Haftpflicht: Die größten Bestandsverluste

Quelle: DALL-E

Die Bayerische Allgemeine verzeichnet 2024 einen deutlichen Bestandsrückgang von 17.393 Verträgen beziehungsweise 9,0 Prozent auf 176.836 Policen, nach 194.229 im Vorjahr. Damit liegt die Gesellschaft auf Rang 39 nach Vertragszahl. Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich ein Rückgang: Gegenüber 2019 mit 209.911 Verträgen entspricht dies einem Minus von 33.075 Policen beziehungsweise rund 15,8 Prozent.

Wirtschaftlich ist der Anbieter der kleinste im Branchenmonitor. Mit 12,38 Millionen Euro Bruttoprämien, einem Marktanteil von 0,14 Prozent und Rang 50 nach Prämien liegt die Gesellschaft elf Plätze unter ihrer Position nach Vertragsbestand. Das Beitragsvolumen je Vertrag fällt damit entsprechend niedrig aus.

Prämienprofil: unteres Preissegment

Die Durchschnittsprämie je Vertrag steigt von 61,24 Euro im Jahr 2019 über 67,08 Euro im Jahr 2023 auf 70,01 Euro im Jahr 2024. Im Marktvergleich ergibt sich eine klare Position im unteren Segment: 40 Anbieter verlangen höhere Prämien, neun sind günstiger. Die Bayerische Allgemeine ist damit – ähnlich wie die DEVK VVaG – preislich auf Breite ausgerichtet, jedoch aus einer deutlich kleineren Marktposition heraus.

Schadenentwicklung: hohe Volatilität statt klarer Linie

Die Schadenaufwendungen je Vertrag zeigen ein uneinheitliches Bild. Nach einem deutlichen Anstieg auf 51,60 Euro im Jahr 2023 sinken sie 2024 wieder auf 34,46 Euro und liegen damit nahe am Niveau von 2019 (34,16 Euro). Im Marktvergleich ergibt sich Rang 12: Nur elf Anbieter weisen geringere Schadenaufwendungen auf. Auffällig ist dabei weniger das absolute Niveau als die Schwankungsbreite. Während 2023 noch ein Jahr mit vergleichsweise hohen Schadenaufwendungen war, verbessert sich die Position 2024 deutlich.

Einordnung: kleine Bestände, hohe Schwankungen

Die Kombination aus niedrigen Prämien und aktuell vergleichsweise günstigen Schadenaufwendungen ergibt auf den ersten Blick ein stabiles Verhältnis. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass dieses Gleichgewicht nicht dauerhaft gesichert ist, sondern spürbaren Schwankungen unterliegt.

Der deutliche Bestandsrückgang fügt sich in dieses Bild ein. Gerade bei kleineren Beständen wirken sich einzelne Schadenjahre stärker aus, während gleichzeitig die Spielräume zur Stabilisierung über den Preis begrenzt bleiben.