Die Kfz-Versicherung blieb auch 2024 ein Verlustgeschäft. Zwar verbesserte sich die Lage leicht, doch nur wenige Anbieter arbeiteten wieder kostendeckend. Welche Versicherer die Trendwende geschafft haben, zeigt Versicherungsbote in einer neuen Bildstrecke.
Hintergrund: Die wirtschaftliche Krise der Kfz-Versicherung hat sich über Jahre aufgebaut. Intensiver Preiswettbewerb – insbesondere über Vergleichsportale – sowie eine lange Zeit zu zögerliche Prämienpolitik haben die Kalkulation vieler Anbieter geschwächt. Seit 2021 verschärften zusätzlich stark steigende Ersatzteilpreise und höhere Werkstattkosten den Druck auf die Sparte erheblich.
Im Jahr 2023 erreichte diese Entwicklung ihren Höhepunkt: Erstmals arbeitete kein großer Kfz-Versicherer mehr kostendeckend. Die Schaden-Kosten-Quote lag branchenweit über einhundert Prozent – die Beitragseinnahmen reichten damit nicht mehr aus, um Schäden und Kosten zu decken.
Was hat sich 2024 verändert?
Nach dem historischen Verlustjahr steuerten die Versicherer deutlich gegen. Die gebuchten Bruttoprämien der 50 größten Anbieter stiegen 2024 um 11,8 Prozent auf durchschnittlich 609,73 Millionen Euro je Unternehmen. Auch auf Vertragsebene wurde die Anpassung sichtbar: Die durchschnittliche Prämie je Vertrag erhöhte sich von 253,76 Euro auf 275,49 Euro – ein Plus von 8,6 Prozent innerhalb eines Jahres.
Gleichzeitig zeigte sich erstmals eine Entlastung auf der Schadenseite – allerdings auf hohem Niveau. Die Schadenaufwendungen stiegen 2024 nur noch um 2,6 Prozent, nachdem sie im Vorjahr um 16,9 Prozent zugelegt hatten. In der Folge sank die durchschnittliche Schadenquote über die 50 größten Anbieter hinweg deutlich von 107,60 Prozent auf 97,36 Prozent. Der Prämienanstieg reichte aus, um die Schaden-Kosten-Quote deutlich zu senken – von 112,2 auf 106,6 Prozent. Die Branche blieb damit jedoch klar oberhalb der Kostendeckungsschwelle. Im Durchschnitt geben die Versicherer weiterhin mehr für Schäden und Verwaltung aus, als sie über Prämien einnehmen.
Versicherungsbote stellt in seiner Bildstrecke alle Anbieter mit auskömmlichen Quoten vor
Nur 11 der 50 größten Anbieter erreichten 2024 eine Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent – und arbeiteten damit kostendeckend. Versicherungsbote stellt diese Versicherer in einer neuen Bildstrecke vor. Bei der Einordnung der Ergebnisse ist jedoch Vorsicht geboten. Nach den erheblichen Verwerfungen der vergangenen Jahre ist noch offen, ob die erreichte Kostendeckung nachhaltig ist oder lediglich eine Momentaufnahme darstellt. Die Schadenentwicklung bleibt volatil, und auch auf der Prämienseite sind weitere Anpassungen zu erwarten.
Zudem zeigen die Daten, dass das Preisniveau eine wichtige Rolle spielt: Auffällig ist, dass sich unter den Anbietern mit besonders hohen Schaden-Kosten-Quoten überdurchschnittlich viele Versicherer im oberen Preissegment finden – ein Zusammenhang, den Versicherungsbote bereits an anderer Stelle aufgezeigt hat. Darüber hinaus erlaubt die Schaden-Kosten-Quote allein keine vollständige Bewertung der Geschäftspolitik. Sie gibt keine Auskunft darüber, wie Schäden reguliert werden oder welches Leistungsniveau den Verträgen zugrunde liegt.
Die Ergebnisse sollten daher im Kontext der jeweiligen Geschäftsmodelle und Marktsegmente betrachtet werden. Basis der Analyse ist der „Branchenmonitor Kfz-Versicherung 2025" der V.E.R.S. Leipzig GmbH, der die 50 größten Versicherer (und damit rund 90 Prozent des gesamten Kfz-Prämienvolumens) abdeckt und Kennzahlen der Jahre 2019 bis 2024 analysiert. Dieser kann wie immer (kostenpflichtig) auf der Webseite der Leipziger Experten bestellt werden.