Lebensversicherung: Die Marktführer im Solvenzcheck (Teil 2)

Quelle: DALL-E

Die Solvenzquoten vieler Lebensversicherer steigen 2025 deutlich. Versicherungsbote analysiert im zweiten Teil seiner Analyse die Marktführer der Lebensversicherung auf den Rängen sieben bis eins – von der Alte Leipziger-Hallesche Gruppe bis zum Marktführer Allianz.

Seit Einführung von Solvency II im Jahr 2016 stehen die Solvenzquoten im Zentrum der regulatorischen Kapitalsteuerung europäischer Versicherer. Die Quote zeigt vereinfacht gesprochen, wie viel Eigenmittel ein Versicherer im Verhältnis zu den aufsichtsrechtlich geforderten Kapitalanforderungen vorhält. Eine Solvenzquote von 100 Prozent bedeutet dabei, dass die regulatorischen Mindestanforderungen vollständig erfüllt werden. Die Kapitalanforderungen orientieren sich dabei an einem Extremereignis: Versicherer sollen selbst ein Krisenszenario überstehen können, das statistisch nur einmal in 200 Jahren eintritt.

Gerade Lebensversicherer standen in den vergangenen Jahren jedoch unter erheblichem Druck. Das neue Aufsichtssystem traf unmittelbar auf die historische Niedrigzinsphase. Viele Anbieter hatten ihren Kunden über Jahrzehnte hohe Garantiezinsen zugesagt, während sichere Kapitalanlagen gleichzeitig kaum noch Rendite abwarfen. Besonders klassische Lebens- und Rentenversicherungen mit langfristigen Garantieverpflichtungen belasteten dadurch die Kapitalanforderungen erheblich. Zusätzlich mussten die Unternehmen über die Zinszusatzreserve (ZZR) weitere Mittel zurückstellen, um ältere Garantieversprechen dauerhaft absichern zu können.

Mit dem starken Zinsanstieg ab 2022 begann sich das Umfeld jedoch zunächst nur teilweise zu entspannen. Zwar konnten auslaufende Kapitalanlagen schrittweise wieder höher verzinslich reinvestiert werden und perspektivisch nahm auch der Druck aus den Garantieverpflichtungen ab. Gleichzeitig brachte die abrupte Zinswende jedoch zunächst neue Belastungen mit sich: Viele Lebensversicherer hielten große Bestände festverzinslicher Wertpapiere, die noch während der Niedrigzinsphase zu sehr niedrigen Renditen erworben worden waren. Mit dem starken Zinsanstieg verloren diese Bestände deutlich an Marktwert. Aus zuvor hohen stillen Reserven wurden vielfach stille Lasten, die zeitweise die Eigenmittel belasteten und bei einzelnen Gesellschaften die Solvenzquoten erheblich unter Druck setzten.

Rückflüsse aus der ZZR stärken die Kapitalbasis

Erst mit der weiteren Stabilisierung des Zinsumfelds begann sich diese Belastung schrittweise zurückzubilden. Gleichzeitig verringerte sich der Aufbauzwang bei der Zinszusatzreserve; erstmals konnten einzelne Versicherer sogar wieder Mittel aus der ZZR auflösen und dem aktiven Kapital zuführen. Viele Gesellschaften nutzten diese Rückflüsse jedoch nicht unmittelbar für höhere Überschussbeteiligungen, sondern gezielt zum Abbau stiller Lasten. Dazu veräußerten sie niedrig verzinste Altanlagen aus der Niedrigzinsphase mit Buchverlusten, um Kapital in höher verzinste Neuanlagen umzuschichten und ihre Bilanzstruktur zu verbessern. Dadurch konnten viele der während der Zinswende entstandenen stillen Lasten inzwischen schrittweise reduziert werden (Versicherungsbote berichtete). Das wirkt sich zunehmend positiv auf die Solvenzquoten aus.

Versicherungsbote analysiert Solvenzquoten der Marktführer

Versicherungsbote analysiert im Folgenden die größten Lebensversicherungskonzerne auf den Rängen 7 bis 1 nach verdienten Bruttobeiträgen und ordnet die Entwicklung ihrer Basis-SCR-Quoten zwischen 2016 und 2025 ein. Grundlage ist der MAP-Report 944, der Solvenzquoten, Beitragsvolumina und Spartenstrukturen der Lebensversicherer auf Basis der veröffentlichten SFCR-Berichte zusammenführt.

Dabei zeigt sich allerdings ein methodisches Problem: Die ausgewiesenen Teilsparten sind nicht bei allen Unternehmen vollständig additiv interpretierbar. In einzelnen Fällen liegt die Summe der ausgewiesenen Teilbereiche rechnerisch unter beziehungsweise über den gesamten verdienten Bruttobeiträgen. Versicherungsbote weist diese Abweichungen bei den jeweiligen Gesellschaften transparent aus. Ergänzt wird die Analyse durch Daten aus dem Branchenmonitor Lebensversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Datenbasis bezieht sich auf das Jahr 2024 und erlaubt eine zusätzliche Einordnung der Geschäftsmodelle anhand der laufenden Beiträge – insbesondere mit Blick auf Renten-, Risiko-, fondsgebundene und Kollektivversicherungen.

Alte Leipziger-Hallesche Konzern: hohe Solvenz bei starkem Kollektiv- und Vorsorgegeschäft

Der Alte Leipziger-Hallesche Konzern erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 3,12 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 3,29 Prozent. Im MAP-Report wird innerhalb der Gruppe ausschließlich die Alte Leipziger Lebensversicherung ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, belegt die Alte Leipziger Rang 5 der größten Lebensversicherer nach verdienten Bruttobeiträgen. Werden dagegen Konzernstrukturen einschließlich Tochtergesellschaften zusammengeführt, entspricht dies Rang 7 im Marktvergleich.

Alte Leipziger Leben: stabile Solvenz bei breit diversifiziertem Geschäftsmodell

Die Alte Leipziger Leben weist 2025 eine Basisquote von 360,1 Prozent aus und liegt damit leicht unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent. Im Vergleich der großen Lebensversicherer bewegt sich die Gesellschaft damit dennoch weiterhin im soliden Mittelfeld. Auffällig ist vor allem die vergleichsweise stabile Entwicklung der Solvenzquote über den gesamten Solvency-II-Zeitraum hinweg. Bereits 2016 lag die Basisquote bei 289,0 Prozent. Nach einem Anstieg auf 377,3 Prozent im Jahr 2019 ging die Quote während der Niedrigzins- und Zinswendephase zwischenzeitlich zurück, blieb jedoch stets deutlich oberhalb kritischer Schwellenwerte.

Das Geschäftsmodell der Alten Leipziger bleibt gleichzeitig breit diversifiziert. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt 38 Prozent Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen. Fonds- und indexgebundene Produkte erreichen weitere 31 Prozent der laufenden Beiträge. Auffällig hoch ist zudem der Anteil des Kollektivgeschäfts mit 25 Prozent. Kapitalversicherungen spielen mit fünf Prozent dagegen nur noch eine vergleichsweise geringe Rolle.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 unterstreicht diese breite Vorsorgeaufstellung. Das Beitragsvolumen der Alten Leipziger stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich um 15,3 Prozent auf 3,12 Mrd. Euro. Davon entfallen rund 1,60 Mrd. Euro auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen weitere 999 Mio. Euro. Hinzu kommen rund 522 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft. Die Datenstruktur der Alten Leipziger ist dabei praktisch vollständig konsistent. Die ausgewiesenen Teilsegmente weichen lediglich um 1 Tsd. Euro von den gesamten verdienten Bruttobeiträgen ab und sind damit methodisch unproblematisch interpretierbar.

AXA-Konzern: unterschiedliche Solvenzprofile zwischen Fondsorientierung und Run-off-Beständen

Der AXA-Konzern erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 3,19 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 3,36 Prozent. Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die AXA Leben, die Deutsche Ärzteversicherung sowie die Run-off-Gesellschaft Ager ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, erreicht die AXA Leben Rang 10 der größten Lebensversicherer nach verdienten Bruttobeiträgen, die Deutsche Ärzteversicherung Rang 28 und die Ager Rang 36. Werden die Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, entspricht dies Rang 6 im Marktvergleich.

AXA Leben: deutliche Solvenzerholung nach schwacher Niedrigzinsphase

Die AXA Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 1,92 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 6,6 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig auf 336,6 Prozent und liegt damit nur noch moderat unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Auffällig ist vor allem die Entwicklung der Solvenzquote über den gesamten Solvency-II-Zeitraum hinweg. Nach 168,0 Prozent im Jahr 2016 stieg die Basisquote zunächst auf 290,6 Prozent im Jahr 2018, fiel während der anhaltenden Niedrigzinsphase jedoch wieder deutlich zurück und erreichte 2020 nur noch 158,0 Prozent. Seit der Zinswende zeigt sich dagegen eine klare Stabilisierung. Über 206,8 Prozent im Jahr 2022 und 310,9 Prozent im Jahr 2023 steigt die Basisquote bis 2025 auf 336,6 Prozent.

Das Geschäftsmodell verbindet klassische Vorsorgeprodukte mit einer starken Bedeutung fonds- und indexgebundener Versicherungen sowie einem hohen Kollektivanteil. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt 28 Prozent Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen, weitere 32 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen sowie hohe 20 Prozent Kollektivgeschäft. Kapitalversicherungen erreichen weitere 18 Prozent der laufenden Beiträge.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 verdeutlicht diese breite Aufstellung. Rund 843 Mio. Euro entfallen auf fonds- und indexgebundene Versicherungen. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen weitere 689 Mio. Euro. Hinzu kommen rund 387 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft (nach Art der Lebensversicherung).

Deutsche Ärzteversicherung: hohe Fondsorientierung bei überdurchschnittlicher Solvenz

Die Deutsche Ärzteversicherung erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 753,6 Mio. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig auf 397,8 Prozent und liegt damit oberhalb des Marktdurchschnitts.

Auffällig ist die langfristig vergleichsweise stabile Solvenzentwicklung. Bereits 2016 lag die Basisquote bei 200,0 Prozent. Nach einem Anstieg auf 347,0 Prozent im Jahr 2019 ging die Quote 2020 zwar temporär auf 252,9 Prozent zurück, stabilisierte sich anschließend jedoch erneut und steigt bis 2025 auf 397,8 Prozent. Das Geschäftsmodell ist stark kapitalmarktorientiert geprägt und traditionell auf akademische Heilberufe ausgerichtet. Die Deutsche Ärzteversicherung fokussiert insbesondere Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und weitere verkammerte Berufsgruppen. Die vergleichsweise einkommensstarke und langfristig orientierte Kundenstruktur begünstigt dabei kapitalmarktorientierte Vorsorgelösungen und stabile Vertragsverläufe.

Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 56 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen lediglich 16 Prozent der laufenden Beiträge. Hinzu kommen 13 Prozent Kollektivgeschäft.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 unterstreicht diese Ausrichtung. Mit rund 516 Mio. Euro stellen fonds- und indexgebundene Versicherungen den größten Beitragsblock. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen rund 159 Mio. Euro. Krankenversicherungsgeschäft kommt auf weitere 79 Mio. Euro.

Ager: abgespalteter AXA-Altbestand im internen Run-off

Die Ager erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 512,1 Mio. Euro, während das Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent zurückgeht. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 226,2 Prozent im Jahr 2023 über 242,2 Prozent im Jahr 2024 auf 291,4 Prozent im Jahr 2025.

Die Gesellschaft entstand im Zuge einer geplanten Bestandsübertragung innerhalb des AXA-Konzerns. Hintergrund war eine 2022 vereinbarte Transaktion mit Athora Deutschland, bei der ein Teilbestand von rund 900.000 klassischen Lebens- und Rentenversicherungsverträgen aus der AXA Leben auf Athora übertragen werden sollte. Zu diesem Zweck wurde die Ager gegründet und der betreffende Altbestand im Wege einer Abspaltung übertragen. Der geplante Verkauf an Athora wurde später jedoch nicht umgesetzt. Der Bestand verbleibt damit innerhalb des AXA-Konzerns und wird nun intern im Run-off verwaltet.

Die Beitragsstruktur verweist entsprechend auf ein nahezu vollständig klassisches Garantiegeschäft. Rund 453 Mio. Euro beziehungsweise knapp 89 Prozent der verdienten Bruttobeiträge entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Fonds- und indexgebundene Produkte werden im MAP-Report dagegen nicht ausgewiesen. Hinzu kommen rund 59 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft.

ERGO Group: Trennung zwischen Run-off und Neugeschäft prägt die Solvenzstruktur

Die ERGO Group erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 3,30 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 3,48 Prozent. Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die ERGO Leben sowie die ERGO Vorsorge Leben ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, erreicht die ERGO Leben Rang 12 der größten Lebensversicherer nach verdienten Bruttobeiträgen, die ERGO Vorsorge Rang 17. Werden beide Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, entspricht dies Rang 5 im Marktvergleich.

ERGO Leben: interner Run-off mit vergleichsweise niedriger Solvenzquote

Die ERGO Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 1,78 Mrd. Euro. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent zurück. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 122,5 Prozent im Jahr 2024 auf 186,0 Prozent im Jahr 2025, bleibt damit jedoch weiterhin deutlich unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Die Gesellschaft fungiert innerhalb des Konzerns als Plattform für den internen Run-off klassischer Altbestände. Entsprechend stark ist das Geschäftsmodell weiterhin durch langfristige Garantieverpflichtungen geprägt. Rund 1,46 Mrd. Euro beziehungsweise mehr als 82 Prozent der verdienten Bruttobeiträge entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen dagegen lediglich rund 202 Mio. Euro. Hinzu kommen etwa 118 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft.

Die Entwicklung der Solvenzquote zeigt zugleich die Belastungen klassischer Garantieportfolios während der Niedrigzinsphase und der anschließenden Zinswende. Nach 179,7 Prozent im Jahr 2016 ging die Basisquote bis 2020 auf nur noch 79,7 Prozent zurück. Erst mit dem veränderten Zinsumfeld stabilisierte sich die Solvenzlage wieder. Nach zwischenzeitlich 245,6 Prozent im Jahr 2022 fiel die Quote 2024 nochmals auf 122,5 Prozent zurück und steigt 2025 erneut auf 186,0 Prozent.

ERGO Vorsorge: Neugeschäftsplattform mit außergewöhnlich hoher Solvenz

Die ERGO Vorsorge Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 1,51 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 18,7 Prozent. Die Basisquote liegt 2025 bei 583,3 Prozent und gehört damit zu den höchsten Solvenzquoten unter den großen Lebensversicherern im Marktvergleich.

Im Unterschied zur ERGO Leben bündelt die ERGO Vorsorge vor allem das Neugeschäft des Konzerns. Entsprechend zeigt sich eine deutlich modernere und kapitalmarktorientiertere Bestandsstruktur. Die laufenden Beiträge 2024 verteilen sich auf 37 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen, 25 Prozent Kapitalversicherungen sowie 19 Prozent Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen. Hinzu kommen acht Prozent Risikoversicherungen und zwölf Prozent Kollektivgeschäft.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 verweist auf diese breite Vorsorgeausrichtung. Rund 894 Mio. Euro entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung, weitere 460 Mio. Euro auf fonds- und indexgebundene Versicherungen. Krankenversicherungsgeschäft erreicht rund 158 Mio. Euro.

Auffällig ist zugleich die über viele Jahre außergewöhnlich hohe Solvenzquote. Bereits 2017 lag die Basisquote bei 555,9 Prozent. Nach zwischenzeitlichen Schwankungen bewegt sich die Quote seit 2020 dauerhaft deutlich oberhalb von 400 Prozent und erreichte 2024 sogar 625,0 Prozent. 2025 geht sie leicht auf 583,3 Prozent zurück, bleibt damit aber weiterhin klar über dem Marktdurchschnitt.

Debeka-Gruppe: klassisches Garantiegeschäft trifft auf außergewöhnliche Solvenzerholung

Die Debeka-Gruppe erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 3,84 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 4,05 Prozent. Im MAP-Report wird innerhalb der Gruppe ausschließlich die Debeka Lebensversicherung ausgewiesen. Dadurch entspricht die Position im Ranking sowohl auf Ebene der Einzelgesellschaften beziehungsweise Rechtsformen als auch auf Konzernebene Rang 4 im Marktvergleich.

Debeka Leben: massive Solvenzerholung nach extrem niedrigen Quoten während der Niedrigzinsphase

Die Debeka Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 3,84 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 135,5 Prozent im Jahr 2024 auf 289,9 Prozent im Jahr 2025 und verbessert sich damit deutlich. Dennoch bleibt die Gesellschaft weiterhin unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Auffällig ist vor allem die außergewöhnlich niedrige Solvenzquote während der Niedrigzinsphase. Bereits 2016 lag die Basisquote lediglich bei 72,4 Prozent. Nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierung oberhalb von 100 Prozent fiel die Quote 2020 sogar auf nur noch 35,7 Prozent und gehörte damit zu den niedrigsten Werten unter den großen deutschen Lebensversicherern.

Gerade die Geschäftsstruktur erklärt diese besondere Sensitivität gegenüber dem langjährigen Niedrigzinsumfeld. Die Debeka verfügt traditionell über einen außergewöhnlich hohen Bestand klassischer Lebens- und Rentenversicherungen mit langfristigen Garantieverpflichtungen. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 44 Prozent Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie weitere 32 Prozent Kapitalversicherungen. Fonds- und indexgebundene Produkte erreichen dagegen lediglich 19 Prozent der laufenden Beiträge.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 unterstreicht diese starke Prägung durch klassische Garantieprodukte. Rund 3,15 Mrd. Euro entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung und stellen damit den mit Abstand größten Beitragsblock dar. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen weitere 1,34 Mrd. Euro. Krankenversicherungsgeschäft kommt auf rund 343 Mio. Euro. Auffällig ist allerdings die Datenstruktur im MAP-Report. Die ausgewiesenen Teilsparten addieren sich rechnerisch auf rund 4,84 Mrd. Euro und liegen damit etwa 1,0 Mrd. Euro oberhalb der gesamten verdienten Bruttobeiträge von 3,84 Mrd. Euro. Damit stellt die Debeka den bislang deutlichsten methodischen Sonderfall innerhalb des Marktvergleichs dar. Die SFCR-Zuordnung der Beitragssegmente ist hier offenbar nicht vollständig additiv interpretierbar.

R+V-Konzern: außergewöhnlich hoher Kollektivanteil prägt das Geschäftsmodell

Der R+V-Konzern erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 8,12 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 8,56 Prozent. Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die R+V Leben, die Condor Lebensversicherung sowie die kleinere R+V a.G. ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, belegt die R+V Leben Rang 2 der größten Lebensversicherer nach verdienten Bruttobeiträgen, die Condor Rang 48 und die R+V a.G. Rang 66. Werden die Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, entspricht dies Rang 3 im Marktvergleich.

R+V Leben: außergewöhnlich hoher Kollektivanteil prägt das Geschäftsmodell

Die R+V Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 7,78 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 13,1 Prozent. Die Basisquote liegt 2025 bei 288,1 Prozent und damit weiterhin unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Auffällig ist insbesondere die starke Bedeutung des Kollektivgeschäfts innerhalb des Portfolios. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt einen außergewöhnlich hohen Kollektivanteil von 39 Prozent und gehört damit zu den höchsten Werten unter den Lebensversicherern. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen weitere 26 Prozent, fonds- und indexgebundene Versicherungen 21 Prozent.

Diese Struktur verweist auf die traditionell starke Verankerung der R+V im genossenschaftlichen Finanzverbund sowie im betrieblichen Vorsorgegeschäft. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen weiterhin stark durch klassische Garantieprodukte geprägt. Rund 4,83 Mrd. Euro der verdienten Bruttobeiträge entfallen 2025 auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen weitere 2,24 Mrd. Euro. Hinzu kommen rund 513 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft.

Die Entwicklung der Solvenzquote zeigt zugleich die hohe Sensitivität klassischer Großbestände gegenüber Kapitalmarktveränderungen. Nach sehr hohen Quoten zwischen 410 und 493 Prozent in den Jahren 2016 bis 2019 fiel die Basisquote 2020 abrupt auf nur noch 155,3 Prozent zurück. Seitdem stabilisierte sich die Solvenzlage zwar wieder, bleibt jedoch vergleichsweise volatil. Nach 381,5 Prozent im Jahr 2023 ging die Quote bis 2025 erneut auf 288,1 Prozent zurück.

Condor: fondsorientierter Maklerversicherer vor Eigentümerwechsel

Die Condor Lebensversicherung erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 280,5 Mio. Euro. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,9 Prozent zurück. Die Basisquote steigt gleichzeitig leicht von 253,5 Prozent im Jahr 2024 auf 259,2 Prozent im Jahr 2025.

Das Geschäftsmodell ist deutlich kapitalmarktorientierter geprägt als bei der R+V Leben. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 54 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen dagegen lediglich 17 Prozent. Hinzu kommen zwölf Prozent Kollektivgeschäft.

Auch die Beitragsstruktur verweist auf diese Ausrichtung. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen rund 134 Mio. Euro und stellen damit den größten Beitragsblock dar. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung kommen lediglich auf rund 45 Mio. Euro. Auffällig hoch ist zudem die Kategorie „Sonstige Versicherungen“ mit rund 102 Mio. Euro.

Besondere Bedeutung erhält die Gesellschaft derzeit durch den geplanten Eigentümerwechsel. Die R+V trennt sich von ihrer Lebensversicherungstochter Condor Leben. Das Portfolio mit rund 219.000 Verträgen soll an den Frankfurter Investor Acathia Capital verkauft werden. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde im März 2026 unterzeichnet. Der Kaufvertrag soll nach Angaben des Unternehmens im zweiten oder dritten Quartal 2026 folgen.

R+V a.G.: kleine Spezialplattform mit hoher Fondsorientierung

Die R+V a.G. erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von lediglich 59,2 Mio. Euro und spielt innerhalb des Konzerns nur noch eine untergeordnete Rolle. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent zurück. Auffällig ist die starke Konzentration auf fonds- und indexgebundene Versicherungen. Von den gesamten verdienten Bruttobeiträgen entfallen rund 56,7 Mio. Euro auf fonds- und indexgebundene Produkte. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen dagegen lediglich rund 2,5 Mio. Euro. Trotz der geringen Größe weist die Gesellschaft eine sehr hohe Solvenzquote aus. Nach 427,7 Prozent im Jahr 2024 steigt die Basisquote 2025 weiter auf 482,5 Prozent.

Generali-Konzern: strikt getrennte Vertriebsmodelle prägen die Solvenzstruktur

Der Generali-Konzern erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 8,19 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 8,63 Prozent. Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die Generali Deutschland Lebensversicherung, die Dialog Lebensversicherung sowie die Cosmos Lebensversicherung ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, belegt die Generali Rang 3 der größten Lebensversicherer nach verdienten Bruttobeiträgen, die Cosmos Rang 20 und die Dialog Rang 43. Werden die Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, entspricht dies Rang 2 im Marktvergleich.

Auffällig ist dabei die klare funktionale Trennung innerhalb des Konzerns. Die Generali Deutschland bündelt vor allem das klassische Ausschließlichkeits- und Bankenvertriebsgeschäft mit starker Fondsorientierung. Die Dialog fungiert als spezialisierter Maklerversicherer mit Schwerpunkt biometrische Risiken und Arbeitskraftabsicherung. Die Cosmos Direkt wiederum konzentriert sich traditionell auf das Direktgeschäft und stark standardisierte Vorsorge- und Risikoprodukte.

Generali Deutschland: extrem hohe Fondsorientierung bei deutlich verbesserter Solvenz

Die Generali Deutschland erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 6,54 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig deutlich von 305,6 Prozent im Jahr 2024 auf 446,1 Prozent im Jahr 2025 und liegt damit klar oberhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Auffällig ist insbesondere die außergewöhnlich hohe Fondsorientierung des Geschäftsmodells. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 78 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen. Klassische Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen dagegen lediglich zwölf Prozent der laufenden Beiträge. Kapitalversicherungen kommen auf fünf Prozent.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 unterstreicht diese starke Kapitalmarktorientierung. Rund 4,07 Mrd. Euro und damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Beitragsvolumens entfallen auf fonds- und indexgebundene Versicherungen. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen dagegen rund 1,09 Mrd. Euro. Hinzu kommen rund 1,37 Mrd. Euro Krankenversicherungsgeschäft.

Die Entwicklung der Solvenzquote zeigt zugleich die hohe Sensitivität kapitalmarktorientierter Geschäftsmodelle gegenüber Marktverwerfungen. Nach sehr hohen Quoten oberhalb von 500 Prozent im Jahr 2017 fiel die Basisquote bis 2022 auf 253,1 Prozent zurück. Mit der Stabilisierung des Kapitalmarktumfelds steigt die Quote bis 2025 jedoch wieder deutlich auf 446,1 Prozent.

Dialog: biometrischer Maklerversicherer mit außergewöhnlich hoher Solvenz

Die Dialog Lebensversicherung erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 355,5 Mio. Euro und bewegt sich damit nahezu auf Vorjahresniveau. Die Basisquote steigt gleichzeitig deutlich von 480,3 Prozent im Jahr 2024 auf 574,5 Prozent im Jahr 2025 und gehört damit zu den höchsten Werten unter den großen Lebensversicherern im Marktvergleich.

Das Geschäftsmodell unterscheidet sich deutlich von den übrigen Generali-Gesellschaften. Die Dialog ist traditionell stark auf den unabhängigen Maklervertrieb ausgerichtet und konzentriert sich insbesondere auf biometrische Risiken. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt entsprechend hohe 71 Prozent Risikoversicherungen. Kollektivgeschäft erreicht weitere 19 Prozent. Fonds- und indexgebundene Versicherungen spielen mit lediglich einem Prozent der laufenden Beiträge praktisch keine Rolle.

Die langfristig sehr hohe Solvenzquote verweist zugleich auf die vergleichsweise geringe Kapitalbindung biometrischer Geschäftsmodelle. Zwischen 2016 und 2021 lag die Basisquote dauerhaft deutlich oberhalb von 600 Prozent und erreichte 2020 sogar 811,6 Prozent. Nach einem temporären Rückgang während der Zinswende steigt die Quote 2025 erneut deutlich an.

Cosmos Direkt: Direktversicherer mit hoher Risiko- und Garantieorientierung

Die Cosmos Direkt erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 1,30 Mrd. Euro. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent zurück. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 106,2 Prozent im Jahr 2024 auf 173,9 Prozent im Jahr 2025, bleibt damit jedoch weiterhin deutlich unterhalb des Marktdurchschnitts.

Auffällig ist die besondere Mischung aus Risikoversicherungen und klassischen Garantieprodukten. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 58 Prozent Risikoversicherungen. Rentenversicherungen erreichen weitere 26 Prozent, fonds- und indexgebundene Versicherungen dagegen lediglich elf Prozent.

Auch die Beitragsstruktur verweist auf diese vergleichsweise klassische Ausrichtung. Rund 1,01 Mrd. Euro entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung und stellen damit den dominierenden Beitragsblock dar. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen lediglich rund 160 Mio. Euro. Hinzu kommen rund 124 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft.

Die Solvenzquote entwickelte sich dabei in den vergangenen Jahren deutlich schwächer als bei den übrigen Generali-Gesellschaften. Nach 377,2 Prozent im Jahr 2016 fiel die Basisquote bis 2022 auf nur noch 91,1 Prozent und lag damit zeitweise unterhalb der regulatorischen Zielgröße von 100 Prozent. Erst seit 2024 zeigt sich wieder eine spürbare Stabilisierung der Solvenzlage.

Allianz-Konzern: dominierende Marktstellung mit außergewöhnlicher Größenordnung

Der Allianz-Konzern erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 26,63 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 28,08 Prozent. Damit entfällt deutlich mehr als ein Viertel des gesamten Marktes der großen deutschen Lebensversicherer auf die Allianz-Gruppe allein. Der Abstand zu den übrigen Wettbewerbern ist erheblich: Selbst die zweitplatzierte Generali-Gruppe erreicht mit 8,19 Mrd. Euro nicht einmal ein Drittel des Allianz-Beitragsvolumens.

Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die Allianz Lebensversicherung sowie die Deutsche Lebensversicherungs-AG ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, belegt die Allianz Leben mit großem Abstand Rang 1 der größten Lebensversicherer Deutschlands. Die Deutsche Lebensversicherungs-AG erreicht Rang 50. Werden beide Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, bleibt die Allianz natürlich ebenfalls klar größter Lebensversicherungskonzern des deutschen Marktes.

Auffällig ist zugleich die enorme Breite des Geschäftsmodells. Die Allianz verbindet klassisches Garantiegeschäft, betriebliche Altersversorgung, fondsgebundene Vorsorgeprodukte sowie biometrische Risiken in einer Größenordnung, die im deutschen Markt einzigartig ist.

Allianz Leben: größter deutscher Lebensversicherer mit starkem Kollektiv- und Garantiegeschäft

Die Allianz Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 26,41 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 10,5 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 182,5 Prozent im Jahr 2024 auf 331,1 Prozent im Jahr 2025 und verbessert sich damit spürbar. Dennoch bleibt die Gesellschaft weiterhin unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Die Größenordnung des Geschäftsmodells zeigt sich insbesondere in der Beitragsstruktur. Rund 17,43 Mrd. Euro entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung und damit auf klassische Garantieprodukte. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen weitere 4,29 Mrd. Euro. Hinzu kommen 4,47 Mrd. Euro sonstige Versicherungen sowie rund 229 Mio. Euro Rückversicherungsgeschäft.

Auch die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 verweist auf die starke Bedeutung langfristiger Vorsorge- und Kollektivbestände. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen 39 Prozent der laufenden Beiträge. Hinzu kommen außergewöhnlich hohe 36 Prozent Kollektivgeschäft. Fonds- und indexgebundene Versicherungen kommen dagegen auf vergleichsweise moderate 15 Prozent.

Die Entwicklung der Solvenzquote verdeutlicht zugleich die Belastungen großer Garantiebestände während der Niedrigzinsphase und der anschließenden Zinswende. Nach 323,7 Prozent im Jahr 2018 fiel die Basisquote bis 2020 auf 156,6 Prozent zurück. Seitdem stabilisierte sich die Solvenzlage schrittweise. Mit 331,1 Prozent erreicht die Allianz 2025 den höchsten Wert seit 2018.

Deutsche Lebensversicherungs-AG: biometrische Spezialplattform mit extrem hoher Solvenz

Die Deutsche Lebensversicherungs-AG erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 225,2 Mio. Euro. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent zurück. Gleichzeitig steigt die Basisquote deutlich von 492,1 Prozent im Jahr 2024 auf außergewöhnlich hohe 737,6 Prozent im Jahr 2025.

Das Geschäftsmodell unterscheidet sich fundamental von der Allianz Leben. Die Deutsche Lebensversicherungs-AG konzentriert sich nahezu vollständig auf biometrische Risiken. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt 99 Prozent Risikoversicherungen und lediglich ein Prozent Kollektivgeschäft. Entsprechend gering fällt die Kapitalbindung im Vergleich zu klassischen Garantieportfolios aus. Die Solvenzquote bewegte sich seit Einführung von Solvency II dauerhaft auf außergewöhnlich hohem Niveau und lag durchgehend deutlich oberhalb von 475 Prozent.

Hintergrund und Methodik

Die Analyse stützt sich auf Kennzahlen aus dem MAP-Report Nr. 944 „Solvabilität im Vergleich“. Der Report analysiert die Entwicklung der Solvenzquoten in der Lebens- und privaten Krankenversicherung für die Jahre 2016 bis 2025 auf Basis der veröffentlichten SFCR-Berichte der Unternehmen. Der vollständige MAP-Report kann kostenpflichtig über die Internetseite von Franke und Bornberg bezogen werden.

Ergänzend wurden Daten aus dem Branchenmonitor Lebensversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH herangezogen. Die dort ausgewiesenen Bestandsstrukturen nach laufenden Prämien beziehen sich auf das Jahr 2024 und dienen der Einordnung der jeweiligen Geschäftsmodelle. Berücksichtigt werden insbesondere die Anteile von Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen, Kapitalversicherungen, Risikoversicherungen, fonds- und indexgebundenen Produkten sowie Kollektivgeschäft.

Bei der Interpretation der Daten ist eine methodische Besonderheit zu beachten: Die im MAP-Report ausgewiesenen Teilsparten sind nicht bei allen Gesellschaften vollständig additiv interpretierbar. In einzelnen Fällen liegt die Summe der ausgewiesenen Teilbereiche rechnerisch unter beziehungsweise über den gesamten verdienten Bruttobeiträgen. Versicherungsbote weist diese Abweichungen bei den jeweiligen Gesellschaften transparent aus. Der Text analysiert die Marktführer der Lebensversicherung auf Rang sieben bis eins nach verdienten Bruttoprämien. Ein zweiter Text für die dahinter liegenden Marktführer von Rang acht bis Rang 14 ist bei Versicherungsbote ebenfalls verfügbar.