Nürnberger-Vorstandschef: „Wir sind zurück in der Spur"

Quelle: Nürnberger Versicherung

Die Nürnberger Versicherung sieht sich nach schwierigen Jahren wieder auf Kurs. Der Versicherer meldet Fortschritte bei Ergebnis, Produktivität und der Sanierung im Schaden-/Unfallgeschäft. Rückenwind soll künftig auch die neue Mehrheitsaktionärin Vienna Insurance Group bringen. Auch die Aktionäre dürfte die Entwicklung freuen.

Die Nürnberger Versicherungsgruppe hat im Rahmen der Hauptversammlung ein positives Fazit für das Geschäftsjahr 2025 gezogen. Es war die erste Veranstaltung nach der Übernahme durch die Vienna Insurance Group (VIG). Diese hält inzwischen 99,2 Prozent der Aktien der Nürnberger Beteiligungs-AG.

„Wir haben 2025 fast alle unsere ambitionierten Ziele erreicht oder übertroffen – angefangen beim Konzernergebnis, über die Produktivitätsverbesserungen bis hin zu großen Fortschritten im Schaden-/Unfallsegment“, sagte Vorstandschef Harald Rosenberger vor den Aktionären. „Wir sind zurück in der Spur. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, unsere Transformation zum Präventionsversicherer konsequent weiterzuführen und wieder ertragreich zu wachsen.“

Von der Zugehörigkeit zur internationalen Versicherungsgruppe erwartet sich der fränkische Versicherer deutliche Vorteile. „Die Zugehörigkeit zur VIG wird uns sehr helfen – insbesondere beim Erfüllen regulatorischer Anforderungen, bei der IT-Modernisierung oder durch den Zugang zu Know-how, zu Produkten und Lösungen einer internationalen Gruppe aus 50 Gesellschaften“, erklärte Rosenberger. Kunden, Vertriebspartner und Mitarbeitende würden von einer stärkeren Nürnberger profitieren.

Auch die Ratingagentur Fitch hatte zuletzt auf die verbesserten Perspektiven reagiert und das Finanzstärke-Rating der Nürnberger auf A+ angehoben. Ausschlaggebend seien die Übernahme durch die VIG sowie die verbesserte Ertragslage gewesen.

Demnach habe das Konzernergebnis bei 46,8 Millionen Euro gelegen und damit rund 16 Prozent über dem eigentlichen Plan. Gleichzeitig habe das Unternehmen seine Kostenbasis deutlich reduziert. „Zudem konnten wir die Kosten erheblich senken und sind dank des abgeschlossenen Effizienzprogramms ‚Fit für die Zukunft‘ deutlich produktiver geworden“, sagte CFRO Peter Ott. Ursprünglich hatte die Nürnberger Einsparungen von 75 Millionen Euro angekündigt. Bis Ende 2025 summierten sich die realisierten Einsparungen jedoch auf mehr als 85 Millionen Euro. Im Zuge des Programms wurden rund 600 Arbeitsplätze abgebaut. Nach Unternehmensangaben erfolgte dies sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Besonders deutlich verbesserte sich die Solvenzquote. Diese stieg von 247 Prozent auf 302 Prozent. Parallel machte auch die Sanierung des Schaden-/Unfallsegments Fortschritte. Das Ergebnis verbesserte sich dort um 119 Millionen Euro. Während der Wert anno 2024 noch bei minus 157,4 Millionen Euro gelegen hatte, verbesserte sich das Ergebnis 2025 auf minus 38,2 Millionen Euro. „Spätestens im nächsten Jahr wollen wir auch in diesem Segment wieder schwarze Zahlen schreiben“, kündigte Ott an.

Die gebuchten Bruttobeiträge gingen 2025 leicht auf 3,52 Milliarden Euro zurück. Hintergrund seien die stärkere Konzentration auf strategisch wichtige Sparten sowie die laufenden Sanierungsmaßnahmen im Schaden-/Unfallgeschäft. Für 2026 rechnet die Nürnberger noch mit einem leichten Beitragsrückgang, bevor ab 2027 wieder Wachstum erzielt werden soll. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich der Vorstand ambitioniert. Die Nürnberger hält an ihrem Ziel fest, 2026 ein HGB-Konzernergebnis von 80 Millionen Euro zu erreichen. Auch die Aktionäre sollen von der verbesserten Entwicklung profitieren. Die Hauptversammlung stimmte einer Dividendenausschüttung von 2,00 Euro je Aktie zu. Im Vorjahr hatte die Dividende noch bei 0,14 Euro gelegen.