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17.07.2015

GeldanlageAnleger sollen 27 Millionen Euro zurückzahlen

Öltanks im Hafen von Antwerpen (Symbolbild). Der Fonds-Initiator POC hat sich mit Rohstoff-Spekulationen verzockt. Snapographic_com@Pixabay.com

Proven Oil Canada: Droht der nächste Anlegerskandal? Die Anleger in kanadische Öl- und Gas-Explorations- und Förderfelder von Proven Oil Canada sollen Teile ihrer erhaltenen Ausschüttungen an das Unternehmen zurückfließen lassen. Etwa neun Prozent ihrer geleisteten Einlage sollen die Fondszeichner wieder an den Initiator zahlen, damit die Fonds saniert werden können. Das genügt aber nicht, um ein vorrangiges Bankdarlehen zu bedienen, das vorzeitig fällig gestellt wurde.

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Der Fonds-Initiator Proven Oil Canada (POC) aus Berlin hat in den Jahren 2008 bis 2012 überwiegend von deutschen Anlegern ingesamt rund 200 bis 250 Millionen Euro eingesammelt, die in verschiedene POC-Einzelfonds zur Exploration und Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen in Kanada eingesetzt wurden. Bisher seien bis zum Jahr 2013 etwa 60 Prozent des Zeichnungskapitals an die Anleger ausgekehrt worden. Seit 2014 ruhen Ausschüttungen, weil der Ölpreis abgestürzt ist; in den vergangenen zwölf Monaten um gut 50 Prozent.

Rückforderung deckt fälligen Bankkredit nicht

Um die Fonds zu stützen, sollen die Anleger nun etwa neun Prozent ihrer Einlagen an den Initiator zurückgeben; nach Angaben des „Manager Magazins“ gehe es um etwa 27 Millionen Euro. Dennoch, selbst falls das Geld zusammenkommt, dürfte dieser Betrag die POC-Fonds kaum sanieren, weil eine kanadische Bank infolge eines geringer als zuvor eingestuften Wertes der Anlagen einen Kredit von umgerechnet etwa 35 Millionen Euro fällig gestellt hat, meldet das „Manager Magazin“ weiter.

Die Bank will Geld sehen. Saldiert blieben zwischen Bankkredit-Schuld und Rückführungen der Anleger im günstigsten Falle ein Negativsaldo von etwa 8 Millionen in Euro-Währung.

Proven Oil Canada: Öl-Spekulationen scheiterten

Besser werden die Aussichten für die Öl- und Gas-Investoren nicht. Das Überangebot des Schwarzen Goldes, Treibstoff der Weltwirtschaft, schafft regelrechte Ölseen. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Öl-Zocker verspekuliert, indem sie arbeitslose Öltanker charterten und als Zusatzlager für Öl verwendeten. Zugleich spekulierten diese Ölzocker auf die Wirkung der Zeit und steigende Ölpreise. Diese Rechnung ging nicht auf. Der Preis für Öl blieb am Boden.

Mit dem neuen Abkommen der internationalen Gemeinschaft und dem Iran zur friedlichen Nutzung der Atomkraft, wird die Ölmenge auf dem Weltmarkt weiter zunehmen, weil die Export-Sanktionen des Öl-Produzenten Iran entfallen. Und das Land braucht die Erlöse aus seinem schwarzen Gold dringend.

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Betroffen von den Rückforderungen sind POC-Anleger dieser Fonds: Betroffen sind die POC Eins, POC Zwei, POC Growth, POC Growth 2, POC Growth 3 und POC Natural Gas 1. Dies meldete Fonds Professionell Anfang dieser Woche. Die Fonds wurden in den Jahren 2008 bis 2012, also noch zu Zeiten vor dem Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuchs (2013) aufgelegt und sind dem grauen, nicht regulierten Kapitalmarkt zuzuordnen.

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