Tönnies-Versicherung: Fleischkonzern schafft Haftpflicht-Schutzschirm für Landwirte

Quelle: ChatGPT

Der Lebensmittelkonzern Tönnies will Landwirte vor hohen Haftungsrisiken im Seuchenfall schützen. Dazu hat das Unternehmen einen Haftpflicht-Schutzschirm für seine Lieferanten abgeschlossen.

Millionenschäden durch Tierseuchen können landwirtschaftliche Betriebe in die Existenz treiben. Mit einem neu aufgelegten Haftpflicht-Schutzschirm will der Fleischkonzern Tönnies ihre Lebendvieh-Lieferanten künftig vor existenzbedrohenden Risiken schützen. Gemeinsam mit dem Versicherungsmakler Marsh und in enger Abstimmung mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) hat das Familienunternehmen aus Rheda-Wiedenbrück eine Lösung entwickelt, die im Schadensfall einspringt, wenn die eigene Haftpflichtversicherung des Landwirts nicht ausreicht oder eben gar nicht greift.

Auslöser für die Initiative war unter anderem der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Juni 2024. Damals waren infizierte Tiere an mehrere deutsche Schlachthöfe geliefert worden. Die Folge waren Produktionsstopps, die Vernichtung bereits zerlegter Ware und Millionenschäden. Im Raum stand die zentrale Frage: Wer trägt die finanziellen Folgen?

„Eine umfassende Analyse hat gezeigt, dass bisher bei den Haftpflichtversicherungen der Landwirte sowohl hinsichtlich der Versicherungssumme als auch hinsichtlich des Versicherungsumfangs Deckungslücken bestehen. Bei nicht wenigen war der Seuchenfall sogar gänzlich ausgeschlossen. Das kann im Ernstfall existenzbedrohend sein. Genau hier greift nun unser Schutzschirm“, erläutert Dr. Wilhelm Jaeger, Leiter Landwirtschaft bei Tönnies.

Künftig sollen alle Landwirte und Viehhändler, die Tiere an einen Schlachthof des Unternehmens liefern, automatisch mitversichert sein. Eine separate Anmeldung oder zusätzlicher bürokratischer Aufwand sei nicht erforderlich. Der Schutzschirm soll die bestehende Betriebshaftpflicht des jeweiligen Landwirts ergänzen. Reicht deren Deckungssumme im Schadensfall nicht aus, greift die zusätzliche Absicherung. Andernfalls drohe im Extremfall eine Haftung mit dem Privatvermögen. „Wir geben den Landwirten und Viehhändlern im Schadensfall Sicherheit und eine existentielle Absicherung – und das zu Konditionen, die ein einzelner Landwirt bei seiner Versicherung nie hätte erhalten können“, so Jaeger.

Der Schutz soll ausdrücklich Risiken aus Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest umfassen. Mitversichert seien nicht nur Personen- und Sachschäden, sondern auch Produktschäden, Rückrufkosten sowie Folgeschäden wie Betriebsschließungen und Produktionsausfälle im Schlacht- und Zerlegebetrieb.

Die Kosten für den Schutzschirm würden im niedrigen zweistelligen Cent-Bereich pro Schwein liegen und sollen zunächst vom Unternehmen getragen werden. Perspektivisch ist eine Einpreisung über die Vorkosten vorgesehen.