Lebensversicherung: Die Marktführer im Solvenzcheck (Teil 2)

Quelle: DALL-E

Der AXA-Konzern erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 3,19 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 3,36 Prozent. Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die AXA Leben, die Deutsche Ärzteversicherung sowie die Run-off-Gesellschaft Ager ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, erreicht die AXA Leben Rang 10 der größten Lebensversicherer nach verdienten Bruttobeiträgen, die Deutsche Ärzteversicherung Rang 28 und die Ager Rang 36. Werden die Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, entspricht dies Rang 6 im Marktvergleich.

AXA Leben: deutliche Solvenzerholung nach schwacher Niedrigzinsphase

Die AXA Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 1,92 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 6,6 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig auf 336,6 Prozent und liegt damit nur noch moderat unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Auffällig ist vor allem die Entwicklung der Solvenzquote über den gesamten Solvency-II-Zeitraum hinweg. Nach 168,0 Prozent im Jahr 2016 stieg die Basisquote zunächst auf 290,6 Prozent im Jahr 2018, fiel während der anhaltenden Niedrigzinsphase jedoch wieder deutlich zurück und erreichte 2020 nur noch 158,0 Prozent. Seit der Zinswende zeigt sich dagegen eine klare Stabilisierung. Über 206,8 Prozent im Jahr 2022 und 310,9 Prozent im Jahr 2023 steigt die Basisquote bis 2025 auf 336,6 Prozent.

Das Geschäftsmodell verbindet klassische Vorsorgeprodukte mit einer starken Bedeutung fonds- und indexgebundener Versicherungen sowie einem hohen Kollektivanteil. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt 28 Prozent Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen, weitere 32 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen sowie hohe 20 Prozent Kollektivgeschäft. Kapitalversicherungen erreichen weitere 18 Prozent der laufenden Beiträge.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 verdeutlicht diese breite Aufstellung. Rund 843 Mio. Euro entfallen auf fonds- und indexgebundene Versicherungen. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen weitere 689 Mio. Euro. Hinzu kommen rund 387 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft (nach Art der Lebensversicherung).

Deutsche Ärzteversicherung: hohe Fondsorientierung bei überdurchschnittlicher Solvenz

Die Deutsche Ärzteversicherung erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 753,6 Mio. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig auf 397,8 Prozent und liegt damit oberhalb des Marktdurchschnitts.

Auffällig ist die langfristig vergleichsweise stabile Solvenzentwicklung. Bereits 2016 lag die Basisquote bei 200,0 Prozent. Nach einem Anstieg auf 347,0 Prozent im Jahr 2019 ging die Quote 2020 zwar temporär auf 252,9 Prozent zurück, stabilisierte sich anschließend jedoch erneut und steigt bis 2025 auf 397,8 Prozent. Das Geschäftsmodell ist stark kapitalmarktorientiert geprägt und traditionell auf akademische Heilberufe ausgerichtet. Die Deutsche Ärzteversicherung fokussiert insbesondere Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und weitere verkammerte Berufsgruppen. Die vergleichsweise einkommensstarke und langfristig orientierte Kundenstruktur begünstigt dabei kapitalmarktorientierte Vorsorgelösungen und stabile Vertragsverläufe.

Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 56 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen lediglich 16 Prozent der laufenden Beiträge. Hinzu kommen 13 Prozent Kollektivgeschäft.

Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 unterstreicht diese Ausrichtung. Mit rund 516 Mio. Euro stellen fonds- und indexgebundene Versicherungen den größten Beitragsblock. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen rund 159 Mio. Euro. Krankenversicherungsgeschäft kommt auf weitere 79 Mio. Euro.

Ager: abgespalteter AXA-Altbestand im internen Run-off

Die Ager erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 512,1 Mio. Euro, während das Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent zurückgeht. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 226,2 Prozent im Jahr 2023 über 242,2 Prozent im Jahr 2024 auf 291,4 Prozent im Jahr 2025.

Die Gesellschaft entstand im Zuge einer geplanten Bestandsübertragung innerhalb des AXA-Konzerns. Hintergrund war eine 2022 vereinbarte Transaktion mit Athora Deutschland, bei der ein Teilbestand von rund 900.000 klassischen Lebens- und Rentenversicherungsverträgen aus der AXA Leben auf Athora übertragen werden sollte. Zu diesem Zweck wurde die Ager gegründet und der betreffende Altbestand im Wege einer Abspaltung übertragen. Der geplante Verkauf an Athora wurde später jedoch nicht umgesetzt. Der Bestand verbleibt damit innerhalb des AXA-Konzerns und wird nun intern im Run-off verwaltet.

Die Beitragsstruktur verweist entsprechend auf ein nahezu vollständig klassisches Garantiegeschäft. Rund 453 Mio. Euro beziehungsweise knapp 89 Prozent der verdienten Bruttobeiträge entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Fonds- und indexgebundene Produkte werden im MAP-Report dagegen nicht ausgewiesen. Hinzu kommen rund 59 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft.