3 Trends, die 2022 den ETF-Markt umtreiben

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Das Geschäft mit ETFs boomt. Doch lässt sich das Rekordjahr 2021 wiederholen? Jason Xavier (Franklin Templeton) erläutert, welche Trends 2022 den ETF-Markt umtreiben werden.

Deutsche Privatanleger hielten Ende 2021 fast 150 Milliarden Euro in ETFs zeigt eine aktuelle Erhebung von von ING Deutschland und Barkow Consultin. Weltweit betrachtet, konnten ETFs 2021 mit einem verwalteten Vermögen von annähernd 10 Billionen USD und über 1 Billion USD an neuen Nettozuflüssen ein Rekordjahr verzeichnen. Doch wie geht es im neuen Jahr auf dem Markt weiter? Jason Xavier verantwortet bei Franklin Templeton das Europa-Arabien-Afrika-Geschäft mit Blick auf Kapitalmärkte und ETFs. Seiner Ansicht nach gibt es drei wesentliche Trends, die 2022 den ETF-Markt umtreiben. Seine drei Kernthesen kurz zusammengefasst:

ETFs auf kurzlaufende Anleihen werden 2022 den größten relativen Zuwachs verzeichnen

2022 erwartet der Markt steigende Zinsen, so Xavier. Viele Anleger würden sich deshalb weiterhin am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve positionieren, so der Kapitalmarkt-Experte. ETFs mit kurzer Duration entwickeln sich dieses Jahr wahrscheinlich besser als breiter angelegte Produkte auf langlaufende Anleihen, so die Einschätzung von Franklin Templeton.

Für ETFs im ESG-Bereich werden sich die Zuflüsse erneut verdoppeln

Gemäß Artikel 9 der neuen Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (SFDR) sind Fonds so klassifiziert, die „eine nachhaltige Investition anstreben“. Fonds, die nach diesem Artikel eingeteilt sind, können sich laut Franklin Templeton auf steigendes Interesse der Anleger einrichten. ESG-ETFs, die messbare Wirkungen anbieten, dürften nach Erwartungen der Investmentgesellschaft ebenfalls einen größeren Anteil der diesjährigen Zuflüsse ausmachen.

Schwellenländer, welche die Lieferkettenprobleme durch die aufgestaute Nachfrage angehen, werden einen Aufschwung erleben

Brüchige Lieferketten sorgen bei Halbleitern bis Industrieanlagen für steigende Frachtkosten. Die Fertigungszentren der Welt liegen weiterhin vor allem in den Schwellenländern. Klammert man Deutschland aus, zeigt sich, wie abhängig die globale Lieferkette von China, Südkorea und Taiwan ist, schreibt Xavier. Franklin Templeton geht davon aus, dass ETFs für einzelne Export-Schwellenländer dieses Jahr jene überflügeln werden, die weniger auf wichtige Exportgüter ausgerichtet sind. Das verwaltete Vermögen der entsprechenden ETFs werde steigen, so die Investmentgesellschaft.