Austausch mit anderen Akteuren der Versicherungswelt fehlt

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In Zeiten der Corona-Krise sind Meetings oder Messen tabu. Ein Ausweg sind Online-Veranstaltungen. Darüber haben wir mit Bastian Knutzen gesprochen. Der Gründer und Geschäftsführer der Emil Group hat kurzfristig eine interaktive Online-Konferenz ins Leben gerufen.

Herr Knutzen, das neue Coronavirus hat Deutschland fest im Griff, viele Deutsche arbeiten im Home Office. Wie stark sind Sie von der Pandemie und den Einschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen - und wie halten Sie den Geschäftsbetrieb aufrecht?

Bastian Knutzen: Als Softwarefirma sind wir vergleichsweise gering betroffen. Das liegt daran, dass wir auch vor der Krise schon vollständig digital gearbeitet haben und unsere Teams ohne neue Hardware oder Umstellung aus dem Homeoffice weiterarbeiten konnten. Auch unsere Software ist cloudbasiert und kann von überall auf der Welt über eine moderne Anwendungsoberfläche bedient werden, sodass der Betrieb unserer Plattform auch bei unseren Kunden schnell und reibungslos aus dem Homeoffice weitergeführt werden kann.

Was kann die Versicherungsbranche aus der aktuellen Krise lernen?

Wenn die aktuelle Situation irgendetwas Positives mitbringt, dann ist es die Beschleunigung von neuen Methoden der Zusammenarbeit und ein deutlich stärkerer Fokus auf digitale Lösungen.

Die Themen Online-Beratung und Webinare zur Weiterbildung sind plötzlich in aller Munde. Auch Messen, wie etwa die Fonds Finanz Messe, finden nun online statt. Wie beurteilen Sie die rasante Entwicklung?

Ich finde es großartig, dass da gerade so viel passiert! Beeindruckt bin ich von den schnellen und pragmatischen Maßnahmen diverser Versicherungsgesellschaften. Diese reichen von kostenloser Rechtsberatung für betroffene Mittelständler über kostenfreie temporäre Unfallversicherungen für Kinder bis hin zu Prämienrückerstattungen an Versicherungsnehmer aufgrund des erwarteten Schadenrückgangs im Kfz-Bereich.

Sie haben mit der interaktiven Online-Konferenz "Versicherung 2030" selbst eine Veranstaltung an den Start gebracht. Welche Idee steckt dahinter?

Da uns in der aktuellen Zeit der Austausch mit anderen Akteuren der Versicherungswelt fehlt, haben wir das Format kurzfristig ins Leben gerufen. Die interaktive Online-Konferenz: Versicherung 2030 ist ein vollständig virtuelles Event und findet am 21. April von 13:00 - 16:00 Uhr statt. Die Anmeldung ist kostenfrei möglich unter https://www.versicherung2030.de/

Im Vordergrund stehen die Gespräche zwischen den Teilnehmern. Die Teilnehmer werden basierend auf Ihren Interessen zusammengebracht und können sich in virtuellen Räumen mit relevanten Gesprächspartnern austauschen. Als Input für die Diskussionen werden hochkarätige Referenten wie Dr. Nils Mahlow (CEO & Founder Claimsforce) und Dr. Christopher Lohmann (Vorsitzender des Vorstandes, Gothaer Allgemeine Versicherung) wertvolle Anregungen geben.

Wen wollen Sie mit der Veranstaltung ansprechen?

Wir wollen die verschiedenen Akteure der Versicherungsbranche auch in der momentanen Situation zusammenbringen und eine Plattform für unternehmensübergreifenden Austausch bieten. Alle Branchenvertreter sind dabei willkommen, von Mitarbeitern und Führungskräften der Versicherungen und Rückversicherungen über Vermittler bis hin zu Gründern und Investoren von InsurTech Startups.

Worauf dürfen sich die Besucher in diesem Jahr besonders freuen?

Wir legen mit der interaktiven Online-Konferenz: Versicherung 2030 den Schwerpunkt auf ein virtuelles Netzwerken. Die Teilnehmer können selbst wählen, für welche Themen Interesse besteht, wie beispielsweise Digitale Ökosysteme, Cloud Computing oder Innovationen in der Schadenregulierung. Der Austausch von Erfahrungen zu diesen Themen und das Knüpfen neuer Kontakte finden offline jedes Jahr auf zahlreichen Events statt. Wir möchten das Ganze nun in die Online-Welt bringen.