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16.02.2016

NetzweltenKnip-Chef Dennis Just - "Wir stehen nicht in Konkurrenz mit dem klassischen Makler"

Knip-Chef Dennis Just studierte Wirtschaftsingenieurwesen und machte mit mit mehreren Startups auf sich aufmerksam, u.a. als Co-Founder der Numbrs AG.Pressefoto Knip

Das FinTech Knip verlor in der letzten Woche einen Partner, als der Schweizer Versicherer Helsana seine Zusammenarbeit mit dem Online-Versicherungsmakler aufkündigte - angeblich aus Datenschutzgründen. Zuvor hatte schon DVAG-Vorstand Helge Lach scharf gegen die neuen FinTechs der Branche geschossen und sprach u.a. von "digitalem Blindflug", weil die neuen Online-Dienstleister nicht die strengen Beratungsstandards erfüllen würden wie die alten Vertriebskanäle. Wir baten Knip-Gründer Dennis Just, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen, was er nun einem Gastbeitrag für Versicherungsbote tat.

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Eine App als Makler, geht das? Natürlich! Mobile Technologie bringt den FullService eines klassischen Versicherungsmaklers auf das nächste Level. Vorbei ist die Zeit der standardisierten Massenbriefe, über mobile Technik bleibt der direkte Draht zum Kunden immer bestehen. Die Ansprache wird individueller, Services maßgeschneidert.

Veränderungen sind anstrengend, kosten Ressourcen und es gibt nichts zu beschönigen: Bei Veränderungen gibt es immer Marktteilnehmer, die nicht Schritthalten können und über kurz oder lang herausgedrängt werden. Daher setzt die derzeitige Diskussion verschiedenste Reaktionen und Emotionen frei, positive wie negative. Ich werte das als gutes Zeichen, denn es zeigt sich, dass nun niemand mehr die Augen vor den aktuellen Veränderungen verschließen kann. Die Versicherungsbranche befindet sich mitten im Wandel und muss sich nun endlich aktiv mit diesem auseinandersetzen.

Knip war der erste mobile Versicherungsmakler

Als Christina Kehl und ich vor gut 2 Jahren Knip gegründet haben, geschah dies aus der Überzeugung heraus, dass die Zeit für die Versicherungsbranche längst reif ist, für neue kundenorientierte Lösungen. Mit dem Wissen und der Gewissheit in der Bankenbranche schon einmal eine solche Transformation erfolgreich angeschoben zu haben - mit der Banking App Numbrs - sind wir unserer Überzeugung gefolgt und haben die erste Version von Knip selbst finanziert.

Nach 2jähriger Entwicklungszeit sind wir noch ganz am Anfang unserer Vision, wie die Kundenerfahrung mit Versicherungen in Zukunft aussehen wird. Doch die Vision hat sich zu einem festen Ziel manifestiert, daher entwickeln wir uns stetig und schnell. Knip war der weltweit erste vollständig mobile Versicherungsmakler, eine komplett neue Spezies des Maklers, der genau den Nerv der modernen Kunden trifft. Die Generation Smartphone erledigt fast alles per Handy und wir holen diese stetig wachsende Zielgruppe in ihrer Lebenswelt ab. Daher haben wir vor 2 Wochen wieder ein Update gelauncht. Jetzt kann der Kunde direkt aus der App heraus komplett ohne Medienbruch per Messenger mit uns kommunizieren. Wir haben noch viele Features in der Pipeline, und werden kontinuierlich die User Experience verbessern.

Außerdem haben wir derzeit über 15 ausgebildete Berater in Festanstellung mit deutlich steigender Tendenz. Auch sie profitieren von Technologie, da einfache operative Prozesse und erste Schritte in der Beratung automatisiert werden und sich der Berater somit auf komplexe Fachthemen fokussieren und seine Zeit tatsächlich der Beratung widmen kann, was wiederum dem Kunden zugute kommt.

Wir stehen nicht in Konkurrenz mit dem traditionellen Makler

Wir treten selbstbewusst auf, haben eine klare Vision und werden uns weder kleinreden noch zu Unrecht kritisieren lassen. Daher auch die sehr deutliche Reaktion und Klarstellung unsererseits gegenüber den Anschuldigen der DVAG. Das bedeutet aber nicht, dass wir glauben, dass die Makler und Beratertätigkeit nicht mehr notwendig sein wird in Zukunft. Sie wird sich nur verändern, spezialisieren und auf andere Kanäle getragen werden. Dem sollte sich jeder bewusst sein, der in der Branche tätig ist. Auch bin ich überzeugt, dass es weiterhin eine Zielgruppe für den traditionellen Einzelmakler geben wird. Es gibt selbstverständlich Menschen, die ihren Versicherungsmakler gerne bei sich zuhause begrüßen und sich eine mobile KundenBeraterBeziehung nicht vorstellen können. Aber diese Zielgruppe wird mit der Zeit kleiner und spezieller werden. Unter den traditionellen Maklern werden sich nur die Besten mit besonderen Spezialisierungen durchsetzen. Ich vergleiche das mit der Reisebranche - es gibt noch das kleine Reisebüro an der Ecke aber dort muss die Beratung außergewöhnlich sein, idealerweise mit ungewöhnlichen Angeboten und Kenntnissen einer besonderen Sparte, dann läuft das Geschäft. Schlussendlich stehen Anbieter wie wir also nicht wirklich in Konkurrenz mit dem traditionellen Makler, die Entwicklung geht eher dahin, dass sich der Wettbewerb unter den traditionellen Maklern massiv verschärfen wird.

Versicherer sind unsere Partner - doch unsere Unabhängigkeit ist uns wichtig

Wir sind als Versicherungsmakler (§34d) bei der IHK registriert. Für diese Registrierung ist die entsprechende Qualifikation nachzuweisen, die wir mit unserem Team sogar übererfüllen. Knip als Unternehmen erhält Bestands- und Abschlussprovisionen, somit können wir unsere Technologie und die Beratungsleistungen für den Kunden kostenfrei anbieten. Uns ist es wichtig, diese Beratungsleistungen von den Provisionen abzukoppeln. Daher erhalten unsere Berater ein Festgehalt und keinerlei Provision.Versicherer sind unsere Partner, aber unsere Unabhängigkeit ist uns wichtig, im Sinne unserer Kunden.

Helsana versucht die freie Maklerwahl ihrer Kunden zu beeinflussen

Wir arbeiten - wie jeder andere Makler auch - auf Basis eines Maklermandats, was die Versicherer in die Pflicht stellt, mit uns die Policeninformationen des Versicherten zu teilen. Ein aktueller Fall in der Schweiz wird derzeit heftig diskutiert. Die Helsana hat sich entschieden, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Kunden zu handeln und uns als Makler keine Policen zukommen zu lassen. Die Helsana hat über ein postalisches Schreiben, die Kunden über die aufgekündigte Zusammenarbeit informiert und gleichzeitig dazu aufgefordert, das Helsana-Onlineportal zu nutzen und auf hauseigene Berater zurückzugreifen. Die Helsana hat offenbar erkannt, dass Knip-Kunden offen für digitale Angebote sind und versucht nun massiv auf die freie Maklerwahl Einfluss zu nehmen. Die in dem Schreiben gestreute Falschinformation, man wolle keine gesundheitsrelevante Daten mit uns teilen - was sowieso niemals passiert - können wir nur als bewusste Verunsicherungstaktik deuten. Dies ist alles andere als kundenfreundlich.

Insurtechs unterstützen die Mündigkeit des Kunden

Da wir auch ein Technologieunternehmen sind, entwickeln wir uns stetig weiter und dies wirkt sich auch auf die Leistungen aus, die wir als Makler dem Kunden bieten können. Schon jetzt erhält unser Kunde mit unserer App ein hilfreiches Tool, dass ihm die Mündigkeit in Versicherungsfragen verleiht. Denn nur wer alle Details jederzeit im Blick hat, ist in der Lage, Ansprüche zu stellen und gezielt nachzuhaken. Es zeigt sich schon jetzt, dass mobile Kunden viel mehr mit ihren Policen agieren, statt diese nach Abschluss abzuheften und zu vergessen. Langfristig wird also die kontinuierliche Betreuung viel mehr in den Fokus rücken als der kurzfristige Neuabschluss.

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Schnittstellen mit anderen Insurtechs - wie blaudirekt

Technologie ist die Kernkompetenz von blaudirekt und Knip und deshalb macht es Sinn mögliche Schnittstellen zu diskutieren. Vor allem, wenn sie beiden Unternehmen erlaubt den eigenen Fokus zu stärken. Wir glauben, dass Maklerpools und mobile Makler künftig näher zusammenrücken werden. Noch ist nichts spruchreif, aber unser gemeinsamer Austausch ist sehr kreativ und beide Parteien stehen auf den strategischen Überraschungsmoment.

Dennis Just

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