweige hinweg erreicht die R+V 1.777.704 versicherte Personen (Rang neun am PKV-Markt) und gebuchte Bruttoprämien von 948,45 Mio. Euro (Rang siebzehn). Die Zusatzversicherung ist damit nicht nur ein Ergänzungssegment, sondern ein prägender Bestandteil der Geschäftsstruktur und trägt wesentlich zur breiten Verankerung der R+V im Markt für private Krankenversicherung bei. Auffällig ist dabei die Differenz zwischen der Marktstellung nach versicherten Personen und dem Beitragsvolumen: Während die R+V nach Versichertenzahl zur oberen Marktgruppe zählt, liegt sie beim Prämienvolumen deutlich weiter hinten. Dies spiegelt die stark zusatzversicherungsgeprägte Bestandsstruktur wider.

Rang 5: Debeka Kranken (309,39 Mio. Euro)

Die Debeka Krankenversicherung ist der fünftgrößte Anbieter in der Krankenkostenteilversicherung und erzielt in diesem Segment im Jahr 2024 gebuchte Bruttoprämien von 309,39 Mio. Euro. Dennoch hat die Zusatzversicherung innerhalb des Gesamtportfolios ein vergleichsweise geringes Gewicht: Ihr Anteil an den gesamten gebuchten Bruttoprämien der Debeka beträgt lediglich 4 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Niveau vieler Wettbewerber.

Gleichzeitig verfügt die Debeka über einen sehr großen Zusatzversichertenbestand. Insgesamt sind 1.690.135 Personen in der Krankenzusatzversicherung versichert, womit das Unternehmen nach Versichertenzahl Rang vier belegt. Auffällig ist dabei die gegenläufige Entwicklung von Bestand und Prämienvolumen: Während die Zahl der versicherten Personen gegenüber 2019 von 1.585.699 auf 1.690.135 zunahm (plus 6,6 Prozent), gingen die gebuchten Bruttoprämien im gleichen Zeitraum von 386,03 Mio. Euro auf 309,39 Mio. Euro zurück (minus 19,9 Prozent).

Auf Basis der Kennzahlen für 2024 ergibt sich in der Krankenzusatzversicherung der Debeka eine durchschnittliche Bruttoprämie von rund 183 Euro je versicherter Person und Jahr. Dies unterstreicht die besondere Bestandsstruktur des Unternehmens, das im Zusatzversicherungsgeschäft eine große Zahl von Versicherten erreicht, jedoch mit vergleichsweise niedrigen Durchschnittsprämien je Vertrag.

Vollversicherung dominiert das Geschäftsmodell in außergewöhnlichem Maße

Im direkten Kontrast zu Anbietern wie der R+V, bei denen die Zusatzversicherung ein zentrales Standbein bildet, ist das Geschäftsmodell der Debeka klar von der Vollversicherung geprägt. In der Krankenvollversicherung sind 2.546.493 Personen versichert – mit großem Abstand Rang eins im Markt. Auf sie entfallen gebuchte Bruttoprämien von 6,28 Mrd. Euro, womit die Vollversicherung das wirtschaftliche Fundament des Unternehmens in außergewöhnlichem Maße bestimmt. Die Zusatzversicherung ergänzt dieses Kerngeschäft, erreicht zwar eine hohe Versichertenzahl, bleibt aber gemessen am Beitragsvolumen strukturell von untergeordneter Bedeutung.

Über alle sieben im Branchenmonitor ausgewiesenen Krankenversicherungszweige hinweg erreicht die Debeka 4.379.171 versicherte Personen und gebuchte Bruttoprämien von 8,20 Mrd. Euro – jeweils Rang eins im Markt. Diese dominante Gesamtmarktstellung beruht maßgeblich auf der außergewöhnlich starken Position in der Krankenvollversicherung, während die Krankenkostenteilversicherung eine ergänzende Rolle innerhalb eines stark vollversicherungsgeprägten Geschäftsmodells einnimmt.

Rang 4: HanseMerkur Kranken (330,18 Mio. Euro)

Die HanseMerkur Krankenversicherung ist der viertgrößte Anbieter in der Krankenkostenteilversicherung und erreicht hier im Jahr 2024 gebuchte Bruttoprämien von 330,18 Mio. Euro. Die Zusatzversicherung trägt damit 18 Prozent zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien der HanseMerkur Krankenversicherung bei und hat innerhalb des Portfolios ein deutlich höheres Gewicht als bei vielen großen vollversicherungsgeprägten Wettbewerbern.

Insgesamt sind 1.142.033 Personen in diesem Segment versichert, womit die HanseMerkur nach Versichertenzahl Rang fünf belegt. Gegenüber dem Jahr 2019 entspricht dies einem stabilen Wachstum: Damals lagen die gebuchten Prämien noch bei 295,60 Mio. Euro, was bis 2024 einem Anstieg um 11,7 Prozent entspricht. Parallel erhöhte sich die Zahl der versicherten Personen von 1.106.503 auf 1.142.033, ein Plus von 3,2 Prozent. Auf Basis der Kennzahlen für 2024 ergibt sich eine durchschnittliche Prämie von rund 289 Euro je versicherter Person und Jahr.

Zusatzversicherung als starkes zweites Standbein neben der Vollversicherung

Gleichzeitig bleibt die Vollversicherung auch bei der HanseMerkur der wichtigste Beitragsanker. In der Krankenvollversicherung sind 313.661 Personen versichert (Rang neun am Markt), auf die gebuchte Bruttoprämien von 1,15 Mrd. Euro entfallen (Rang zehn). Damit generiert die Vollversicherung weiterhin den größten Teil des Beitragsvolumens, während die Zusatzversicherung ein substantielles und strukturell bedeutsames Ergänzungssegment bildet. Im Unterschied zu stark vollversicherungsdominierten Anbietern erreicht die Zusatzversicherung bei der HanseMerkur jedoch eine vergleichsweise hohe Bedeutung innerhalb der Beitragsstruktur und trägt wesentlich zur Breite des Geschäftsmodells bei.

Über alle sieben im Branchenmonitor ausgewiesenen Krankenversicherungszweige hinweg erreicht die HanseMerkur 1.623.905 versicherte Personen und gebuchte Bruttoprämien von 1,82 Mrd. Euro (jeweils Rang elf am PKV-Markt). Die Zusatzversicherung ist damit ein zentraler Bestandteil der Bestandsstruktur und trägt maßgeblich zur Positionierung der HanseMerkur als breit aufgestellter Anbieter im Markt für private Krankenversicherung bei.

Rang 3: Allianz Kranken (614,74 Mio. Euro)

Die Allianz Private Krankenversicherung gehört zu den größten Anbietern in der Krankenkostenteilversicherung und erreicht im Jahr 2024 gebuchte Bruttoprämien von 614,74 Mio. Euro. Damit belegt Deutschlands größter Versicherer in diesem Segment Rang drei. Die Zusatzversicherung trägt 14 Prozent zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien der Allianz Krankenversicherung bei. Insgesamt sind 1.930.255 Personen in diesem Segment versichert, womit die Allianz nach Versichertenzahl sogar Rang zwei belegt.

Gegenüber dem Jahr 2019 entspricht dies einem dynamischen Wachstum: Damals lagen die gebuchten Prämien im Krankenzusatz-Geschäft noch bei 439,42 Mio. Euro, was bis 2024 einem Anstieg um 39,9 Prozent entspricht. Parallel erhöhte sich die Zahl der versicherten Personen von 1.484.841 auf 1.930.255, ein Plus von 30,0 Prozent. Auf Basis der Kennzahlen für 2024 ergibt sich eine durchschnittliche Prämie von rund 319 Euro je versicherter Person und Jahr.

Starkes Zusatzgeschäft, Vollversicherung bleibt wirtschaftlicher Kern

Trotz der hohen Versichertenzahl und des kräftigen Wachstums bleibt die Vollversicherung das wirtschaftlich dominierende Segment im Krankenversicherungsgeschäft der Allianz. In der Krankenvollversicherung sind 554.166 Personen versichert (Rang fünf am Markt), auf die gebuchte Bruttoprämien von 2,70 Mrd. Euro entfallen (Rang vier). Damit generiert die Vollversicherung weiterhin den größten Anteil am Beitragsvolumen. Die Zusatzversicherung bildet jedoch ein außergewöhnlich starkes Ergänzungssegment.

Über alle sieben im Branchenmonitor ausgewiesenen Krankenversicherungszweige hinweg erreicht die Allianz 3.090.849 versicherte Personen und gebuchte Bruttoprämien von 4,32 Mrd. Euro (jeweils Rang drei am PKV-Markt). Anders als in vielen anderen Versicherungssparten, in denen die Allianz den Markt anführt, gehört sie in der privaten Krankenversicherung zwar zu den größten Anbietern, erreicht jedoch nicht die Spitzenposition. Die starke Stellung beruht auf einem ausgewogenen Geschäftsmodell mit bedeutender Vollversicherung und einem zugleich außergewöhnlich großen Zusatzversicherungsbestand.

Rang 2: ERGO Kranken (693,90 Mio. Euro)

Die ERGO Krankenversicherung ist der zweitgrößte Anbieter in der Krankenkostenteilversicherung und erreicht hier im Jahr 2024 gebuchte Bruttoprämien von 693,90 Mio. Euro. Die Zusatzversicherung trägt damit außergewöhnlich hohe 92 Prozent zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien der ERGO Krankenversicherung bei und prägt das Geschäftsmodell in nahezu vollständigem Umfang. Insgesamt sind 1.919.689 Personen in diesem Segment versichert, womit die ERGO nach Versichertenzahl Rang drei belegt.

Gegenüber dem Jahr 2019 entspricht dies einem sehr dynamischen Wachstum: Damals lagen die gebuchten Prämien noch bei 505,80 Mio. Euro, was bis 2024 einem Anstieg um 37,2 Prozent entspricht. Parallel erhöhte sich die Zahl der versicherten Personen von 1.593.183 auf 1.919.689, ein Plus von 20,5 Prozent. Auf Basis der Kennzahlen für 2024 ergibt sich eine durchschnittliche Prämie von rund 361 Euro je versicherter Person und Jahr.

Sonderstellung als reiner Zusatzversicherer innerhalb der ERGO-Gruppe

Im Unterschied zu den meisten großen privaten Krankenversicherern weist die ERGO Krankenversicherung im Branchenmonitor keinen Bestand in der Krankenvollversicherung aus. Das Vollversicherungsgeschäft der ERGO-Gruppe wird vielmehr über die DKV getragen, während die ERGO Krankenversicherung als eigenständige Gesellschaft auf Ergänzungstarife zur gesetzlichen Krankenversicherung fokussiert ist. Entsprechend wird das Beitragsprofil nahezu vollständig von der Krankenkostenteilversicherung bestimmt – ein klarer Sonderfall im Kreis der großen Anbieter.

Über alle sieben im Branchenmonitor ausgewiesenen Krankenversicherungszweige hinweg erreicht die ERGO Krankenversicherung 1.968.560 versicherte Personen (Rang sieben am PKV-Markt) und gebuchte Bruttoprämien von 752,39 Mio. Euro (Rang zwanzig). Die vergleichsweise niedrigere Platzierung beim Beitragsvolumen trotz hoher Versichertenzahl spiegelt die Spezialisierung auf Zusatzversicherungen wider, die eine breite Versichertenbasis erreichen, jedoch strukturell geringere Durchschnittsprämien aufweisen als vollversicherungsgeprägte Geschäftsmodelle.

Rang 1: DKV Kranken (941,85 Mio. Euro)

Die DKV Krankenversicherung führt den Markt für Krankenzusatzversicherungen mit großem Abstand an – und verweist dabei die eigene Schwestergesellschaft auf Rang zwei. Mit gebuchten Bruttoprämien von 941,85 Mio. Euro in der Krankenkostenteilversicherung liegt die DKV deutlich vor der ebenfalls zur ERGO-Gruppe gehörenden ERGO Krankenversicherung. Insgesamt sind 2.912.174 Personen in diesem Segment versichert, womit die DKV auch nach Versichertenzahl unangefochten Rang eins belegt und ihre herausragende Marktstellung zusätzlich unterstreicht.

Diese führende Position beruht auf einem langfristig gewachsenen Zusatzversicherungsbestand. Bereits im Jahr 2019 lagen die gebuchten Bruttoprämien in der Krankenkostenteilversicherung bei 895,84 Mio. Euro und stiegen bis 2024 auf 941,85 Mio. Euro. Parallel erhöhte sich die Zahl der versicherten Personen von 2.789.992 auf 2.912.174. Die Zusatzversicherung ist damit ein stabiler und wachsender Bestandteil des Geschäftsmodells und erreicht eine außergewöhnlich große Versichertenbasis.

Der strukturelle Unterschied innerhalb der ERGO-Gruppe zeigt sich jedoch im Gesamtportfolio der DKV. Während die ERGO Krankenversicherung nahezu ausschließlich im Zusatzversicherungsgeschäft tätig ist, verfügt die DKV über ein breit diversifiziertes Krankenversicherungsportfolio mit mehreren starken Segmenten. Die Krankenkostenteilversicherung trägt dabei 17 Prozent zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien der DKV bei – und bildet damit ein bedeutendes Geschäftsfeld innerhalb der Sparte Krankenversicherung, ohne das Beitragsprofil allein zu dominieren.

Zusatzversicherung stark, Vollversicherung prägt das Beitragsprofil

Trotz ihrer unangefochtenen Marktführerschaft in der Zusatzversicherung bleibt die Krankenvollversicherung der wichtigste Beitragsanker im Portfolio der DKV. In diesem Segment sind 666.346 Personen versichert (Rang drei am Markt), auf die gebuchte Bruttoprämien von 3,29 Mrd. Euro entfallen (Rang zwei). Damit generiert die Vollversicherung ein mehr als dreimal so hohes Beitragsvolumen wie die Zusatzversicherung. Dieses Verhältnis verdeutlicht erneut die grundlegende Struktur der privaten Krankenversicherung: Während Zusatzversicherungen einzelne Leistungsbereiche ergänzen und entsprechend niedrigere Durchschnittsprämien aufweisen, deckt die Vollversicherung die gesamten Krankenkosten ab und umfasst zugleich die Finanzierung langfristiger Alterungsrückstellungen.

Über alle im Branchenmonitor erfassten Krankenversicherungszweige hinweg erreicht die DKV insgesamt 4.303.340 versicherte Personen und gebuchte Bruttoprämien von 5,40 Mrd. Euro und belegt damit jeweils Rang zwei im gesamten PKV-Markt. Diese Gesamtmarktstellung unterstreicht die außergewöhnliche Bedeutung der DKV innerhalb der privaten Krankenversicherung: Das Unternehmen ist nicht nur der klare Marktführer in der Zusatzversicherung, sondern zugleich einer der größten privaten Krankenversicherer insgesamt.

Hintergrund

Grundlage der Auswertung ist der Branchenmonitor Krankenversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Studie analysiert die Geschäftsberichte der 25 größten privaten Krankenversicherer, enthält Kennzahlen für die Jahre 2019 bis 2024 und deckt damit rund 97 Prozent des PKV-Marktes ab. Für die vorliegende Darstellung wurden ausgewählte Kennzahlen dieses Zeitraums ausgewertet und durch eigene Berechnungen ergänzt, etwa zur Entwicklung von Beiträgen, Versichertenzahlen und Durchschnittsprämien. Die vollständige Studie mit allen Detailauswertungen ist über die Webseite der Leipziger Experten kostenpflichtig erhältlich.