Pension Buy-out: Vom Konzerninstrument zur Mittelstandsstrategie

Quelle: @ VEDRA Pensions

Steigende Rückstellungen, volatile Kapitalmärkte und M&A-Anforderungen erhöhen den Druck auf Unternehmensbilanzen. Michael Christner, Geschäftsführer von VEDRA Pensions, zeigt im Gastbeitrag auf, warum der vollständige Risikotransfer von Pensionsverpflichtungen nicht länger nur ein Thema für Großunternehmen ist.

Es bewegt sich was beim Thema Altersvorsorge in Deutschland. Der Druck des demographischen Wandels zwingt zum Handeln. Im Januar 2026 hat die Alterssicherungskommission ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll Vorschläge für eine Reform der Altersvorsorge in Deutschland erarbeiten. Auch wenn viele Details dazu erst noch politisch ausgehandelt werden müssen, zeichnet sich ab, dass die betriebliche Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Pensionsverpflichtungen als Risiko für die Bilanz

In der Konsequenz müssen sich immer mehr Unternehmen mit den möglichen Risiken von Pensionsverpflichtungen und deren Auswirkungen auf die Bilanz auseinandersetzen. Das bringt nicht nur für große, sondern auch für mittelständische Unternehmen einige Herausforderungen mit sich. Zum einen weist Umfragen zur Folge rund die Hälfte der Direktzusagen in mittelständischen Unternehmen Deckungslücken von bis zu 50 Prozent auf, wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge berichtet. Solche Lücken werden spätestens bei Unternehmensverkäufen, Finanzierungsrunden oder Ratingprozessen zum unkalkulierbaren Risiko.

Gleichzeitig verschärft das Kapitalmarktumfeld die Situation. Sinkende oder volatile Zinsen erhöhen den Rückstellungsbedarf, da Verpflichtungen mit niedrigeren Rechnungszinsen bewertet werden müssen. Auch Inflation und steigende Lebenserwartungen wirken belastend: Pensionsrückstellungen wachsen – und damit die Unsicherheit für Unternehmen. Darauf wurde im Dezember 2025 bereits in einem Beitrag im Versicherungsboten hingewiesen.

Damit müssen sich künftig vermutlich immer mehr Unternehmen nicht nur mit den möglichen Risiken von Pensionsverpflichtungen für ihre Mitarbeitenden, sondern auch mit denen von Geschäftsführerversorgungen und Einzelzusagen auseinandersetzen. Gerade bei Einzelzusagen – etwa für Geschäftsführer oder Schlüsselkräfte – sind die finanziellen Verpflichtungen oft besonders hoch. Langfristig können genau solche Zusagen Unternehmensverkäufe oder Betriebsübergaben erschweren.

Vollständiger Risikotransfer nur über Pension Buy-outs

In den DAX-40-Unternehmen zeigt sich aktuell der Trend zur Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen. So lag der durchschnittliche Deckungsgrad 2025 hier bei einem Rekordwert von 93 Prozent, wie eine aktuelle Mercer-Studie zeigt. Auch wenn der Rekordwert für den Deckungsgrad vor allem daran liegt, dass der Rechnungszins trotz insgesamt hoher Kapitalanlagerendite gestiegen ist, zeigt sich in der langfristigen Entwicklung des Deckungsgrades der weiterhin bestehende Trend zur freiwilligen Ausfinanzierung.

Entsprechend suchen Unternehmen zunehmend nach Möglichkeiten, diese Risiken zu minimieren oder im Idealfall vollständig aus der Bilanz auszulagern. Dabei gibt es zwischen den De-Risking-Optionen hinsichtlich des Grads der Entlastung und der verbleibenden Risiken Unterschiede. Zwar lassen sich Langlebigkeits- oder Investmentrisiken teilweise durch Pension Buy-ins oder Longevity Swaps absichern. Das abgebende Unternehmen bleibt dabei allerdings weiterhin verantwortlich für die Deckung der Pensionsverpflichtungen, somit bleibt auch der Belastungseffekt in der Bilanz bestehen. Die Einrichtung einer CTA-Treuhandstruktur wiederum führt zwar zu einer teilweisen Entlastung der Bilanz, die Risiken verbleiben jedoch weiterhin vollständig beim Unternehmen. Erst ein Pension Buy-out stellt einen vollständigen Risikotransfer dar (siehe Graphik):

Quelle: @ VEDRA Pensions

Bei einem Pension Buy-out werden die Pensionsverpflichtungen im Rahmen einer Abspaltung nach dem Umwandlungsgesetzt (UmwG) aus der Unternehmensbilanz ausgebucht und auf eine sogenannte Rentnergesellschaft übertragen. Die Rentnergesellschaft wird vom abgebenden Unternehmen mit den erforderlichen Vermögenswerten (Deckungsmitteln) ausgestattet, um die künftigen Rentenzahlungen sicher zu stellen. In der Folge werden die Anteile an der Rentnergesellschaft vollständig an einen Buy-out-Anbieter, wie z.B. VEDRA Pensions, übertragen. Somit wird das Unternehmen wirtschaftlich vollständig enthaftet; lediglich die gesetzliche Nachhaftung über zehn Jahre bleibt bestehen.

Anbieterauswahl: Mehr als nur eine Frage des Preises

Bei der Auswahl der Buy-out-Anbieter sind aus Unternehmenssicht mehrere Faktoren zu beachten. VEDRA Pensions beispielweise verfolgt einen klaren, langfristigen Ansatz, der auf Transparenz, Stabilität und partnerschaftlichem Handeln mit allen Beteiligten beruht. So beteiligt sich VEDRA mit Eigenkapital an der übernommenen Rentnergesellschaft. Damit ist das gemeinsame Ziel eindeutig: den langfristigen Anlageerfolg sichern und jegliche Rentenzahlungen stabil gewährleisten. Durch die Zusammenarbeit mit Mercer greift VEDRA zudem auf dezidierte lokale und globale Expertise im Bereich der betrieblichen Altersversorgung sowie im Investment- und Risikomanagement zurück. Ein solches Modell schafft Vertrauen sowohl für Unternehmen, für Mitarbeitende und nicht zuletzt für Pensionsberechtigte.

Auch im Vergütungsmodell bestehen Unterschiede zwischen den Anbietern. So können fixe laufende Gebühren bei schlecht laufenden Kapitalmärkten zu einer zusätzlichen Belastung führen, während eine erfolgsabhängige Vergütung eben nur bei entsprechendem Anlageerfolg entnommen wird.

Vorteile durch Auslagerung und warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist

Tatsächlich spricht gerade heute aus Unternehmenssicht vieles dafür, eine Auslagerung der Pensionsverbindlichkeiten zu prüfen. Dabei ergeben sich aus der Auslagerung für das abgebende Unternehmen eine Reihe von Vorteilen:

  • Vollständiger Transfer von Zins-, Kapitalmarkt- und Langlebigkeitsrisiken
  • Auslagerung operationeller Risiken
  • Bilanzverkürzung und Verbesserung zentraler Kennzahlen (Rating, Finanzierungskosten, Eigenkapitalquote)
  • Verringerung des administrativen Aufwands
  • Stärkung der Attraktivität bei Investoren und im M&A Prozess

Gleichzeitig bietet das aktuelle Marktumfeld attraktive Voraussetzungen: Seit 2022 gestiegene Zinsen führen dazu, dass Pensionsverpflichtungen höher diskontiert werden können. Das reduziert den Kapitalbedarf für die Ausfinanzierung und macht eine Auslagerung häufig deutlich kostengünstiger als in den Jahren zuvor.

Unternehmen stehen am Beginn einer Phase, in der die Anforderungen an die betriebliche Altersversorgung und an die Steuerung von Pensionsrisiken deutlich steigen werden. Ein Pension Buy-out ist dabei die einzige Lösung, die alle Risiken konsequent und final aus der Bilanz entfernt und zugleich die Sicherheit der Rentenzahlungen wahrt. Für Unternehmen, die ihre bAV zukunftsfähig aufstellen wollen, ist dies ein strategisch günstiger Zeitpunkt, um gleichzeitig ihre finanzielle Stabilität zu sichern und die Auslagerung von Pensionsverpflichtungen zu prüfen.

Hintergrund: Der Gastbeitrag erschien zuerst im neuen kostenfreien Versicherungsbote Fachmagazin 01-2026. Das Magazin kann auf der Webseite des Versicherungsbote bestellt werden.