Wohngebäudeversicherung: Die Schaden-Kosten-Sieger im schwierigen Geschäft

Quelle: DALL-E

Obwohl die Wohngebäudeversicherung eine der volatilsten Sparten im Kompositgeschäft bleibt, hat sich die Schadenlage zuletzt etwas stabilisiert. Die durchschnittliche Schaden-Kosten-Quote sank 2024 wieder unter die Marke von 100 Prozent, doch viele Anbieter stehen weiterhin unter Druck. Welche Versicherer besonders auskömmlich gewirtschaftet haben, zeigt Versicherungsbote in einer neuen Bildstrecke.

Hintergrund: Die Wohngebäudeversicherung bleibt auch 2024 stark von äußeren Einflüssen geprägt. Regionale Schadenereignisse, schwankende Baukosten und eine dauerhaft hohe Belastung durch Leitungswasserschäden sorgen dafür, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Bestände teils erheblich unterscheidet. Entsprechend ist die Schaden-Kosten-Quote in dieser Sparte weniger als reine Kalkulationskennzahl zu verstehen, sondern spiegelt in besonderem Maße die jeweilige Bestandsstruktur, die regionale Exponierung und die Wirkung einzelner Großschadenereignisse wider.

Die Schaden-Kosten-Quote (bzw. Combined Ratio) gilt als zentrale Messgröße für die technische Wirtschaftlichkeit im Kompositgeschäft. Liegt sie unter 100 Prozent, reichen die Beitragseinnahmen aus, um Schäden und Kosten zu decken; oberhalb dieser Schwelle arbeitet das Geschäft technisch defizitär. Die Schaden-Kosten-Sieger 2024 stehen damit für jene Anbieter, denen es gelungen ist, unter dieser Marke zu bleiben.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, wie stark die Sparte unter Extremereignissen stand. Besonders einschneidend wirkte das Ahrtal-Hochwasser 2021, in dessen Folge die durchschnittliche Schaden-Kosten-Quote der Branche auf 130,31 Prozent stieg. 2022 lag sie trotz zwischenzeitlicher Entlastung noch bei 104,82 Prozent, 2023 mit 100,97 Prozent weiterhin an der Kostendeckungsgrenze. Erst 2024 gelang im Branchenschnitt rechnerisch wieder der Sprung unter die Marke von 100 Prozent: Die durchschnittliche Schaden-Kosten-Quote beziehungsweise Combined Ratio sank auf 96,47 Prozent.

Dieses Bild bleibt jedoch erklärungsbedürftig. Denn auch 2024 wiesen noch 22 der 50 größten Anbieter Schaden-Kosten-Quoten oberhalb der Kostendeckungsgrenze aus. Noch deutlicher wird die angespannte Lage beim versicherungstechnischen Ergebnis: Im Durchschnitt lag dieses 2024 bei minus 13,85 Millionen Euro je Anbieter, und 33 Gesellschaften verzeichneten weiterhin Verluste. Die rechnerische Entlastung bei der Schaden-Kosten-Quote bedeutete also keineswegs, dass die Sparte bereits flächendeckend in eine stabile Ertragslage zurückgefunden hätte.

Gerade deshalb müssen auch die Schaden-Kosten-Sieger des Jahres 2024 eingeordnet werden. Ihre Platzierung ist nicht automatisch Ausdruck überlegener Kalkulation oder dauerhaft gesicherter Ertragskraft. Vielmehr zeigt sie, unter welchen strukturellen Voraussetzungen Kostendeckung in der Wohngebäudeversicherung derzeit möglich ist — etwa bei günstiger regionaler Risikolage, stabiler Bestandsstruktur oder geringerer Schadenanfälligkeit.

Versicherungsbote stellt die Schaden-Kosten-Sieger in einer Bildstrecke vor

Versicherungsbote stellt in einer neuen Bildstrecke jene Wohngebäudeversicherer vor, die im Jahr 2024 die niedrigsten Schaden-Kosten-Quoten erzielt haben. Grundlage ist der Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH, der die 50 größten Wohngebäudeversicherer Deutschlands untersucht. Das Analyseinstrument beinhaltet eine Vielzahl an Kennzahlen der Jahre 2019 bis 2024 und kann auf der Webseite der Leipziger Experten kostenpflichtig bestellt werden.