Die Rechtsschutzversicherung hat nach Jahren stark erhöhter Schaden-Kosten-Quoten wieder ein stabiles Niveau erreicht, wie der aktuelle Branchenmonitor Rechtsschutz zeigt. Die außergewöhnlichen Belastungen der Krisenjahre sind überwunden, Kalkulation und Kostensteuerung greifen wieder verlässlicher. Diese Bildstrecke stellt die Anbieter mit den besten Schaden-Kosten-Quoten vor.
Hintergrund: Kaum eine Kompositsparte war in den vergangenen Jahren so stark von externen Sondereffekten geprägt wie die Rechtsschutzversicherung. Auf den Diesel- und Abgasskandal folgten 2020 umfangreiche Klagewellen im Zuge der Corona-Pandemie, die zu sprunghaft steigenden Schadenaufwendungen und einer zeitweisen Überlastung der Kalkulation führten. Mit dem Abklingen dieses "Schaden-Tsunamis" setzte jedoch ab 2021 eine schrittweise Normalisierung ein, getragen von angepassten Prämien, vorsichtigerer Risikoselektion und verbesserter Schadensteuerung. Zwar bleibt die Schaden-Kosten-Bilanz der Rechtsschutzversicherung auch 2024 weniger günstig als in Sparten wie Unfall oder Hausrat, sie hat sich jedoch auf einem klar auskömmlichen und stabilen Niveau eingependelt.
Die wirtschaftliche Stabilisierung der Rechtsschutzversicherung zeigt sich klar an der Entwicklung der Schaden-Kosten-Quote bzw. Combined Ratio (CR). Im Krisenjahr 2020 lag der Branchendurchschnitt bei 101,87 Prozent – damit über der technischen Kostendeckungsgrenze, bei der Schaden- und Kostenaufwendungen die Beitragseinnahmen übersteigen. In den Folgejahren sank die Quote deutlich auf 95,55 Prozent im Jahr 2021 und 88,96 Prozent im Jahr 2022. Seither bewegt sie sich auf einem stabilen Niveau: 91,62 Prozent im Jahr 2023 und 90,34 Prozent im Jahr 2024, jeweils bezogen auf den Durchschnitt der 25 größten Rechtsschutzversicherer.
Im Vergleich zu anderen Kompositsparten bleibt die Rechtsschutzversicherung damit weniger günstig in der Schaden-Kosten-Bilanz als etwa die Unfallversicherung mit einer durchschnittlichen Schaden-Kosten-Quote von 76,65 Prozent oder die Hausratversicherung mit 81,01 Prozent im Jahr 2024. Zugleich zeigt sie aber eine deutlich stabilere Ertragslage als die belasteten Problemsparten der Kompositversicherung: In der Kraftfahrtversicherung lag die durchschnittliche Schaden-Kosten-Quote 2024 bei 106,60 Prozent, während in der Wohngebäudeversicherung weiterhin zahlreiche Anbieter versicherungstechnische Verluste auswiesen (Versicherungsbote berichtete).
Versicherungsbote stellt die Schaden-Kosten-Sieger der Rechtsschutzversicherung vor
Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick auf jene Rechtsschutzversicherer, die 2024 die niedrigsten Schaden-Kosten-Quoten erzielten. Die folgende Bildstrecke stellt diese Anbieter vor und ergänzt die Einordnung um weitere zentrale Kennzahlen: die verdienten Bruttoprämien, die Vertragszahlen, das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung sowie die Marktanteile. Dadurch wird sichtbar, wie die besonders effizienten Gesellschaften im Markt positioniert sind und welche wirtschaftliche Bedeutung ihre Bestände haben.
Zu beachten ist jedoch: Die Schaden-Kosten-Quote misst ausschließlich das Verhältnis von Schaden- und Kostenaufwendungen zu den Beitragseinnahmen. Sie erlaubt keine Aussagen zur individuellen Leistungspraxis oder zur Servicequalität der Anbieter.
Die präsentierten Zahlen stammen aus dem aktuellen Branchenmonitor Rechtsschutz 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Studie deckt die 25 größten Versicherer ab und repräsentiert damit rund 99 Prozent des Rechtsschutz-Marktes. Wie immer macht der Branchenmonitor eine Vielzahl an Kennzahlen zugänglich – und bietet so detaillierte Einblicke in die Marktentwicklung der Jahre 2019 bis 2024. Er kann auf der Webseite der Leipziger Experten kostenpflichtig bestellt werden.