Warum die Concordia ihre IT komplett neu baut: Greenfield statt Stückwerk

Quelle: ChatGPT


Herr Zehetmaier, welche Risiken sind für Sie als Dienstleister besonders relevant gewesen?

Dr. Jürgen Zehetmaier: Technisch lagen die größten Herausforderungen in der Integration bestehender Systeme wie SAP ICM oder BSI CRM. Organisatorisch ist das Change-Management beim Kunden der entscheidende Faktor: Ohne die frühzeitige Einbindung aller Mitarbeitenden und die konsequente E2E-Sichtweise auf alle Prozesse kann ein Greenfield-Ansatz nicht erfolgreich sein.

Herr Gronert, welche Anforderungen haben Sie an die neue Cloud-Plattform?

Dirk Gronert: Sie soll der Concordia ermöglichen, sich auf das wertschöpfende Kerngeschäft als Versicherungsunternehmen zu fokussieren. Dafür nutzen wir Software-as-a-Service-Angebote der Softwarehersteller sowie Managed Services unserer Betriebspartner. Die Cloudplattform ist dafür die zentrale Komponente, die uns dies ermöglicht und gleichzeitig die Datenhoheit der Concordia sicherstellt. Sie muss dafür die Innovation im Fachbereich unterstützen, stabilen Betrieb sicherstellen, für uns beherrschbar, zukunftssicher und nicht zuletzt wirtschaftlich sein.

Herr Zehetmaier, welche technischen Herausforderungen müssen Sie lösen?

Dr. Jürgen Zehetmaier: Wir haben eine End-to-End-Plattform aufgebaut, die bestehende Produkte und Verträge migriert, neue Produkte integriert und parallel zum Altsystem läuft. Dazu gehören u. a. Front-End-Anwendungen, wie vertriebliche Antragsstrecken, betriebliche Sachbearbeitungs-Applikationen sowie komplexere Anwendungen wie Billing, inkl. Vermittler-Kontokorrent oder Workflow- und Business-Partner-Systeme. Die Plattform ist cloud- und API-fähig. Änderungen lassen sich effizient umsetzen und ermöglichen auch KI-Anwendungen anzubinden, die nicht ohnehin schon Bestandteil der Lösung sind.

Wie binden Sie die Mitarbeitenden in den Veränderungsprozess ein?

Dirk Gronert: Grundsätzlich sehr individuell. Die Intensität richtet sich nach der Betroffenheit und dem Zeitpunkt. Es ist zielführend, nicht zu früh und nicht zu spät zu sein und Informationsbedarf und Flughöhe der Information sind sehr unterschiedlich. Das ist entscheidend für die Akzeptanz und den schlussendlichen Projekterfolg. Wir haben natürlich die klassischen Kommunikationskanäle, wie Intranet und Veranstaltungen, nutzen aber auch informelle Wege: Im letzten Jahr haben wir etwa ein spezielles Botschafter*innen-Netzwerk gegründet, das persönliche Gesprächsmöglichkeiten zwischen Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel auf dem Flur oder an der Kaffeemaschine nutzt.

Von großer Bedeutung ist auch die frühzeitige und intensive Einbindung der Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner. Das alles ist notwendig, denn bereits heute haben viele Mitarbeitende neue Fähigkeiten erlernt und neue Verantwortungsbereiche übernommen. Auch arbeiten bereits viele Mitarbeitende im Innendienst und alle Vertriebspartner unserer Ausschließlichkeitsorganisation mit Teilen der neuen Anwendungslandschaft … und es wird immer bedeutender für uns alle!

Dr. Jürgen Zehetmaier: Frühzeitige Einbindung aller Beteiligten ist essenziell. Technisch ist vieles lösbar, doch die größte Herausforderung liegt in der Organisation. Kommunikation und gemeinsame Priorisierung machen den Unterschied.

Welche Rolle spielte die partnerschaftliche Zusammenarbeit?

Dirk Gronert: Wir wollten einen Partner, der unsere Philosophie versteht und die Lösung gemeinsam mit uns weiterentwickelt.

Dr. Jürgen Zehetmaier: Offene Kommunikation, Lernkultur und gegenseitiges Vertrauen haben das Projekt erheblich beschleunigt. Wir agieren nicht als Auftragnehmer, sondern als nachhaltiger und langjähriger Partner auf Augenhöhe.