Die Grundfähigkeitsversicherung holt bei der Arbeitskraftabsicherung auf. Erstmals halten genauso viele Industriebeschäftigte sie für attraktiv wie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Gleichzeitig gibt es erhebliche Wissens- und Vorsorgelücken.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) verliert bei Industriebeschäftigten ihr langjähriges Alleinstellungsmerkmal. Erstmals wird die Grundfähigkeitsversicherung (GF) von ebenso vielen Beschäftigten als attraktivste Form der Arbeitskraftabsicherung angesehen wie die klassische BU. Das zeigt eine gemeinsame Studie von Swiss Life Deutschland, der Industriegewerkschaft IGBCE und ChemieRente.
Befeuert durch die derzeitige wirtschaftliche Unsicherheit und dem zunehmenden Wandel am Industriestandort Deutschland wächst auch das Sicherheitsbedürfnis der Beschäftigten. 72 Prozent der Befragten halten Vorsorge und die Absicherung der eigenen Arbeitskraft in der aktuellen Situation für wichtig.
Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung bei den bevorzugten Absicherungslösungen: Jeweils 31 Prozent der Befragten halten die Berufsunfähigkeitsversicherung beziehungsweise die Grundfähigkeitsversicherung für die attraktivste Form der Arbeitskraftabsicherung. In den Bereichen der Verwaltung, Entwicklung, Labor und Außendienst liegt der Grundfähigkeitsschutz mit 34 Prozent sogar vor der BU, die dort auf 29 Prozent kommt. Weitere 27 Prozent konnten sich nicht festlegen.
„Die Studie zeigt, dass das Potenzial der Grundfähigkeitsversicherung im Industriesektor enorm ist“, sagt Dirk von der Crone, CEO von Swiss Life Deutschland. „Als vergleichsweise junges Produkt ist sie zwar noch nicht so bekannt wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, erfüllt jedoch auf breiter Basis konkrete Absicherungsbedürfnisse der Industriebeschäftigten.“
Die Präferenzen der Beschäftigten spiegeln sich bislang allerdings kaum im Bestand wider. Zwar verfügen 40 Prozent der Befragten über eine Berufsunfähigkeitsversicherung, aber lediglich 12 Prozent besitzen eine Grundfähigkeitsversicherung. Insgesamt haben 54 Prozent ihren Arbeitskraftschutz abgesichert. Weitere 21 Prozent planen, sich über entsprechende Lösungen zu informieren und eine passende Versicherung abzuschließen.
Hinzu kommt ein erheblicher Informationsbedarf: 56 Prozent fühlen sich nur teilweise oder schlecht über die Möglichkeiten der Arbeitskraftabsicherung informiert. Auffällig ist, dass die Generation Z den höchsten Wissensstand aufweist. 54 Prozent der unter 30-Jährigen fühlen sich gut informiert. Bei den Millennials und der Generation X sind es jeweils 36 Prozent, bei den Babyboomern 39 Prozent.
„Die Diskrepanz zwischen den geäußerten Absicherungspräferenzen und der tatsächlichen Verbreitung von AKS-Lösungen sowie das lückenhafte Wissen um bestehende Absicherungsoptionen weisen auf die Wichtigkeit der persönlichen Finanzberatung hin – gerade in Zeiten steigender Unsicherheit und erhöhten Drucks am Arbeitsplatz“, sagt von der Crone.