Welche Wohnmobil- und Wohnwagenversicherer überzeugen aus Kundensicht durch Fairness? Eine aktuelle Untersuchung liefert darauf Antworten. Grundlage ist eine breit angelegte Befragung von Bestandskunden, die ihre Erfahrungen entlang zentraler Leistungsdimensionen bewertet haben. Versicherungsbote stellt Ergebnisse vor.
Wohnmobil- und Wohnwagenversicherer nehmen eine spezielle Rolle im Versicherungsmarkt ein. Sie sichern Risiken rund um mobile Freizeitnutzung ab – von klassischen Haftpflicht- und Kaskoleistungen bis hin zu spezialisierten Deckungen für Reise- und Nutzungsszenarien. Für Kundinnen und Kunden zeigt sich die Qualität dieser Angebote jedoch nicht nur im Tarif, sondern vor allem im Zusammenspiel von Preis, Leistung und Service im Alltag – und insbesondere im Schadenfall.
Vor diesem Hintergrund hat die ServiceValue GmbH in Kooperation mit FOCUS MONEY die Studie „Kundenurteil: Fairness von Wohnmobil- & Wohnwagenversicherern 2026“ vorgelegt. Ziel ist es, ein systematisches Stimmungsbild zur wahrgenommenen Fairness im Markt zu zeichnen – also zur Frage, wie ausgewogen, transparent und kundenorientiert Versicherer aus Sicht ihrer Bestandskunden agieren.
Was wurde untersucht?
Grundlage ist eine Online-Befragung aus Februar 2026. Insgesamt flossen 2.394 Kundenurteile zu 28 Versicherern in die Auswertung ein. Berücksichtigt wurden ausschließlich Kunden, die in den vergangenen 24 Monaten tatsächlich bei einem der Anbieter versichert waren.
Die Bewertung erfolgte entlang von 15 Service- und Leistungsmerkmalen, die vier zentralen Dimensionen zugeordnet sind: Produktangebot, Preis-Leistungs-Verhältnis, Kundenbetreuung und Schadenregulierung. „Fairness“ wird damit nicht direkt abgefragt, sondern aus einzelnen Erfahrungswerten systematisch abgeleitet.
Wie wurde Fairness gemessen?
Die Befragten bewerteten die einzelnen Merkmale anhand einer vierstufigen Skala. Für jedes Merkmal und jeden Anbieter wird daraus ein Indexwert berechnet, der die jeweilige Bewertung quantifiziert.
Im nächsten Schritt werden diese Werte zunächst auf Ebene der vier Dimensionen zusammengeführt. Das Gesamturteil ergibt sich schließlich zu gleichen Teilen aus den vier Dimensionen – eine zusätzliche Gewichtung einzelner Bereiche erfolgt nicht.
Die Auszeichnung folgt einer relativen Logik: Anbieter mit überdurchschnittlichen Werten erhalten das Urteil „gut“, Anbieter oberhalb des Durchschnitts dieser Gruppe werden mit „sehr gut“ ausgezeichnet.
Was die Studie nicht zeigen kann
So strukturiert und differenziert die Ergebnisse sind, so klar sind auch ihre Grenzen. Die Untersuchung misst ausschließlich die subjektive Wahrnehmung der Kunden – also, wie fair sie ihren Versicherer in konkreten Kontaktsituationen erlebt haben. Welche tatsächlichen Leistungsunterschiede dahinterstehen, bleibt offen.
Das gilt bereits für das Produktangebot: Bewertet wird, wie verständlich, transparent oder passend Tarife wahrgenommen werden. Nicht abgebildet wird hingegen, wie leistungsstark die Produkte im Detail wirklich sind – etwa im Hinblick auf Deckungsumfang oder Ausschlüsse.
Ähnliches gilt für das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Studie zeigt, ob Kunden den Beitrag als angemessen empfinden. Ob ein Tarif objektiv günstig oder teuer ist, lässt sich daraus nicht ableiten – ebenso wenig, wie sich Preisunterschiede durch unterschiedliche Leistungsniveaus erklären lassen.
In der Dimension Kundenbetreuung spiegeln die Ergebnisse vor allem das Erleben einzelner Kontaktpunkte wider. Diese Kontakte können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen – von kurzen, unkomplizierten Standardanfragen bis hin zu komplexeren Beratungssituationen. Ob der Kontakt telefonisch, digital oder persönlich stattgefunden hat, bleibt ebenso unklar wie die Intensität und Dauer der Interaktion. Ebenso wenig werden die strukturellen Rahmenbedingungen der Anbieter sichtbar, etwa Serviceorganisation, Automatisierungsgrad oder Personalausstattung.
Am deutlichsten zeigen sich die Grenzen bei der Schadenregulierung. Hier bewertet die Studie die wahrgenommene Geschwindigkeit und Qualität der Abwicklung. Welche konkreten Schadenfälle zugrunde liegen – einfache Standardfälle oder komplexe, langwierige Regulierungssituationen – bleibt jedoch offen. Auch eine fachliche Bewertung der Entscheidungen ist nicht möglich. Dies sollte berücksichtigt werden, wenn im Folgenden die ausgezeichneten Unternehmen präsentiert werden.
Die ausgezeichneten Versicherer
Von den insgesamt 28 untersuchten Wohnmobil- und Wohnwagenversicherern konnten sich 19 Anbieter über eine Auszeichnung freuen. Davon erreichten 10 Versicherer die Bestnote „sehr gut“, weitere 9 Anbieter wurden mit „gut“ bewertet.
Auffällig ist damit ein vergleichsweise breites Spitzenfeld: Ein erheblicher Teil der untersuchten Unternehmen liegt über dem Durchschnitt. Die ausgezeichneten Versicherer im Überblick (alphabetisch geordnet):
Sehr gut
- ADAC Versicherungen
- Allianz
- CosmosDirekt
- DA direkt
- HUK-COBURG / HUK24
- LVM Versicherung
- R+V
- RMV Reise-Mobil-Versicherung
- SIGNAL IDUNA
- Württembergische
Gut
- BarmeniaGothaer
- Concordia
- DEVK
- EUROPA Versicherung
- Generali
- SV SparkassenVersicherung
- VGH Versicherungen
- WGV
- ZURICH
Hintergrund
Die Untersuchung „Kundenurteil: Fairness von Wohnmobil- & Wohnwagenversicherern 2026“ wurde von der ServiceValue GmbH in Kooperation mit FOCUS MONEY durchgeführt. Grundlage ist eine Online-Befragung aus Februar 2026, in die 2.394 Kundenurteile zu 28 Versicherern eingeflossen sind. Berücksichtigt wurden ausschließlich Kunden, die in den vergangenen 24 Monaten tatsächlich bei den jeweiligen Anbietern versichert waren.
Die Bewertung basiert auf 15 Service- und Leistungsmerkmalen, die vier zentralen Dimensionen zugeordnet sind: Produktangebot, Preis-Leistungs-Verhältnis, Kundenbetreuung und Schadenregulierung. Die Teilnehmer bewerteten diese Aspekte auf einer vierstufigen Skala, aus der für jeden Anbieter Indexwerte gebildet und zu einem Gesamturteil zusammengeführt werden.
Die vollständige Benchmarkstudie umfasst neben den Gesamtergebnissen auch detaillierte Auswertungen zu einzelnen Leistungsmerkmalen sowie Anbieterprofile im Wettbewerbsvergleich. Sie kann über die ServiceValue GmbH bezogen werden und ist kostenpflichtig erhältlich. Weitere Informationen zur Methodik sowie ein Studiensteckbrief sind auf der Website von ServiceValue verfügbar.