Immonet-Abschaltung eröffnet Maklern neue SEO-Spielräume

Quelle: SentiVersum

Der digitale Immobilienmarkt verliert einen seiner größten Pfeiler. Die Abschaltung von Immonet verändert die Dynamik in den Suchergebnissen bei immobiliennahen Themen. Dadurch entsteht für Finanzberater und Versicherungsmakler ein seltenes Zeitfenster für zusätzliche Sichtbarkeit. Warum solche Marktereignisse historisch seltene Wachstumschancen bieten und wie man diese im Bereich Finanzierung und Immobilienabsicherung nutzt, erklärt Sven Verborg von SentiVersum.

Die strategische Konsolidierung großer Immobilienmarktplätze sorgt für tektonische Verschiebungen in den Suchergebnissen. Im Laufe eines Menschenlebens ist die Immobiliensuche ein wichtiges Ereignis, das neuen Finanzierungs- und Versicherungsbedarf auslöst. Genau in solchen Lebensphasen entstehen Chancen für Berater und Portale.

Wenn etablierte Suchpfade der Kunden ins Wanken geraten, weil bekannte Plattformen verschwinden, werden digitale Marktanteile frei. Diese waren und sind normalerweise über Jahre fest zementiert. Wer diese Verschiebungen jetzt opportunistisch nutzt, stärkt seine Position in einem Marktumfeld, das gerade in Bewegung ist.

Strategische Konsolidierung: Hintergründe zum Immonet-Aus

Um die Tragweite zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Hintergründe: Die AVIV Group, als 100-prozentige Tochtergesellschaft von Axel Springer, hat die Marke Immonet vollständig mit Immowelt verschmolzen. In der Praxis heißt das: Links und Seiten von Immonet leiten nun auf Immowelt weiter. Zur in 2018 geformten Gruppe gehören übrigens auch weitere Immobilienportale in Europa und Israel.

Durch die Bündelung der Kräfte soll ein noch schlagkräftigeres Gegengewicht zum Marktführer ImmoScout24 entstehen. Allerdings ist der Platzhirsch nach wie vor deutlich sichtbarer in den Suchergebnissen und verteidigt diese Dominanz vehement, ähnlich wie Check24 im Versicherungsmarkt.

Quelle: SentiVersum

Für Finanzberater und Versicherungsmakler bietet dieses Ausdünnen der Portallandschaft Potenzial zur Sichtbarkeit im Suchindex. Wo eine über Jahrzehnte gewachsene Autorität wie Immonet verschwindet, sortiert Google die Relevanz für immobiliennahe Suchanfragen neu. Dadurch gewinnen aktuell kleinere, spezialisierte Webseiten massiv an Boden gewinnen. Wenn also nicht jetzt, wann dann?

Exkurs: Eine Webseite als strategisches Asset verstehen

Eine jahrelang aktive und gewachsene Webseite oder ein Blog haben einen inhärenten Wert. Ein häufig noch zu wenig beachtetes Detail bei Übernahmen: die damit verbundenen digitalen Neugeschäftspotenziale. Nicht selten übernehmen Maklerhäuser den Bestand eines anderen Hauses - sei es, weil ein älterer Gründer keinen Nachfolger hat oder um anorganisch zu wachsen. Auch die Webseite gehört zu den übernommen Assets.

Nehmen wir an, das imaginäre Finanzhaus Schlaumeier kauft Immofinanzierung247 - spezialisiert auf Immobilienkredite und -absicherung. Bei der Transaktion lag der Blick vor allem auf den vermittelten Krediten sowie dem ebenfalls über die Jahre aufgebauten Versicherungsbestand. Nach abgeschlossener Übernahme findet eine Bestandsübertragung statt, Kunden werden informiert und erhalten neue Ansprechpartner.

Stellen Sie sich vor, die erfolgreiche Webseite wird ungesehen abgeschaltet, um die Kosten zu reduzieren. Doch gerade diese war ein strategisches Asset, weil sie u.a. zu einer Vielzahl von attraktiven Suchbegriffen rund um Kredite für Eigentümer / Vermieter bei Google und zunehmen auch ChatGPT auftaucht. Eine solche Abschaltung wäre eine vertane Chance.

Stattdessen sollte diese Webseite als sprudelnde Leadquelle weiterbetrieben oder sogar ausgebaut werden. Gleiches gilt natürlich auch im Kleinen, wenn übernommene Makler lokal eine sehr gute Sichtbarkeit haben, z.B. für Versicherungsmakler in (Stadt). Aus meiner Sicht muss dieser Aspekt immer Teil der Betrachtung bei einer Übernahme sein.

Eigene Sichtbarkeit führt zu Plattformunabhängigkeit

Jahrelang profitierten Portale wie Immonet von gelerntem Verhalten und ihrer starken Marke. Über 10 Jahre wurden Immowelt und Immonet unter einem Dach nebeneinander geführt, bevor das schwächere Portal weichen musste. Die initiale Investition hat sich längt amortisiert. Doch die Nachfrage nach Informationen und Beratung verschwindet nicht einfach - sie sucht sich neue Wege.

Aktuell scheinen vor allem kleinere Plattformen, Makler und Ratgeber von der Immont-Abschaltung zu profitieren, weil es eine inhaltlich große Überschneidung zu Immowelt gab. In der Suchmaschinenoptimierung (SEO) wissen wir: Wenn große Spieler verschwinden, gewichten Google, ChatGPT & Co. die verbleibenden Experten-Inhalte neu. Wenn Sie hier dabei sein und langfristig profitieren wollen, sollten Sie jetzt fokussiert investieren.

Die Chance für Makler und Finanzberater liegt darin, ihre Abhängigkeit von Leads über Drittplattformen und Pools zu verringern. Es gilt, Ihre eigene digitale Souveränität aufzubauen und profitabler zu werden. Potenzial steckt insbesondere bei Fragen und Themen rund um die Finanzierung und Absicherung von Immobilien, die weit über die klassische Wohngebäudeversicherung oder Haftpflicht hinausgehen.

In Krisenzeiten prüfen Menschen aufgrund steigender Zinsen, hoher Inflation und immer höheren Baukosten jede Ausgabe doppelt. Fachliche Ratgeber oder Empfehlungen als Experte von KI-Systemen bieten einen wichtigen Vertrauensanker bei der Entscheidung für oder gegen einen Berater. Sind Sie dort nicht positioniert, spielen Sie in der Auswahl in Zukunft vielleicht keine Rolle mehr.

Welche Themen jetzt Ranking-Potenzial bieten

Um dieses Fenster für Wachstum zu nutzen, müssen Sie das inhaltliche Spektrum erweitern. Eine rein generische Ansprache allgemeiner Produkte mit einer kurzen Erklärung reicht nicht aus, um digitale Relevanz zu erzielen. Die Liste möglicher Themen ist sicherlich lang. Letztendlich sollte Ihre Spezialisierung die Basis für neue Inhalte für Ihre Webseite bilden.
Wer spezifische Lösungen und Services für aktuelle Immobilien-Herausforderungen liefert, bietet Menschen einen spürbaren Mehrwert. Neben der vergleichsweise einfachen Wohngebäudeversicherung können Sie beispielhaft folgende Themenbereiche besetzen:

  • Gewerbliche Gebäudeabsicherung: Besonders bei Mischobjekten oder Industriearealen besteht online eine erhebliche Lücke zwischen dem komplexen Informationsbedürfnis der Kunden und den verfügbaren Experten-Inhalten. Themen wie Mietausfallschutz bei Sanierungen oder die Haftung bei gewerblicher Nutzung sind ideale Gesprächsanlässe mit hohen Risiken.
  • Bauwesen & Projektierung: Bauleistungs-, Bauherrenhaftpflicht oder -rechtsschutz, und Feuerrohbauversicherungen können ein Einstieg in die langfristige Kundenbeziehung sein. Hier suchen Kunden oft schon Monate vor dem eigentlichen Abschluss nach Checklisten und Risikoeinschätzungen.
  • Kredite & Finanzierungen: Wer baut, modernisiert oder kauft, muss dies finanzieren. Finanzberater sollte ihre tiefgehende Expertise auch online verfügbar machen. Oder wollen Sie lieber weiterhin Leads kaufen?
  • Spezialrisiken der Energiewende: Die Absicherung von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder modernen Speichersystemen ist ein Wachstumsmarkt. Die Integration dieser Bausteine in die Gebäudeversicherung (oder deren Abgrenzung zu separaten Elektronikversicherungen) ist ein klassisches erklärungsbedürftiges Thema, bei dem spezialisierte Makler durch fachliche Tiefe punkten können.
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht: Ein oft unterschätztes Thema, das besonders für WEGs und Vermieter durch rechtliche Änderungen (z.B. neue Urteile zur Verkehrssicherungspflicht) ständig neue Relevanz erfährt.

Agieren statt Reagieren

Ereignisse wie die Abschaltung eines großen Portals sind Opportunitäten. Sie bewegen einige dazu, die eigene Positionierung zu hinterfragen. Schärfen Sie Ihre digitale Präsenz! SEO und Sichtbarkeit in KI-Systemen sind keine optionalen Marketing-Spielereien. Für viele Menschen bildet dies die Basis für Vertrauen und sorgen für nachhaltiges Wachstum. Nutzen Sie die aktuellen Verschiebungen zu Ihren Gunsten. Wer jetzt fundierte Inhalte sät, wird in der KI-getriebenen Suchwelt schmackhafte Früchte in Form von Neugeschäft ernten.

Über den Autor: Sven Verborg ist Gründer von SentiVersum und bringt über 10 Jahre Marketing-Expertise mit. Nach Stationen in Agenturen, Startups und als Content Marketing Manager bei einer führenden Versicherung in Köln, hat er SentiVersum als strategischen Content und SEO-Sparringspartner für erklärungsbedürftige Themen etabliert. Außerdem gehört SEO für Versicherungen zu einer seiner liebsten Herausforderungen. Sein Ziel: Genau die ergebnisorientierte Agentur zu schaffen, die er selbst gern beauftragt hätte.